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Aktionsplan gegen Krach

Für die Vermeidung von Einwegbechern und Lärmbelastung hat sich in dieser Woche der Ausschuss für Stadtentwicklung in Verden ausgesprochen.
31.10.2018, 15:12
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Von Marie Lührs
Aktionsplan gegen Krach

Die Eitzer Straße zählt zu den Straßen an denen es besonders laut zugeht.

FOCKE STRANGMANN

Menschen vor Verkehrslärm und dessen Folgen zu schützen, das ist das Ziel einer Initiative der Europäischen Union (EU). Auch Verden ist von dieser Bewegung betroffen und muss nun einen aktualisierten Lärmaktionsplan vorweisen. Einen ersten Einblick in das Papier gewährte Stephanie Thies, die bei der Stadt unter anderem für Stadtentwicklung und -planung zuständig ist, am Dienstagabend im Ausschuss für Stadtentwicklung.

Bereits seit 2003 befasst sich die Stadt mit Verkehrslärm und dessen Einfluss auf die Bewohner der Stadt. Damals wurde „ein sehr flächendeckendes Bild der Lärmbelastung“ gefertigt, erklärte Thies. Da diese Daten nun allerdings nicht mehr aktuell waren und die EU-Vorgabe nach neueren Messwerten verlangte, gab es eine weitere Untersuchung. Da die Zeit drängte, arbeiten die Verantwortlichen zudem mit einer abgespeckten Version. An Hauptverkehrsstraßen, Autobahnen, Landstraßen, Zugtrassen sowie Flughäfen sieht die Regelung eine Lärmmessung vor, auf deren Basis ein Kataster entstehen soll.

Hohe Lärmwerte wurden erwartungsgemäß an der Bremer Straße gemessen, ebenso am Wall und an der Eitzer Straße stadtauswärts. Um den Schallpegel zu senken, beinhaltet der Plan auch Verbesserungsvorschläge. „Der Einbau von Lärm mindernden Asphalt wäre eine Möglichkeit“, nannte Thies ein Beispiel. Auch eine Verringerung der Geschwindigkeit – etwa auf der Bremer Straße zwischen den beiden Kreiseln – wäre eine Option. Schallschutzwände seien im Stadtbereich hingegen eher ungeeignet, möglicherweise jedoch an Teilen der Lindhooper Straße möglich. Abhilfe soll zudem die Förderung von Rad-, Fuß- und öffentlichem Nahverkehr schaffen. Daran arbeite die Stadt bereits, sagte Thies und verwies auf den Ausbau von Radfahrwegen. Anfang Dezember sollen konkrete Maßnahmen bei einer öffentlichen Veranstaltung vorgestellt werden.

Ebenfalls der Umwelt, aber auch den Menschen zugutekommen, soll die Vermeidung von Einwegbechern. Die Gruppe aus Die Linke, Freie Wähler und Bündnis '90/Die Grünen hatte sich bereits im vergangenen Jahr für die Entwicklung eines Mehrwegbechers mit Verdener Logo und ein eventuelles Pfandsystem ausgesprochen. Nun stellte Angelika Revermann vor, was eine Umfrage von Kaffeeanbietern in Verden ergeben hat. „Ich war positiv überrascht“, sagte Revermann, denn die Rücklaufquote war ihrer Meinung nach sehr gut. Von 17 angeschriebenen Betrieben hatten sich elf beteiligt. „Es ist ganz klar, wo die Reise hingeht“, denn neun Befragte befürworteten zwar die Wiederbefüllung von Mehrwegbechern, an einem Pfandsystem besteht jedoch kein Interesse. Das Stadtmarketing plant nun eine Informations- und Werbekampagne zur Vermeidung von Einwegbechern in Kooperation mit den Händlern vor Ort. Als Teil der Aktion soll auch ein wiederbefüllbarer Verden-Becher herausgegeben werden. Außerdem strebt die Stadt an, den Landkreis als zuständige Behörde für Abfallentsorgung sowie die Entsorgungsunternehmen als Kooperationspartner mit an Bord zu holen. Dagegen hatten auch die Versammelten nichts einzuwenden und nickten die Pläne einstimmig ab.

Große Zustimmung gab es außerdem für die Mitgliedschaft im Verein „aboutcities“, einem Netzwerk für den Städtetourismus in Niedersachsen. „Das ist mir wirklich eine Herzensangelegenheit“, betonte Revermann. Bereits 2012 zählte Verden zu einer der 16 Städte, die sich gemeinschaftlich füreinander starkmachen. Aus rechtlichen Gründen musste das Projekt nun allerdings zu einem Verein werden. Der Ausschuss befürwortete einen Beitritt in den Verein zugunsten des Stadtmarketings einstimmig.

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