Trotz des Streits in Bremen über Verlängerungen der Linien 8 und 1 rechnen Gemeinden mit Straßenbahn 'Wir haben Verträge und Vereinbarungen'

Stuhr·Weyhe. Im Bremer Stadtteil Huchting hat sich Unzufriedenheit über die Verlängerung der Linie 1 und der damit einhergehenden Verlängerung der Linie 8 nach Stuhr und Weyhe breit gemacht. Mehr als 1000 Bürger wandten sich an den Petitionsausschuss der Bremischen Bürgerschaft. Trotzdem gehen Politiker in Stuhr und Weyhe sowie die Bremer Straßenbahn AG (BSAG) davon aus, dass die Linie 8 rollen wird.
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'Wir haben Verträge und Vereinbarungen'
Von Markus Tönnishoff

Stuhr·Weyhe. Im Bremer Stadtteil Huchting hat sich Unzufriedenheit über die Verlängerung der Linie 1 und der damit einhergehenden Verlängerung der Linie 8 nach Stuhr und Weyhe breit gemacht. Mehr als 1000 Bürger wandten sich an den Petitionsausschuss der Bremischen Bürgerschaft. Trotzdem gehen Politiker in Stuhr und Weyhe sowie die Bremer Straßenbahn AG (BSAG) davon aus, dass die Linie 8 rollen wird.

Der WESER-KURIER wollte wissen, ob die Verlängerung der Linien auch entkoppelt werden kann: So könnte die Linie 8 auch kommen, wenn die Linie 1 nicht verlängert werden würde, denn die Gleise der Bremen-Thedinghauser Eisenbahn (BTE) verlaufen auch durch Huchting. 'Die beiden Verlängerungen sind in gewisser Weise gekoppelt', erklärte Jens-Christian Meyer, Pressesprecher der BSAG. Schließlich brauche man ein Zuwegung für die Linie 8. Die würde durch die Verlängerung der Gleise für die Linie 1 zwischen Roland-Center und dem Stadtrand entstehen. Den durch Huchting verlaufenden BTE-Gleisen traut Meyer nicht so recht über den Weg. 'Die Gleise müssten erneuert werden. Zudem müsste auch eine Gleisverbindung in Höhe des Willakedamms zum Roland-Center gebaut werden.' Überdies würden die BTE-Gleise da verlaufen, wo nicht unbedingt viele Menschen wohnen. 'Die Bahn soll aber da fahren, wo sie Menschen erreicht', sagte Meyer.

Doch die Frage der Entkopplung der beiden Projekte stellt sich laut Meyer auch gar nicht. 'Es gibt einen Beschluss der Bürgerschaft, die Linien zu verlängern. Der Petitionsausschuss prüft jetzt lediglich, ob das Verfahren ordnungsgemäß über die Bühne gegangen ist.'

Annette Yildirim, stellvertretende Ortsamtsleiterin in Huchting, sieht die Frage einer Entkoppelung jedoch durchaus: 'Das ist nie geprüft worden.' Die Verlängerung der Linie 1 ist für sie ein 'Irrsinn'. Die Linie8 hingegen könne einspurig durch Huchting rollen. 'Das wäre sinnvoll, der Platz ist da.' Mann müsse dann nur eine Gleisverbindung von den BTE-Schienen zum Roland-Center über die Kirchhuchtinger Landstraße bauen. 'Da je Richtung nur alle 20 Minuten eine Bahn fahren soll, würden die Ampeln auf der Kirchhuchtinger Landstraße auch nicht für ein Chaos sorgen.' Außerdem bräuchte man keine riesigen Haltestellen.

Yildirim stößt sich überdies an den Gesamtkosten, die von ursprünglich 28,3 Millionen Euro auf rund 80 Millionen Euro gestiegen seien. Das Argument lässt BSAG-Sprecher Meyer jedoch nicht gelten: 'Die erneute Standardisierte Bewertung hat gezeigt, dass das Projekt nach wie vor wirtschaftlich und somit zuschusswürdig ist', entgegnete Meyer. Der Stuhrer Bürgermeister Cord Bockhop will sich in Sachen Entkoppelung der Projekte nicht äußern. 'Ich mische mich nicht in Bremer Belange ein', so der Verwaltungschef. Durch den Streit in Bremen sehe er das Projekt jedoch nicht gefährdet. 'Wir haben Verträge und Vereinbarungen mit der BSAG.' Auch eine Verzögerung des Projekts hält er für unwahrscheinlich. 'Wenn es bei der BSAG Probleme gegeben hätte, hätten wir das mitbekommen.' Stuhr jedenfalls stehe in den Startlöchern. 'Wir können im nächsten Jahr die Planungen umsetzen und 2012 bauen, sodass die Bahn im vierten Quartal des Jahres 2013 fahren kann.' Zurzeit laufe die sogenannte

Technisch-wirtschaftliche Prüfung durch das Land Niedersachsen, das als Fördergeldzahler mit im Boot ist. Weyhes Bürgermeister Frank Lemmermann setzt in Sachen Straßenbahnverlängerung auch auf den Bremer Umweltsenator Reinhard Loske. 'Ich gehe davon aus, dass er ein Interesse am Ausbau des ÖPNV hat.' Auch Lemmermann sagte, er glaube nicht, dass es trotz des Einschaltens des Petitionsausschusses zu Verzögerungen beim Bau kommt.

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