Partnerfiliale der Deutschen Post Zwei Quadratmeter - frei ab Mitte Februar

Weyhe. Die Anzeige ist bereits geschaltet. Am Sonnabend stand im WESER-KURIER, dass die Deutsche Post neue Mitarbeiter sucht. 'VerkaufsmitarbeiterInnen' sowie 'FilialmitarbeiterInnen', um ganz genau zu sein. Und zwar für die Filiale in Erichshof, Bremer Straße.
20.01.2010, 16:31
Lesedauer: 2 Min
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Von Nils Hartung

Weyhe. Die Anzeige ist bereits geschaltet. Am Sonnabend stand im WESER-KURIER, dass die Deutsche Post neue Mitarbeiter sucht. 'VerkaufsmitarbeiterInnen' sowie 'FilialmitarbeiterInnen', um ganz genau zu sein. Und zwar für die Filiale in Erichshof, Bremer Straße. Zurzeit arbeitet dort noch Irmtraud Lange - und die ist gar nicht so begeistert vom Vorstoß aus der Zentrale.

Das Geschäft an der Bremer Straße ist eine sogenannte Partnerfiliale. Das heißt, die Post nutzt für ihre Dienstleistungen nur einen kleinen Teil der Ladenfläche eines Geschäftes, das ansonsten andere Produkte anbietet. In diesem Fall Blumen. Irmtraud Lange hat zusätzlich begonnen, Briefe und Pakete in Erichshof anzunehmen. 'Am 18. Februar höre ich auf', kündigt sie an, 'trotzdem ist es noch zu früh, jetzt eine Annonce zu schalten. Die Leute denken ja sonst, dass schon zu ist.'

Die Deutsche Post arbeitet seit geraumer Zeit an dem Projekt, die klassische 'Dorf-Post' auf dem Lande zu neuen Partnerfilialen umzumodeln. Hintergrund ist natürlich das liebe Geld. 'Wir haben mit diesem Konzept gute Erfahrungen gemacht, da wir so unsere Gebäude- und unsere Personalkosten entlasten', erklärt Maike Wintjen, Sprecherin der Post. Das Unternehmen befürchtete, so die offizielle Lesart, auf dem Land immer mehr in den Hintergrund zu rücken, da sich die Handelszentren aus den Ortskernen entfernt haben. 'Wir wollen uns bei diesem Trend schließlich nicht als Letzte einreihen. Das alles muss vor unserem Hintergrund als Wirtschaftsunternehmen gesehen werden', sagt Wintjen. Bis Ende 2011, so die grobe Planung, soll die Umwandlung abgeschlossen sein.

Spätestens dann wird auch die Post in Kirchweyhes Bahnhofstraße eine Partnerfiliale sein. 'Das werden wir sehen. Einen Termin gibt es da im Moment noch nicht. Aber es wird wohl noch irgendwann in diesem Jahr passieren', vermutet ein Mitarbeiter. Eine Vermutung, die vermutlich ins Schwarze trifft. 'Es gibt für diese Filiale zwar noch kein konkretes Arbeitsdatum. Doch irgendwann wird sie natürlich an der Reihe sein', bestätigt Maike Wintjen.

Keine oder zumindest immer weniger 'Gelbe Post' in den kleinen Ortschaften, das sorgt traditionell nicht gerade für Begeisterung. Sprecherin Wintjen weiß um die Stimmung. 'Gerade als wir mit diesem Projekt begonnen haben, ist uns sehr viel Skepsis entgegengeschlagen. Doch es gibt klare Vorteile. So sind die Öffnungszeiten zur Mittagszeit beispielsweise sehr viel kundenfreundlicher', findet sie.

Ein spezielles Problem gibt es noch für die Kunden der Postbank, die in den Postämtern auch Geld abheben konnten. Nur - nicht alle der Partnerfilialen bieten auch einen Postbank-Service an. 'Der Trend geht immer mehr zum Online-Banking. Wenn sich das fortsetzt, könnte es natürlich passieren, dass die Postbank da ganz rausgelöst wird', sagt Maike Wintjen.

Irmtraud Lange bietet auch keinen Postbank-Service an. Zwei Jahre lang hat sie die Partnerfiliale in Erichshof betreut, jetzt wird sie bald in Rente gehen. Ein Nachfolger für den Job auf ' zwei Quadratmetern Geschäftsfläche' (Anzeigentext der Deutschen Post) ist zurzeit noch nicht in Sicht.

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