Juniorwahl im Landkreis Diepholz

Zwischen Mathe und Deutsch an die Urne

Die Großen dürfen erst am 24. September wählen, zahlreiche Schüler haben das bereits getan. Zwölf Schulen aus dem Landkreis Diepholz beteiligen sich an der Juniorwahl, darunter die KGS Leeste.
19.09.2017, 17:42
Lesedauer: 3 Min
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Zwischen Mathe und Deutsch an die Urne
Von Claudia Ihmels
Zwischen Mathe und Deutsch an die Urne

Das Wahllokal auf dem Schulflur: Catharina Stelljes, Maximilian Ahlers und Alex Machmudov übernehmen den Job der Wahlhelfer, Samuel Nejati und Fabian Kehlenbeck nutzen die Pause zum Wählen (von links).

Claudia Ihmels

Landkreis Diepholz. Maximilian Ahlers und seine beiden Mitstreiter kommen mit dem Annehmen der Wahlbenachrichtigungen kaum hinterher. Schnell hat sich vor dem Wahllokal in der Kooperativen Gesamtschule (KGS) Leeste eine Schlange gebildet. Viele Schüler nutzen auch diese große Pause, um bei der Juniorwahl ihre Stimme abzugeben. Ähnliche Szenen wie in Leeste dürften sich jetzt an vielen Schulen in ganz Deutschland abgespielt haben, 3500 Schulen beteiligen sich in diesem Jahr an der Aktion – „ein Rekord“, heißt es vom Berliner Verein Kumulus, der das Projekt seit 1999 organisiert. Aus dem Landkreis Diepholz sind zwölf Schulen dabei.

An der KGS Leeste hatten die Schüler des neunten bis zwölften Jahrgangs wie bundesweit alle anderen Teilnehmer eine Woche lang Zeit, ihre Stimme abzugeben. „Bei der Juniorwahl geht es um das Üben und Erleben von Demokratie“, sagt Annika Nickel, Fachbereichsleiterin GSW (Geschichtlich Soziale Weltkunde). Und das taten die Schüler nicht nur mit dem Gang zur Wahlurne. In allen Klassen, deren Schüler wählen durften, war die Bundestagswahl vorher Thema. Besonders intensiv hatte sich der Politik-Leistungskurs des elften Jahrgangs damit auseinandergesetzt.

Denn diese Schüler übernahmen den Part der Wahlhelfer. „Sie haben die Wählerverzeichnisse angelegt und später die Stimmen ausgezählt, übernehmen damit aktiv Verantwortung und sorgen für einen reibungslosen Ablauf der Wahl“, berichtet Annika Nickel. Für Maximilian Ahlers, Catharina Stelljes und Alex Machmudov aus dem Leistungskurs bedeutet das unter anderem, in einer Pause das Wahllokal zu führen. Die Wahlbenachrichtigungen hatten die wahlberechtigten Schüler bereits einige Tage vorher erhalten. Wer wählen wollte, musste wie bei der echten Wahl die Karte abgegeben und erst, wenn die Wahlhelfer im Wählerverzeichnis den entsprechenden Haken gesetzt hatten, durften sie ihre Stimme abgegeben.

Das funktioniert bei der Juniorwahl allerdings etwas anders als tatsächlich am Sonntag bei der Bundestagswahl. Statt eines Wahlzettels bekamen die Schüler ein Passwort, mit dem sie sich an einem Computer in die Stimmenabgabe einloggen konnten. Der auf dem Bildschirm angezeigte Wahlzettel gleicht dann aber dem tatsächlichen. Der Vorteil bei der digitalen Variante: Die Ergebnisse müssen am Ende nicht ausgezählt werden, das wird automatisch erledigt.

Die drei Wahlhelfer haben unterdessen auch in dieser Pause gut zu tun. „Es sind viele da“, sagt Catharina Stelljes. Lehrerin Annika Nickel ist auch insgesamt mit der Resonanz sehr zufrieden. An vielen Schulen würden die Klassen geschlossen zur Wahl gehen, dass sei an der KGS Leeste anders. „Uns war wichtig, dass die Schüler freiwillig wählen“, betont Nickel.

Fabian Kehlenbeck ist einer der Schüler, die in dieser Pause ihre Stimme abgeben. „Ich habe mir lange Gedanken gemacht, wen ich wähle“, sagt der 18-Jährige. Keines der Wahlprogramme sei komplett zufriedenstellend für ihn. Wen er gewählt hat, will er nicht verraten. Nur so viel: „Es war aus dem Bauch heraus“, sagt Fabian Kehlenbeck. Die Juniorwahl sieht er aber auch als Vorbereitung auf die Bundestagswahl, denn da darf der 18-Jährige auch ganz offiziell erstmals seine Stimme abgeben. Samuel Nejati ist erst 17, bei ihm bleibt es deshalb dieses Mal noch bei der Stimmenabgabe in der Schule. Spannend findet er die Juniorwahl trotzdem: „Mich interessiert besonders, wie das Schulergebnis wird“, sagt er.

Veröffentlicht werden dürfen die Ergebnisse der Juniorwahl erst am Wahlsonntag, 24. September, um 18 Uhr – wenn auch die richtigen Wahllokale schließen. Interessierte können unter www.juniorwahl.de das Gesamtergebnis der Zweitstimmen und die Sieger der Erststimmen nachlesen. Die genauen Schulergebnisse werden nur intern veröffentlicht, da bei Schulen mit wenigen Teilnehmern sonst Rückschlüsse auf das Wahlverhalten leicht nachzuvollziehen wären.

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