Der Interkulturelle Chor Stuhr beteiligt sich am „Tag der Begegnung“ am 27. Februar Wenn „Bruder Jakob“ verbindet

Stuhr-Brinkum. Ob ein südafrikanisches Begrüßungslied, die somalische Nationalhymne oder der internationale Kanon „Bruder Jakob“– das Repertoire des Interkulturellen Chores Stuhr ist äußerst abwechslungsreich. Vier Proben hat der Ende des vergangenen Jahres gegründete Chor inzwischen absolviert und der erste öffentliche Auftritt steht bevor: beim Interkulturellen Tag der Begegnung.
20.02.2016, 00:00
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Von Femke Liebich

Ob ein südafrikanisches Begrüßungslied, die somalische Nationalhymne oder der internationale Kanon „Bruder Jakob“ – das Repertoire des Interkulturellen Chores Stuhr ist äußerst abwechslungsreich. Vier Proben hat der Ende des vergangenen Jahres gegründete Chor inzwischen absolviert und der erste öffentliche Auftritt steht bevor: beim Interkulturellen Tag der Begegnung.

Sie kommen aus Somalia, Eritrea, dem Libanon und aus Stuhr, und sie verbindet eine gemeinsame Leidenschaft: die Musik. „Die Resonanz war von Anfang an sehr gut – wir hatten zwischenzeitlich schon 60 Teilnehmer“, freut sich Bettina Schmidt, die gemeinsam mit Britta Eidens die Chorleitung übernommen hat. Im Vorfeld haben die beiden musikalischen Leiterinnen bereits eine Sammlung aus etwa 25 bekannten, internationalen und modernen Liedern zusammengestellt, die sie nun nach und nach mit den sangesfreudigen Frauen und Männern einstudieren. „Wir freuen uns nicht nur darüber, dass so viele unterschiedliche Nationalitäten hier vertreten sind, sondern auch über die breite Altersstruktur von Teenagern bis Senioren“, sagt Britta Eidens.

Musik verbindet Nationalitäten – diese Tatsache wird beim Interkulturellen Chor Stuhr schnell deutlich. Denn selbst, wenn die Sprachbarrieren vorhanden sind, so finden die Einzelnen doch über die Noten und die Musik ihre gemeinsame Sprache. „Noten lesen zu können ist allerdings keine Voraussetzung, da wir jedes Stück vorsingen. Wir halten uns zunächst noch an einfache Lieder, die übers Ohr gelernt werden können“, erklärt Bettina Schmidt ihre Vorgehensweise. Zu ihrem Repertoire zählen unter anderem traditionelle deutsche Lieder, die zur Jahreszeit passen, wie etwa „Schneeflöckchen“ oder „Winter adé“ und internationale Stücke, die teilweise von den Teilnehmern selbst vorgeschlagen werden. Als Klassiker hat sich inzwischen der Kanon „Bruder Jakob“ herausgestellt, da dieser bekanntlich in den unterschiedlichsten Sprachen gesungen werden kann.

Seinen ersten Auftritt hat der Interkulturelle Chor jetzt der Initiatorin des Ganzen, Fathma Atenhahn, zu verdanken. In ihrer neuen Funktion als Koordinatorin der Flüchtlingsarbeit in der Gemeinde Stuhr organisiert sie erstmals den Interkulturellen Tag der Begegnung. Dieser findet am Sonnabend, 27. Februar, von 13 bis 18 Uhr in der Mensa der KGS Brinkum (Brunnenweg 2) statt. „Mit dieser Veranstaltung möchten wir allen Stuhrern einen Einblick in die kulturelle Vielfalt unserer Gemeinde geben“, verrät die engagierte Organisatorin. In Form einer Messe werden an diesem Tag die unterschiedlichsten Nationalitäten mit eigenen Ständen präsentiert. „Jede Gruppe hat ein Plakat erstellt und stellt ihr Land mit einigen Informationen und kulinarischen Spezialitäten vor“, ergänzt Fathma Atenhahn. Allerdings weist sie darauf hin, dass es sich nicht um reine Veranstaltung ausschließlich von und für Flüchtlinge handelt, „es sind beispielsweise auch Spätaussiedler angesprochen“. Vertreten sein werden unter anderem die Länder Syrien, Somalia und Russland. Neben den internationalen Ausstellern präsentieren sich zudem verschiedene Vereine, Verbände und Institutionen wie das Mehr-Generationen-Haus, das Flüchtlingsnetz Stuhr und das Haus am Wall. „Wir werden außerdem Aktionen wie ein gemeinschaftliches Strick-Projekt oder Graffiti-Sprayen und eine Kinderbetreuung anbieten“, kündigt die Organisatorin an. Ein unterhaltsames und musikalisches Rahmenprogramm mit internationalen Beiträgen in Form von Liedern und Gedichten soll den geplanten Ablauf abrunden. Im Laufe des Tages wird dann auch der Interkulturelle Chor Stuhr das erste Mal in der Öffentlichkeit auftreten. Laut den Chorleiterinnen sind für diesen Auftritt voraussichtlich vier Lieder geplant. So möchten sie das südafrikanische Begrüßungslied „Sana Sananina“, das arabische Stück „Assalam Alaikum“, das schwedische Abschiedslied „Vem kann segla“ und natürlich „Bruder Jakob“ zum Besten geben. Wer nach diesem Auftritt ebenfalls Lust hat, sich dem Interkulturellen Chor Stuhr anzuschließen, der kann unverbindlich bei der nächsten Chorprobe am 16. März vorbeischauen. Der Chor trifft sich jeden dritten Mittwoch im Monat um 19.30 Uhr im Gemeindehaus der evangelischen Kirche in Brinkum.

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