Sudweyher Bahnhof

Viele Ideen, ein gemeinsames Ziel

In dem alten Gebäude soll ein gemütlicher Treffpunkt entstehen. Hier sollen später unter anderem Künstler ausstellen, Bands spielen und Feste gefeiert werden.
20.03.2017, 16:45
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Von Kaya Leimann
Viele Ideen, ein gemeinsames Ziel

Bei der Besichtigung (v.l.): Christine Burda, Antje Kiel, Sönke von Hoorn, Andreas Bovenschulte und Andreas Grünemann.

Weyhe-Sudweyhe. An den Wänden hängen die letzten Tapetenreste, Graffitis zieren an anderen Stellen den nackten Beton, und auf dem Boden liegt Staub aus vielen Jahren Leerstand. Dem alten Sudweyher Bahnhofsgebäude sind die Spuren der Vernachlässigung deutlich anzusehen. Wenn Christine Burda, Sönke van Hoorn, Andreas Gründemann und Antje Kiel die verlassenen Räume betreten, dann sehen sie jedoch viel mehr. Sie sehen einen Ort der Begegnung, an dem Besucher Feste feiern, sich zum Schnacken treffen, Ausstellungen anschauen und Konzerte hören. Ihr Vorhaben wollen sie bei einem Tag der offenen Tür am Sonnabend, 1. April, näher vorstellen.

„Hier soll mal der Tresen stehen, und dahinter planen wir einen Anbau mit einer kleinen Küche und sanitären Anlagen“, erklärt Sönke van Hoorn und geht auf eine bisher kahle Wand zu. „Den Anbau wollen wir von außen wie einen Wagon gestalten, und vor dem Tresen werden Stühle und Tische zum Sitzen einladen“, beschreibt der Architekt weiter. Er ist einer der Gründungsmitglieder des baldigen Vereins „Sudweyher Bahnhof – Kunst und Kultur am Gleis“ und mit seinen beruflichen Erfahrungen ein wichtiger Bestandteil des Projektes.

Noch wartet die Gruppe auf eine offizielle Registrierung als eingetragener, gemeinnütziger Verein und auch auf eine Befürwortung der Fördermittel durch die Gemeinde – doch dann soll es im Sommer mit der Sanierung losgehen. „75 000 Euro sind im Haushalt eingestellt, und wir rechnen mit einer Bewilligung“, so Bürgermeister Andreas Bovenschulte, der sich ganz klar für das Projekt ausspricht und ein großes Lob an die Organisatoren richtet. „Falls die Fördergelder nicht bewilligt werden, ist das nicht das Ende des Projektes. Die Umgestaltung des Bahnhofes ist ein konkretes Ziel und wird daran nicht scheitern“, verspricht der Bürgermeister.

„Wir hatten schon lange die Idee, eine Art Treffpunkt in Sudweyhe ins Leben zu rufen. Als wir vor einem Jahr einen Aufruf in der Zeitung lasen, in der die Gemeinde um Ideen für das Bahnhofsgebäude bat, kam das wie gerufen“, erinnert sich Christine Burda, erste Vorsitzende des Vereins. Da die Gruppe immer wieder bei gemeinschaftlichen Abenden über ein solches Projekt sprach, war es nicht schwer, ein mögliches Konzept einzureichen. Mittlerweile haben sich aus den anfänglichen Ideen konkrete Pläne entwickelt, eine Zeichnung hält die räumliche Aufteilung fest. „Die Wände auf beiden Seiten des ehemaligen Warteraumes des Bahnhofs werden eingerissen, und auch die beiden Schornsteine kommen weg“, sagt van Hoorn. In den dadurch entstehenden drei verbundenen Räumen soll im unteren Teil des Gebäudes das Kulturcafé seinen Platz finden. Teile der alten Tapete und auch der Fußboden im Flur bleiben erhalten, um an den Charme des früheren Bahnhofes zu erinnern. „Hier unten könnten dann lockere Treffen, Lesungen, Konzerte, Ausstellungen, aber auch private Feiern stattfinden. Vereine wie der TuS Sudweyhe dürften hier Tagungen abhalten, draußen planen wir einen Biergarten, und auch eine Weganbindung an den Weserradweg und Gästeführungen wären möglich“, führt Burda die vielfältigen Möglichkeiten aus. Es solle aber keine Überfrachtung stattfinden. Sobald das Gebäude saniert ist, wird es zunächst für einen oder zwei Sonntage im Monat öffnen. „Wir wollen hier keine Kneipe, sondern einen Treffpunkt, eine Begegnungsstätte einrichten“, betont Andreas Gründemann, Kassenwart des Vereins.

Auch die oberen Räume sind mit einem Büro, einem Gästezimmer für Übernachtungen, einer Art Clubzimmer – in dem auch Trauungen stattfinden könnten – und weiteren sanitären Anlagen bereits verplant. Die Gruppe hat sich einiges vorgenommen und bisher viel Zeit und Arbeit in das Projekt gesteckt. Alle sind voller Tatendrang und Zuversicht, das alte Gebäude wieder in Schuss zu bringen. Neben den vieren gibt es fünf weitere Gründungsmitglieder, etwa 50 Interessierte wollen für 36 Euro Jahresbeitrag dem Verein beitreten.

Unterstützung kann die Gruppe sehr gut gebrauchen. Um weitere Förderer zu mobilisieren, lädt der Verein für eine Informationsveranstaltung am Sonnabend, 1. April, ab 13.30 Uhr in die Sudweyher Raiffeisenstraße 11 ein. Anschließend an ein kurzes Grußwort der Gemeinde folgt um 13.45, 15 und 16 Uhr ein Vortrag zum Konzept und zur Umsetzung des Projektes im Feuerwehrhaus. Besichtigungen des Bahnhofsgebäudes sind bis 18 Uhr möglich. Vor Ort wird auch die erste Künstlerin, Uta Peters, ihre Bilder in den noch unfertigen Räumen zeigen und dabei von der Band „La Banda Yolanda“ begleitet. Zehn Prozent von jedem verkauften Bild spendet Peters dem Sudweyher Bahnhof.

Auch der Pingelheini wird Gäste an diesem Tag zum Bahnhof bringen. Um 14.30 Uhr fährt er in Leeste, um 14.40 Uhr in Kirchweyhe und um 14.45 Uhr in Sudweyhe los. Um 16.30 Uhr geht es dann wieder zurück, der Erlös der Fahrkarten kommt ebenfalls dem gemeinnützigen Projekt zugute. Alle Spenden fließen zunächst in die Sanierung des Bahnhofes, später dann in den laufenden Betrieb. Wer sich weiter über den Verein und sein Vorhaben informieren möchte, findet Informationen auf der Seite www.sudweyher-bahnhof.de.

„Wir wollen hier keine Kneipe, sondern einen Treffpunkt einrichten.“ Andreas Gründemann
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