Patricia Ehlers aus Sudweyhe Zu Auftritten fährt sie mit dem Bus

Mit der Osterwiese beginnen für Miss Freimarkt Patricia Ehlers aus Sudweyhe wieder die Verpflichtungen.
28.03.2015, 00:00
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Zu Auftritten fährt sie mit dem Bus
Von Sebastian Kelm

Es wird wieder mal ein großer Tag im Leben von Patricia Ehlers, und ausgerechnet jetzt hat sie nach eigenen Angeben einen „Bad Hair Day“. Trotzdem ist die 20-jährige Sudweyherin wenige Stunden vor der Eröffnung der Osterwiese in Bremen, dem kleinen Freimarkt also, ganz entspannt – und alles andere als eitel. „Ach, das mit der Frisur klappt irgendwie schon“, sagt die amtierende Miss Freimarkt lachend und winkt ab. Geschminkt hat sie sich schon selbst, bald will sie zu ihrer nächsten repräsentativen Aufgabe in die Hansestadt fahren. Abgeholt wird sie nicht etwa mit der Limo. Sie nimmt – ganz bodenständig – den Bus.

Als sie im Oktober gerade erst frisch gekürt war, habe sie sich noch mehr gestresst, intensiver vorbereitet. An ihre Anfänge als Miss Freimarkt erinnert sie sich – jetzt praktisch zur Halbzeit ihrer Amtszeit – noch gut. „Ich wollte das schon werden, als ich das erste Mal eine Miss beim Umzug gesehen habe“, erzählt sie. Für 2013 hatte sie die Bewerbungsphase verpasst, 2014 war es dann soweit: Bei einer Online-Abstimmung landete sie unter den ersten Drei, wurde vor die Freimarktsjury eingeladen – und wusste durch ihr lockeres Auftreten zu überzeugen. Dass sie ausgewählt wurde, wollte man ihr telefonisch mitteilen. Allerdings saß die angehende Abiturientin da gerade im Unterricht in der Freien Evangelischen Bekenntnisschule in Bremen-Habenhausen. „In der Fünfminutenpause habe ich dann zurückgerufen und bin danach raus auf den Schulhof, um vor Freude zu schreien“, sagt sie.

Dann die Volksfest-Wochen. „Ich war quasi jeden zweiten Tag da“, sagt Patricia Ehlers. Ausgestattet mit Krone und Schärpe begleitete sie Empfänge im Bayernzelt, lächelte vor Kameras, gab Interviews. Auch im Radio war sie zu hören – aber nur sehr schlecht. Der Grund: eine fiese Kehlkopfentzündung. „Ich konnte kaum reden“, sagt sie und ergänzt: „Aber bislang ist anscheinend jede Miss Freimarkt mal krank geworden.“

Bereut habe sie ihre Kandidatur und Wahl nie – wenngleich sich vieles für sie verändert habe. Nie habe sie etwa gedacht, auch erkannt zu werden, wenn sie zum Beispiel in Halle 7 ohne Kleid und offizielle Mission unterwegs ist. „Inzwischen werde ich eigentlich immer angesprochen, wenn ich feiern gehe“, berichtet Patricia Ehlers. Und dann sind da natürlich noch die Neider. Aber Missgunst vor allem unter Frauen kenne sie bereits.

Beim Bremer Weihnachtsmarkt waren ihre Dienste gefordert, beim Sechstagerennen durfte sie den Siegern Blumensträuße überreichen. Kürzlich war sie dann mit der Delegation aus der Hansestadt bei der Tourismusmesse ITB in Berlin. Was während und nach der Osterwiese alles auf sie zukommt, wisse sie noch gar nicht so genau, viele Einladungen erhalte sie aber recht kurzfristig.

In jedem Fall wird sie Mitglied der Jury sein, die ihre diesjährige Nachfolgerin wählt. Wer auch immer das sein wird, Patricia Ehlers hat schon ein paar Tipps parat: „Man sollte sich warm anziehen und auf hohen Schuhen laufen können, die Bürgerweide ist ziemlich holprig. Und man sollte mit betrunkenen Menschen umgehen können.“ Zu später Stunde werde man eben oft „angemacht“, wisse sie aus leidiger Erfahrung. Nicht schüchtern zu sein, sei ebenfalls eine wichtige Voraussetzung.

Wenn sie dann im Herbst abgelöst ist, würde Patricia Ehlers gern weiter modeln. „Heidi Klum wäre ich aber wohl zu klein“, meint sie. Kommende Woche aber werde sie für einen Bekannten ihr Laufstegdebüt geben – „wenn ich bis dahin Schuhe finde, die mich auf 1,80 Meter bringen“. Ansonsten will sie nach dem Abi jobben, als Zumba-Trainerin arbeitet sie nebenbei bereits. Und später möchte sie Medien- und Kommunikationswissenschaften oder am liebsten Wirtschaftspsychologie studieren.

Ihre Noten, so sagt sie, hätten unter Titel und Terminen jedenfalls kaum gelitten. An ihrer Schule habe sie auch viel Unterstützung erfahren. „Ein Zeitungsartikel über mich soll sogar im Lehrerzimmer hängen“, sagt sie und wird ein bisschen rot dabei, als sei es ihr unangenehm.

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