Hauke Kranz nimmt mit Friedrich Thein ihre erste CD auf, die Fans im März kaufen können

Wenn das Klavier bei Balladen „singt“

Syke/Stuhr. Gelungene Premiere: Zum ersten Mal hat die Syker Pianistin Hauke Kranz eine CD produzieren lassen, zum ersten Mal hat sie mit Friedrich Thein zusammengearbeitet. Doch beide wirken schon wie ein routiniertes, eingespieltes Team, sind vom Ergebnis der Musikproduktion begeistert.
04.01.2017, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Dominik Flinkert
Wenn das Klavier bei Balladen „singt“

Friedrich Thein richtet das Mikrofon für Pianistin Hauke Kranz ein.

UDO MEISSNER

Syke/Stuhr. Gelungene Premiere: Zum ersten Mal hat die Syker Pianistin Hauke Kranz eine CD produzieren lassen, zum ersten Mal hat sie mit Friedrich Thein zusammengearbeitet. Doch beide wirken schon wie ein routiniertes, eingespieltes Team, sind vom Ergebnis der Musikproduktion begeistert. „Man wird auch süchtig, du machst so wunderbare Musik“, lobte Produzent Thein die Pianistin. Damit meint er die romantischen Klavierballaden, von denen zehn bis zwölf im März auf der CD „An new Dawn“ erscheinen. Auf Deutsch könne der Titel mit „Eine neue Dämmerung“ oder „Ein neuer Tag“ übersetzt werden, erläutert Kranz.

Die Piano-Songs ähneln den Kompositionen „Lieder ohne Worte“ von Felix Mendelssohn Bartholdy. Die Melodien haben Kranz zufolge eines gemeinsam: Der Zuhörer solle das Gefühl bekommen, dass „das Klavier singt“. Und dieses Gefühl dürfte wirklich jeder bekommen, denn der D-Flügel von Blüthner klingt imposant. „Das Klavier kann locker einen Raum mit 2000 Zuhörern füllen“, betont Thein. Kranz sagt, für sie habe es eine große Bedeutung, dass das, was sie berührt, auch beim Zuhörer ankommt. Und vor allem sei dabei Thein für sie eine große Hilfe. „Er begleitet mich so, als wenn er mitspielt“, sagt die 52-Jährige.

Zur guten Zusammenarbeit dürfte auch der Arbeitsort beigetragen haben. Das Tonstudio, das durch den Umbau einer alten Scheune in Stuhr entstanden ist, wirkt gemütlich. Es gibt eine Galerie, in die sich die Künstler zwischendurch zurückziehen können. Kranz und Thein verstanden sich so gut, dass sie auch gemeinsam zu Mittag aßen. Darum plant Kranz bereits eine weitere CD mit Thein. Auch Konzerte wolle sie organisieren, kündigt die freiberufliche Musikerin an.

Dass Kranz von Theins professioneller Arbeit angetan ist, ist gut nachvollziehbar: Schließlich hat der 64-Jährige nach eigenen Angaben sogar für Star-Geiger David Garrett, Götz Alsmanns Nachtmusik und Die Jungen Tenöre produziert. Zuletzt war Thein für die Übertragung eines Neujahrskonzerts in Münster verantwortlich, dass im Radio beim Deutschlandfunk gesendet wurde. Demnächst nimmt Thein Lieder mit Sibylle Kynast von der bekannten Band City Preachers auf. Die Band war die erste Folklore-Gruppe, die es in Deutschland gab.

Tonmeister Thein sagt, einige Künstler kämen schon seit 33 Jahren zu ihm. Von vielen weiß er, dass sie ihre mit ihm produzierte CD mindestens seit zehn Jahren verkaufen. Sein Erfolgsrezept beschreibt er so: „Töne aufnehmen kann jeder. Der Beruf ist, das Handwerk zu beherrschen, aber auch den Menschen als Ganzes wahrzunehmen.“

Ob Musikfans die CD zum Preis von 20 Euro nur bei Kranz oder auch im Handel kaufen können, ist dabei noch unklar. Fest steht allerdings schon länger, dass die Musikerin mithilfe eines erfolgreichen Crowdfunding 4683 Euro zusammenbekommen hat. Die Idee reifte, weil Kranz nach ihren Herzensliederkonzerten und von ihren Kunden viel positive Resonanz zu ihrer Musik erhielt. Mit dem Geld kann sie die Produktionskosten ihrer CD finanzieren. Als Gegenwert für die Unterstützung kündigte Kranz an, dass sie Klavierunterricht erteilen, drei Menschen einen persönlichen Piano-Song widmen und bei einem Wohnzimmerkonzert spielen will.

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