Konzert mit Gerd Bastigkeit und Franz Powalla im Glashaus / Stücke von Jimi Hendrix und Muddy Waters Zwei alte Bekannte spielen den Blues

Stuhr-Brinkum. Kalter blauer Dunst erfüllte das Glashaus in Brinkum an der Syker Straße am Freitagabend, was nur passend zu der Stimmung des Abends war. Auf der Bühne standen Gerd Bastigkeit und Franz Powalla, die mit verschiedenen Bluesstücken für den ein oder anderen Seufzer, aber vor allem für viel Applaus sorgten.
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Von ROBERT MÜLLER

Stuhr-Brinkum. Kalter blauer Dunst erfüllte das Glashaus in Brinkum an der Syker Straße am Freitagabend, was nur passend zu der Stimmung des Abends war. Auf der Bühne standen Gerd Bastigkeit und Franz Powalla, die mit verschiedenen Bluesstücken für den ein oder anderen Seufzer, aber vor allem für viel Applaus sorgten.

Der ehemalige Berliner Franz Powalla, der heute in Bremen lebt, begleitete Gerd Bastigkeit aus Weyhe an diesem Abend an der Gitarre, während Bastigkeit mit seiner Stimme und am Keyboard den Blues rüberbrachte. 'Wir kennen uns jetzt schon seit 20 Jahren', erzählte Bastigkeit, 'aber unsere Wege sind dabei nicht immer parallel gelaufen.'

Powalla steht seit nunmehr 47 Jahren als Musiker auf der Bühne und hat dort einiges erlebt. 'Aus der Bluesszene kenne ich eigentlich alle Größen in Deutschland', verriet Powalla, der in der Berliner Band Lokomotive Kreuzberg mitspielte. In den letzten Jahren setzte sich der Musiker, der schon Filme zusammen mit Ton Steine Scherben gedreht hatte, mehr mit meditativer Musik auseinander.

'Dazu reiste ich viel herum, wie etwa nach Indien oder nach Spanien', so Powalla. Ihm geht es bei der Musik vor allem um die Interaktion mit dem Publikum. 'Die Leute sollen merken, dass man Musik auch in mehreren Dimensionen erleben kann', so Powalla.

Das Publikum zeigte sich derweil von den verschiedenen Nummern mehr als begeistert und klatschte eifrig mit. Gerade die typischen langen Gitarren-, Mundharmonika- und Keyboardsolos sorgten für großen Beifall bei den Bluesfans, von denen sich manche extra für den Abend in ihre schwärzeste Schale geworfen hatten. Aus besonderen Anlässen spielten sie die Nummern 'Red House' von Jimi Hendrix für Gerd Bastigkeits Frau, 'Hoochie Coochie Man' von Blueslegende Muddy Waters für den Glashaus-Besitzer Lutz König und auf Wunsch von Musikerkollege Franz Powalla sang Gerd Bastigkeit das einzig deutsche Stück an dem Abend, eine eingedeutschte Form von Bill Withers Hit 'Ain?t no Sunshine' von Stefan Gwildis mit dem Titel 'Allem Anschein nach bist du?s'. Aber auch mit rockigeren Stücken wie 'Johnny B. Goode' von Chuck Berry begeisterten sie das Publikum.

'Kennengelernt haben wir uns vor 20 Jahren im Piano, einer Bar im Bremer Steintor', erklärte Bastigkeit. Er habe damals als Barpianist gearbeitet, woraufhin Powalla, der dort zu Gast war, ihn angesprochen hatte. 'So hat sich das damals ergeben.' Die meiste Zeit ist er aber mit seiner Band New Jam unterwegs, mit der er auch schon viele Auftritte im Glashaus hatte, welches er zusammen mit Lutz König als Musik-Bar gestaltet hat. 'Vor allem an der Ostsee sind wir sehr oft unterwegs, aber auch in verschiedener Besetzung', so Bastigkeit.

Das zeigt auch schon der Name New Jam, der verdeutlichen soll, dass die Band eher nach einem Bausteinprinzip funktioniert, das sich immer wieder neu anordnen lässt. Das Glashaus, das er selbst mit kreiert hat, gefällt ihm dabei besonders gut. 'Auch wenn wir hier leider mitten im Wohngebiet sind und die Konzerte nur bis 22 Uhr gehen können', räumte er ein.

Auch eigene Stücke von Gerd Bastigkeit oder Bob Dylans 'Knockin? on Heaven?s Door' durften an dem Abend natürlich ebenso wenig fehlen wie weitere Klassiker von Hendrix und Eric Clapton.

'Ganz besonders freue ich mich aber auf ,Purple Rain? von Prince', so Bastigkeit. Bei so einem abwechslungsreichen Repertoire und dem stimmungsvollen Publikum konnte der Abend auch nur ein voller Erfolg werden.

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