Ringmarer Künstler Majanne Behrens und Jürgen Stahmann gehen neue Wege Vom Hoftheater zum Unternehmen

Bassum-Groß Ringmar. Die freiberuflichen Künstler Majanne Behrens und Jürgen Stahmann aus Ringmar gründeten 1997 das Kleine Hoftheater. Bis 2008 war es eine bekannte Adresse für Projekte mit verschiedenen sozialen Inhalten. Doch die finanziellen Probleme wurden zu groß.
16.06.2010, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Julia Soostmeyer

Bassum-Groß Ringmar. Die freiberuflichen Künstler Majanne Behrens und Jürgen Stahmann aus Ringmar gründeten im Jahr 1997 das Kleine Hoftheater. Bis 2008 war es eine bekannte Adresse für Projekte mit verschiedenen sozialen Inhalten und Schwerpunkten. 'Jahrelang haben wir es geschafft, das Hoftheater mit Leidenschaft und Überzeugung zu führen, doch die finanziellen Probleme wurden zu groß', erzählt Majanne Behrens. Aufgeben war aber auch keine Lösung.

Mit dem Anspruch, Menschen zu Neuem zu bewegen und von einseitigem Denken abzulenken, wurde das Kleine Hoftheater in den 90er Jahren gegründet. Die Vermittlung von ländlicher Kultur und die aktive Arbeit mit ebendieser standen im Mittelpunkt. So unterschiedlich die Aktionen waren, so unterschiedlich waren auch die Teilnehmer: junge und alte, behinderte und nicht-behinderte Menschen wurden in die Projekte einbezogen. Das Engagement des Künstlerpaares zahlte sich aus, der eine oder andere Kulturpreis ging an die beiden.

Ende bei der Preisverleihung

Mit der Kulturpreisverleihung 2008 gab die Künstlerin, die auch als Schauspielerin, Musikerin und Theaterpädagogin aktiv ist, das Ende des Hoftheaters bekannt. 'Geglaubt hat das niemand und deshalb weiß bisher auch kaum jemand, dass das Theater wirklich Vergangenheit ist', erzählt Behrens. Die finanziellen Probleme seien aber keinesfalls ein Grund für das Duo gewesen, ganz aufzuhören. So bildeten die beiden kurzum eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH), die nach dem letzten Projekt des Hoftheaters benannt wurde: Kranichschreie - Sinnstiftung und kreatives Handeln GmbH.

Zu dem Namen ist die Gesellschaft nicht ohne Grund gekommen: 'Kraniche fliegen über Grenzen hinweg und sind frei. Sie rasten derzeit auf dem Land und kümmern sich behutsam um ihre Jungen', beschreibt Behrens das Tier. Das gelte auch für die Projekte des Unternehmens. Stahmann und Behrens arbeiten mit Jugendlichen, Kindern, Senioren und behinderten Menschen zusammen. Sie wollen den Menschen über Grenzen helfen und sie somit freier werden lassen, so der Anspruch.

Der Weg, eine GmbH zu gründen, war lang, erzählt Majanne Behrens: 'Uns wurden alle Steine in den Weg gelegt, die man finden konnte.' Das erste Problem hätte dabei das Startkapital dargestellt, was aber durch den Verkauf eines Projektes, das nie gefördert wurde, aufgebracht werden konnte. 'Das war reine Glückssache. Ich hätte nicht gedacht, dass sich dafür noch jemand interessiert', erzählt Behrens.

Für den Geschäftsplan und andere Grundlagen war dann Jürgen Stahmann zuständig. 'Alles wurde nachgefragt, auch eher belanglose Sachen', erzählt der Künstler und Pädagoge. Hinzukam, dass die Mischung der Aktivitäten sehr ungewöhnlich erschien und es somit noch länger dauerte, bis alles geprüft war.

Seit Kurzem im Handelsregister

Kurz vor dem Eintrag dann das Missgeschick: Ein Mitarbeiter des Amtsgerichts strich das Wort 'Sinn' aus dem Namen Sinnstiftung und kreatives Handeln GmbH. Dieses scheinbar kleine Wort trage aber eine große Bedeutung: 'Man muss den Sinn einer Sache immer für sich erkennen', erklärt Behrens den Wortteil.

Doch jetzt ist es geschafft und die GmbH ist seit Kurzem ein im Handelsregister eingetragenes Unternehmen. Gleichzeitig haben sich die Möglichkeiten der Unterstützung erweitert. Es können neue Förderanträge gestellt werden und Partnerschaften zu anderen gemeinnützigen Unternehmen aufgebaut werden. 'Als Subunternehmer hatten wir nicht den gleichen Stellenwert wie jetzt mit der Gesellschaft', sagt Behrens. Die Freude über den ersehnten Abschluss der Gründung sieht man beiden Beteiligten an. Alleinige Gesellschafterin ist Majanne Behrens, da das weitere Anträge erleichtere.

Nun steht also dem Neustart nichts mehr im Weg - und auch neue Projekte sind bereits in Planung. Majanne Behrens:'Vorher wurden viele nicht genehmigt, denn die Zielsetzungen wurden oft nicht oder falsch verstanden, aber nun ist es einfacher, Aktionen durchzusetzen.'

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