Insolvenz überwunden Waßmann ist gerettet

Waßmann hat es geschafft: Im Juli musste die Installations-Firma Insolvenz anmelden, ab November soll es unter einem leicht geänderten Namen weitergehen – und mit neuer Ausrichtung.
27.10.2017, 17:26
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Von Stephen Kraut

Stuhr-Brinkum. Schwere Monate liegen hinter der Firma Waßmann: Aufgrund einer Fehlkalkulation eines Großprojektes rutschte die Installations-Firma in die Insolvenz. Das war im Juli. Nun können Insolvenzverwalter Berend Böhme und Inhaber Thorsten Waßmann aber vermelden: Die Insolvenz ist zum 1. November Vergangenheit.

„Es wird eine neue Unternehmung geben“, stellt Waßmann die entsprechenden Pläne vor. Aus der Waßmann GmbH wird dann die Waßmann Wärme Wasser GmbH. „Aber es bleiben die selben Räume, wir sind unter der selben Telefonnummer zu erreichen und es bleiben die selben Mitarbeiter“, betont der Chef. Vier Kündigungen habe es zwar gegeben – zwei in der nun verschlankten Verwaltung, zwei bei den Facharbeitern. „Aber es gab kein böses Blut“, versichert Böhme. Waßmann ergänzt: „Die Facharbeiter haben das 60. Lebensjahr bereits erreicht, und eine neue Firma mit neuer Orientierung bedeutet auch eine Menge körperlicher Arbeit. Die beiden haben auch neue Berufe in Aussicht“, so Waßmann. Die neue Orientierung soll so aussehen, dass man sich künftig auf Wartung, Instandsetzung und Renovierung von bestehender Haustechnik konzentrieren will. „Die Installation bei Neubauten werden wir künftig nicht mehr machen“, sagt er.

Dass die Rettung des Traditionsunternehmens so gut funktionierte, habe vor allem an der Treue von Mitarbeitern und Kunden gelegen, sind sich Böhme und Waßmann einig. „Wir haben auch mit anderen Interessenten verhandelt“, informiert der Insolvenzverwalter. „Aber die Mitarbeiter haben sich klar dafür ausgesprochen, bei Waßmann zu bleiben.“ Vorteile wie Kündigungsschutz nach langer Dienstzugehörigkeit würden auch übernommen. Ebenso sei bei den Kunden und Lieferanten großes Vertrauen spürbar gewesen, dass die Firma gerettet werden kann. „Ein Unternehmen ohne Mitarbeiter ist nur eine Hülle, und wenn es keine Kunden mehr gibt, brauche ich keine neue Firma“, betont Böhme die Wichtigkeit dieser Faktoren.

Der Insolvenzverwalter lobt das von Waßmann und einem Unternehmensberater ausgearbeitete Konzept, sich vor allem auf die bestehenden Kunden der Region zu konzentrieren. „Das zeigt eine Kontinuität, die heutzutage selten geworden ist“, glaubt er. Waßmann ergänzt: „Die Kunden kennen unsere Mitarbeiter zum Teil seit Jahrzehnten. Da herrscht eine ganz wichtige Vertrauensbasis.“ Und eben darauf wolle man sich jetzt konzentrieren. Böhme verwendete in den vergangenen Monaten gerne den Begriff „Waßmann 2.0“, wie er selbst erklärt.

Das Konzept und die Bereitschaft der Mitarbeiter – 16 werden in der neuen Firma beschäftigt sein – hatten dann auch die Gläubiger überzeugt. Die mussten Abstriche bei ihren Forderungen machen. Wie viel das genau ist, kann Böhme noch nicht sagen.

Für die Zukunft plant Waßmann, den eingeschlagenen Weg zu festigen. „Das bedeutet auch, die Mitarbeiter weiter entsprechend schulen zu lassen“, nennt er einen Punkt. Überlegungen, vielleicht selbst auszuscheiden, gab es laut dem Inhaber auch – ganz zu Beginn. „Wenn der Punkt erreicht ist, dass man in die Insolvenz gehen muss, macht man emotional viel durch“, sagt er. „Aber ich habe schnell für mich festgestellt, dass ich weitermachen möchte“, so Waßmann. Geholfen habe auch viel positive Energie der Kunden – und eben der Mitarbeiter.

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