Werk-Kunst-Ausstellung am Wochenende im Verdener Rathaus / Nicht nur für Weihnachtsgeschenke

Ätherische Öle und feurige Maserung

Mehr als 20 Künstlerinnen und Künstler präsentierten am Wochenende im Verdener Rathaus ihre Arbeiten. Auch als Weihnachtsgeschenk war einiges dabei, zahlreiche Besucher stöberten an den Ständen.
24.11.2014, 00:00
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Von Andrea Krekemeyer
Ätherische Öle und feurige Maserung

Kunsthandwerkermarkt im Rathaus Verden: Vera Schellhorn aus Hildesheim (r.) bot Schmuck an. Andere Aussteller hatten selbstgemachte Seifen und Kunstgegenstände im Angebot.

Focke Strangmann

Mehr als 20 Künstlerinnen und Künstler präsentierten am Wochenende im Verdener Rathaus ihre Arbeiten. Auch als Weihnachtsgeschenk war einiges dabei, zahlreiche Besucher stöberten an den Ständen.

Wer sich am vergangenen Wochenende die Werk-Kunst-Ausstellung im Rathaus für die weihnachtliche Geschenkesuche ausgesucht hatte, den erwartete an den Ständen der mehr als 20 Aussteller eine große Auswahl: Angefangen bei Kerzen und anderen Dekorationsgegenständen, über handgefertigte Seifen, Textilien und Papeterie-Artikel, bis hin zu Schmuck und verschiedenen, teils saisonalen Accessoires.

Kaum, dass sich die Rathaustür hinter Gudrun Weiß geschlossen hatte, zog ihre Nase sie zum Stand von Astrid Grabe-Meyer, die bei der Herstellung ihrer etwa zwanzig verschiedenen, handgefertigten Seifen in Bioqualität insgesamt neun verschiedene ätherische Öle einsetzt. „Die Hauptkomponenten von Seife sind Fettsäuren, wie sie in Kokosöl, Kakao- und Sheabutter oder auch Olivenöl vorhanden sind, und eine Lauge“, erklärt die gelernte Heilpraktikerin Astrid Grabe-Meyer. „Hinzu kommen noch ätherische Öle und farbgebende oder aromaspendende Zutaten wie gelbe, grüne oder rote Tonerde, Kräuter sowie Mandel- oder Haferkleie.“ Insbesondere die sich in einem leuchtenden lila präsentierende Lavendelseife namens „Nostalgie“ hatte es Gudrun Weiß angetan: „Das sind die idealen Geschenke für meine Freundinnen“, so die 55-Jährige. Diese Seife und die mit Meersalz und Algen versetzte Sorte „La Mer“ liefen in diesem Jahr in Verden besonders gut, berichtet Grabe-Meyer, die all ihre Rezepturen selbst entwickelt hat und hauptberuflich mit der Seifenherstellung beschäftigt ist.

Farbenfroh ging es eine Etage höher am Stand von Maren Krämer zu, die, zum ersten Mal dabei, mit etwa 160 Taschen aus Bremen gekommen ist, wo sie gemeinsam mit einer Schneiderin die aus Tüten oder mit Stoffen hergestellten Taschen fertigt. „Taschen für jeden Anlass, Kultur- und Umhängetaschen, Taschen für Schminkutensilien und welche für den Laptop“, warb sie für ihre nur in kleiner Auflage erschienenen Produkte. „Wer im Besitz eines Lieblings-T-Shirts oder einer Lieblingstüte ist, der kann sie uns auch schicken, und wir arbeiten das Stück zu einem Unikat um.“ In dem Fall komme zu dem Verkaufspreis allerdings ein Obolus hinzu.

Am Stand von Claudia Craemer bot sich den Ausstellungsbesuchern ein ungewöhnlicher Anblick. Als „vom Feuer gemalte“ Vasen, Schalen und Dekorationsartikel bewarb sie ihre dort präsentierten Waren. Wie genau die Maserung und Farbgestaltung vonstatten gehe, erklärt die Künstlerin: „Bei dem sogenannten Rakubrand handelt es sich um eine aus Japan stammende Technik, bei der die Objekte bei circa 1000 Grad dreimal im Ofen gebrannt werden.“ Noch immer rot glühend würden sie anschließend aus dem Ofen genommen und in einen mit brennbarem Material gefüllten Metallbehälter gelegt, in dem sie ihre individuellen Farben erhielten. „Die im Behälter entstehende Rauch- und Feuerentwicklung bewirkt eine teilweise Nachreduktion der Oberfläche. Auch ich werde jedes Mal ein Stück weit von dem Ergebnis überrascht, kann die Musterung nur begrenzt beeinflussen. Den Rest macht das Feuer.“

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