Aller-Weser-Klinik in Verden Ministerin legt Grundstein für neues Bettenhaus

Grundsteinlegung an der Aller-Weser-Klinik Verden mit Ministerin Carola Reimann und zahlreichen Gästen: Das 38 Millionen Euro teure Großprojekt Bettenhaus wird überwiegend vom Land finanziert.
09.09.2020, 15:48
Lesedauer: 3 Min
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Ministerin legt Grundstein für neues Bettenhaus
Von Andreas Becker

Als der Vorläufer der Aller-Weser-Klinik (AWK) 1892 in Verden am Burgberg gebaut wurde, reichte ein Budget von 114 000 Reichsmark, und der Antrag für eine Förderung aus Hannover belief sich auf 2000 Reichsmark – die damals abgelehnt wurden. Heutzutage kostet das neue Bettenhaus der AWK 38 Millionen Euro, von denen das Land Niedersachsen den Löwenanteil von 30 Millionen Euro übernimmt.

Deshalb konnten zahlreiche Ehrengäste, darunter die niedersächsische Gesundheitsministerin Carola Reimann, an diesem Mittwochmorgen eine verspätete Grundsteinlegung feiern, mit Abstand und Hygieneauflagen. „Die eigentliche Grundsteinlegung war während des Lockdowns, deshalb holen wir sie heute nach“, erklärte AWK-Geschäftsführerin Marianne Baehr. Für die Zeremonie mauerten nacheinander die Ministerin, Landrat Peter Bohlmann, Verdens Bürgermeister Lutz Brockmann (alle SPD) und Marianne Baehr die obligatorische Metallkapsel ein. Sie enthält – neben einer aktuellen Ausgabe der VERDENER NACHRICHTEN – ein Heft zum 125. Jubiläum der Klinik, die Baupläne des Bettenhauses sowie aus aktuellem Anlass eine Mund-Nasen-Schutzmaske.

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Die Corona-Pandemie lieferte den Festrednern auch das eine oder andere Stichwort, um die Bedeutung einer flächendeckenden Gesundheitsversorgung zu betonen. Carola Reimann sagte, für sie sei es die erste Grundsteinlegung unter Corona-Bedingungen. Seit dem ersten niedersächsischen Pandemie-Fall im März sei es der Regierung gut gelungen, die Situation in den Griff zu bekommen. „Ein Kollaps im Gesundheitssystem ist uns auch durch den großen Einsatz in den Krankenhäusern erspart geblieben“, bedankte sich die Ministerin beim anwesenden Klinikpersonal und schlug damit einen Bogen zur AWK. „Seit der bestehende Krankenhausbau 1928 in Betrieb genommen wurde, ist immer wieder angebaut worden. Ein Handlungsbedarf ist also vorhanden, da seit der jüngsten Sanierung in den 1980er-Jahren viel Zeit vergangen ist“, so Reimann.

Wohnortnahe Versorgung

Ziel sei, wirtschaftliche Arbeitsabläufe und eine möglichst gute und wohnortnahe Patientenversorgung zu schaffen. Dazu seien gerade in der Fläche Kooperationen und eine Schwerpunktbildung bei den medizinischen Angeboten gefragt. Die Aller-Weser-Klinik mit ihren beiden Standorten und der Zusammenarbeit mit dem Agaplesion-Klinikum in Rotenburg sei dafür ein gutes Beispiel.

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Landrat Peter Bohlmann nutzte die allgemeine Feierstimmung, um die Bedeutung der Krankenhäuser in kommunaler Trägerschaft zu betonen. „Nur 30 Prozent der Kliniken werden von den Kreisen und Städten getragen, sie halten aber 50 Prozent der Betten vor“, argumentierte Bohlmann. Der Landkreis Verden werde die Aller-Weser-Klinik auch weiterhin unterstützen. Allerdings sei das Finanzierungsmodell der klinischen Leistungen unzureichend und führe neben einigen anderen Faktoren dazu, dass die Einrichtungen von der öffentlichen Hand gestützt werden müssten. Auch der Landkreis helfe der AWK jährlich mit rund vier Millionen Euro aus der Klemme. Allerdings gebe es auch positive Entwicklungen. So ist laut Bohlmann die Anzahl der Behandlungen um 21 Prozent angestiegen, vor allem die Zahl der Geburten sei stark zunehmend. Als Folge seien auch die Erlöse in den vergangenen Jahren um 32 Prozent auf mehr als 60 Millionen Euro angestiegen. Kostendeckend sei die Klinik damit aber noch nicht. Das neue Bettenhaus werde die positive Entwicklung verstärken, zeigte sich Bohlmann zuversichtlich: „Die Zeit der Mehrbettzimmer und Duschen auf dem Flur ist damit vorbei.“

Brockmann: „Historisch“

Verdens Bürgermeister Lutz Brockmann nannte den Tag der Grundsteinlegung „historisch“. „Es braucht das Land, aber es braucht auch das Konzept aus der Region“, sagte er. Damit die Kommunen die neuen Bauwerke auch für mehrere Generationen bewahren könnten, müssten sie im Bereich Gebäudeunterhaltung besser ausgestattet sein, sagte Brockmann und forderte ein höheres Budget.

Abschließend sagte Carola Reimann zu, zum Richtfest wiederzukommen. Dieses wird voraussichtlich im März 2021 gefeiert. In dem Neubau entstehen neben dem OP-Bereich 120 neue Betten. Fertig wird das Großprojekt im Sommer 2022.

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