'Zukunftswerkstatt Europa' an der Brinkumer KGS Wirtschaftskrise nachgespielt

Stuhr-Brinkum. Junge Menschen sollen ruhig mal über den Tellerrand hinausschauen und Europa in den Blickpunkt rücken. Diese Meinung vertritt Heinz Kortejohann und er wandte sich deshalb als Vertreter der Europa-Union und Kreisvolkshochschule an die Kooperative Gesamtschule (KGS) Brinkum. Dort stieß der pensionierte Schulleiter auf offene Ohren.
07.10.2010, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Elke Lutzebäck

Stuhr-Brinkum. Junge Menschen sollen ruhig mal über den Tellerrand hinausschauen und Europa in den Blickpunkt rücken. Diese Meinung vertritt Heinz Kortejohann und er wandte sich deshalb als Vertreter der Europa-Union und Kreisvolkshochschule an die Kooperative Gesamtschule (KGS) Brinkum. Dort stieß der pensionierte Schulleiter auf offene Ohren.

Gemeinsam mit den Schülervertretern Marie Müller und Finn Kortkamp sowie Rosemarie Mücke von der Schulleitung hat er zusammengesessen und Arbeitsgruppen zu den Themen Umwelt und Energie, Wirtschaft und Finanzen aber auch Kultur und Austausch zwischen den Kulturen gegründet. Herausgekommen ist das dreitägige Projekt 'Zukunftswerkstatt Europa', das seit gestern an der KGS über die Bühne geht.

Über seine Intention verriet Kortejohann: 'Wir wollen für Europa etwas tun und durch Informationen und die Auseinandersetzung mit der Sache die europäische Idee den jungen Leuten näherbringen." Ihm gehe es darum, die Vorteile in einem vereinten Europa zu verdeutlichen. 'Viele Dinge, die uns heute betreffen, werden auf europäischer Ebene entschieden', unterstrich Kortejohann.

Um Regeln für Finanzmärkte ging es in der Gruppe mit Politik- und Biologielehrer Matthias Habekost. Ihm zur Seite standen die Finanzexperten Julia Lässig von der Deutschen Bank sowie vom Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Bremer Universität Professor Stefan Traub sowie der wissenschaftliche Mitarbeiter Fabian Paetzel. 'Wir werden jetzt ein kleines Spiel machen und simulieren, wie eine Finanzmarktblase entsteht', erklärte Habekost den aufmerksam lauschenden Schülern.

Die Wirtschaftswissenschaftler aus Bremen teilten die Anwesenden in Gruppen ein. Jedem Händlerteam, das über Wertpapiere und Geld als gleiche Anfangsausstattung verfügte, wurde eine Börsenaufsicht zugeordnet, die sich zur Neutralität verpflichten musste, für die Protokollierung des Handels auf Kontenblätter verantwortlich zeichnete und faule Wertpapiere löschte. In eine Tabelle mit fünf Spalten waren Transaktionsnummer, Verkaufspreis, Kaufpreis, Anzahl von Wertpapieren und Kontostand einzutragen. Ein auserkorener Auktionator leitete den Handel. Wertpapiere warfen am Ende jeder Runde eine Dividende ab, deren Summe zuvor festgelegt worden war. 'Jede Handelsperiode dauert genau zwei Minuten, unabhängig davon, ob die Händler ihre Handelsaktionen abgeschlossen haben', erläuterte Paetzel. Für die 18-jährige Laura Janssen stand unabhängig vom Ausgang des Experimentes schon im Vorfeld fest: 'Es interessiert mich schon sehr, wie die Weltwirtschaftskrise entstanden ist.'

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