Der Sudweyher Marten Steppat bringt ersten Roman „Die Schaltkreise der Gnome“ heraus / Morgen Lesung

Wie Heinzelmännchen bei Star Trek

Weyhe-Sudweyhe. So ein ganz banaler, selbst erklärender Buchtitel – nein, das wäre Marten Steppat zu einfach gewesen für sein Erstlingswerk. Dass sich zunächst kaum einer etwas unter „Die Schaltkreise der Gnome“ wird vorstellen können, hat der Autor nach eigenen Angaben beabsichtigt.
16.05.2015, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Wie Heinzelmännchen bei Star Trek
Von Sebastian Kelm

So ein ganz banaler, selbst erklärender Buchtitel – nein, das wäre Marten Steppat zu einfach gewesen für sein Erstlingswerk. Dass sich zunächst kaum einer etwas unter „Die Schaltkreise der Gnome“ wird vorstellen können, hat der Autor nach eigenen Angaben beabsichtigt. Und die Vorstellung, wie die Leute über die Bedeutung rätseln, treibt dem 39-Jährigen aus Sudweyhe ein verschmitztes Grinsen ins Gesicht. Aber natürlich soll die Geschichte kein Geheimnis sein. „Unter Gnomen versteht man ja meistens kleine, runzlige Gestalten“, sagt er. Aber genau das seien sie bei ihm nicht.

Damit verständlich wird, was sich hinter Steppats Gnomen verbirgt, muss man dessen fiktive Welt erklären: Die Handlung des Science-Fiction-Romans mit Fantasy-Elementen – die allerdings erst in den weiteren beiden, noch nicht geschriebenen Teilen der Trilogie zum Tragen kommen sollen – spielt auf dem Planeten Kumono. Deren Bewohner hatten sich einst voll aufs Lernen und Forschen verlegt, sämtliche Arbeit ließen sie von Maschinen erledigen.

Dann kam aber die von Steppat nicht näher benannte „Katastrophe“, die alle Technik unbrauchbar macht. Die Menschen kämpfen seither gegen wilde Wesen ums Überleben. Plötzlich nähert sich ihnen einer der besagten Gnome. „Und sie wissen es nicht besser, als ihn zu zerstören. Erst später entdecken sie, dass es sich um eine Maschine handelt“, führt der Autor aus. Es stellt sich heraus, dass der Gnom ein wiedererwachtes Relikt der Vergangenheit ist, ein Hilfsmittel früherer Tage, das in Vergessenheit geraten ist. Steppat weiter: „Die Gnome waren mal so etwas wie Heinzelmännchen, die zum Beispiel für die Menschen Anlagen gewartet haben.“ Doch was ist der Hintergrund ihrer Rückkehr? Hauptfigur Ion, eine Art Richter der futuristischen Gesellschaft, will es herausfinden. . .

Wobei Steppat betont, dass der Leser mitnichten eine finstere Endzeit-Vision, sondern ein optimistisches Zukunftsbild erwarten sollte. „Ich bin selbst auch eher eine hoffnungsvolle Person“, sagt er. Vielmehr habe er sich bei Star Trek inspirieren lassen, den von ihm so geschätzten Abenteuern des Raumschiffs Enterprise also: „Die Gemeinsamkeit besteht darin, dass es dort und bei mir darum geht, was passiert, wenn eine Welt Egoismus und Kapitalismus beiseite schiebt.“

2000 Wörter am Tag

Steppats Ambitionen als Schriftsteller gehen schon auf sein Kindheit zurück. „Ich habe immer schon geschrieben, irgendwann war ich dann Spielleiter bei Rollenspielen, habe mir komplette Welten ausgedacht“, erzählt er. Die Geschichte von „Die Schaltkreise der Gnome“ hatte Marten Steppat schon lange im Kopf, verfasst hat er sie letztlich in gerade einmal zwei Monaten. „Als ich den Entschluss gefasst hatte, mich an das Buch zu machen, gab es kein Halten mehr. Es musste einfach alles raus“, sagt der hauptberufliche Hypnotiseur und Werbetexter im Nebenerwerb. Wobei er einige seiner ursprünglichen Ideen während des Schreibprozesses noch abgewandelt hat: „Immerhin entwickeln die Charaktere mit der Zeit ein Eigenleben.“ Etwa 2000 Wörter am Tag habe er getippt. „Der nächste Teil wird sicher länger dauern“, meint er.

Seit Ende April ist der in Zusammenarbeit mit der Createspace Independent Publishing Plattform selbst verlegte Auftakt seiner Kumono-Saga im Internet erhältlich – als fast 400 Seiten starkes Taschenbuch oder E-Book. Erst kürzlich hielt Steppat sein erstes gedrucktes Exemplar in den Händen. „Ein tolles Gefühl, obwohl das Cover für meinen Geschmack ein wenig zu dunkel geraten ist“, sagt er.

Zu einer Lesung an diesem Sonntag, 17. Mai, lädt Marten Steppat in die Wassermühle Sudweyhe ein. Er will ab 16 Uhr „Die Schaltkreise der Gnome – Buch 1 der Kumono-Saga“ vorstellen und anschließend mit den Besuchern darüber diskutieren. Der Eintritt ist frei.

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