Projekt „Adelante!“

Unterstützung aus Spanien überzeugt

Großer Erfolg für das Pilotprojekt „Adelante!“: Alle zehn spanischen Fachkräfte haben einen Anschlussvertag in ihren jeweiligen Firmen erhalten. Einige Probleme gab es dennoch für sie zu meistern.
20.12.2017, 18:11
Lesedauer: 2 Min
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Von Stephen Kraut
Unterstützung aus Spanien überzeugt

Die zehn spanischen Fachkräfte haben in ihren Firmen überzeugt. Sehr zu Freude von PractiGo-Geschäftsführer Oliver Schneider (hinten, Dritter von rechts), Stuhrs Bürgermeister Niels Thomsen und dem Wirtschaftsförderer der Gemeinde, Lothar Wimmelmeier (hinten, Zweiter und Dritter von links).

Stephen Kraut

Stuhr. Dass es in Deutschland in vielen Branchen einen Fachkräftemangel gibt, ist keine neue Erkenntnis. Welche Wege am besten aus dieser Problematik heraus helfen, darüber gibt es allerdings verschiedene Meinungen. Die Firma PractiGo in Stuhr bestreitet dabei besondere Wege: Im Zuge des Projektes „Adelante!“ kamen im Oktober erstmals spanische Fachkräfte nach Deutschland, die die örtlichen Firmen unterstützen sollen (wir berichteten). Und das gelang offensichtlich gut, denn wie PractiGo-Geschäftsführer Oliver Schneider jetzt mitteilte, haben alle zehn jungen Männer Anschlussverträge in den jeweiligen Unternehmen erhalten.

„Sie leisten gute Arbeit“, betont Schneider nach Rücksprache mit den Firmen. Alle Unternehmen seien sehr zufrieden mit den neuen Kollegen aus Sevilla. „Die Männer hatten dabei alle schon eine entsprechende Ausbildung in Spanien absolviert“, informiert Schneider weiter. Die Handelskammer Hannover habe dann festgelegt, welche Anpassungsqualifikationen erbracht werden müssen, um den jeweiligen deutschen Titel zu erhalten. In ihrer spanischen Heimat habe es im Vorfeld auch Deutschkurse gegeben, die hier weitergeführt werden. „Wir möchten auch, dass sie sich im sozialen Bereich hier gut zurechtfinden“, betont Schneider.

Die spanischen Fachkräfte betonen bereits auf Deutsch, dass sie sich über die Möglichkeit, die das Projekt bietet, freuen. Einige Unterschiede seien trotzdem deutlich: „In Deutschland wird effektiver gearbeitet“, sagt Sergio Jiménez Bonilla. Das bislang größte Hindernis sei für alle aber die Sprache. „Wir lernen auch technisches Deutsch“, erklärt Román Cobo Gago. Außerdem sei es nicht so leicht wie in Spanien, Freunde zu finden. „Aber wenn man welche gefunden hat, sind sie gute Freunde“, berichtet Jiménez Bonilla bereits aus eigener Erfahrung. Er und Kollege José Manuel Martin Herencia antworten auf die Frage, ob sie auch nach Abschluss des Projektes in Deutschland bleiben wollen, prompt mit: „Ja!“

Zunächst geht es jetzt über die Weihnachtsfeiertage aber erst einmal nach Hause. Stuhrs Bürgermeister Niels Thomsen und Lothar Wimmelmeier, Wirtschaftsförderer der Gemeinde, verabschieden die Männer und übergeben noch kleine Weihnachtspräsente. „Ich muss ehrlich sagen: Dass das Projekt so gut läuft, hätte ich nicht gedacht“, gibt Wimmelmeier in dem Zusammenhang zu. „Es ist schließlich noch ein Pilotprojekt.“ Unterstützt wird das Ganze vom Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung, der IHK Hannover, der Agentur für Arbeit, der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung sowie den Wirtschaftsförderungen des Landkreises Diepholz und der Gemeinde Stuhr.

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