Madda und Kede präsentieren szenische Lesung auf Missingsch Wenn selbst deftige Worte freundlich klingen

Stuhr-Brinkum. Madda und Kede sind Putzfrauen und Expertinnen für Bremer Missingsch, einer Mischung aus Hochdeutsch, Platt und Französisch. Klingt erst einmal verwirrend, ist aber gut zu verstehen.
11.12.2014, 00:00
Lesedauer: 1 Min
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Von Ina Friebel

Madda und Kede sind Putzfrauen und Expertinnen für Bremer Missingsch, einer Mischung aus Hochdeutsch, Platt und Französisch. Klingt erst einmal verwirrend, ist aber gut zu verstehen. Ein Beispiel: „Ischa Freimaak!“ ist ein missingscher Ausdruck.

Christina Jocker alias Kede und Christine Bongartz alias Madda sind am Dienstag, 16. Dezember, zu Gast in der Backstube des Mehr-Generationen-Hauses (MGH) in Brinkum. Von 18 bis 20 Uhr beschäftigen sich die beiden mit den alltäglichen Problemen der Vorweihnachtszeit.

„Wir wollten eine szenische Lesung für unser erwachsenes Publikum entwickeln. Da sind uns Madda und Kede begegnet“, berichtet Christine Bongartz über die Entstehungsgeschichte. Ursprünglich wurden die Kolumnen der Autorin Ada Halenza auf Radio Bremen gesendet und von 1947 bis 1956 einmal wöchentlich im WESER-KURIER veröffentlicht. „Die Autorin hat den Bremern aufs Maul geguckt – was man sich so zu erzählen hat, wenn man über den Gartenzaun schnackt“, erzählt Bongartz. Die Geschichten zeichnen sich vor allem durch ihre Bodenständigkeit aus.

„Wir haben uns außerdem für diese Figuren entschieden, weil sie sich gut für Dialoge eignen“, erläutert Madda. „Wir haben festgestellt, dass jeder Missingsch versteht“, fügt Christina Jocker hinzu. Nur das Sprechen des Dialektes sei nicht so einfach. „Das haben wir uns Schritt für Schritt selbst beigebracht“, so die beiden Hobbyschauspielerinnen. Dabei haben sie gemerkt, dass Missingsch viele Vorteile mit sich bringt. „Selbst die deftigsten Worte hören sich freundlich an“, findet Jocker.

Im Mehr-Generationen-Haus zeigen Madda und Kede die Geschichten „N’ passliches Geschenk“ und „Weihnachten – so simpel wie einfach“. „Dabei geben wir wertvolle Hinweise, was man als Hausfrau zu Weihnachten alles bedenken muss“, so Bongartz.

Musikalisch begleitet werden Madda und Kede vom Cellisten Uwe Frommhertz. Der Eintritt ist kostenlos. Die Künstler freuen sich aber über eine Spende für die Arbeit der Bremer Lese Lust.

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