Geschäftsbericht

Allerbus weitet Zuständigkeit aus

Das Verdener Verkehrsunternehmen übernimmt die Beförderung von Fahrgästen bis zur Kreisgrenze Rotenburg. Außerdem wird der Einstieg in die Elektromobilität vorangetrieben.
09.08.2018, 15:07
Lesedauer: 3 Min
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Allerbus weitet Zuständigkeit aus
Von Andreas Becker
Allerbus weitet Zuständigkeit aus

Dynamisch in die Zukunft: Allerbus weitet die Linienzuständigkeit aus und plant den Einstieg in die Elektromobilität.

Björn Hake

Verden. Bei der Umstellung eines Teiles der Fahrzeugflotte auf Elektromobilität verfolgt Allerbus eine Politik der kleinen Schritte. "Wir fangen klein an und lernen dazu", sagt Henning Rohde, Geschäftsführer der Verdener Verkehrsgesellschaft (VVG), zu der Allerbus behört. Für das Unternehmen habe Anfang August trotzdem eine neue Ära begonnen, sagt Rohde. Denn zum Schulbeginn an diesem Donnerstag hätten sich einige positive Änderungen ergeben.

Zwar bleibt der Fahrplan im Wesentlichen gleich, aber die VVG zeichnet als neuer Betreiber für die Linien 701 und 725 verantwortlich. Die weiteren Linien 711 bis 715 sowie 717 und 718 im Linienbündel Verden-Ost betreibt die VVG auch in den nächsten zehn Jahren weiter. Im Fahrplan seien insbesondere Optimierungen vorgenommen worden, die auf geänderte Unterrichtszeiten reagieren und den Schülerverkehr sicherstellen.

Neu für die VVG ist die Betriebsaufnahme auf der Linie 725 (ZOB – Süderwalsede/Kreisgrenze Rotenburg), ergänzt Nils Wolter-von Deylen, Abteilungsleiter des Kraftverkehrs, die Veränderungen. Diese Linie erschließt ab Verden ZOB weiterhin die Ortschaften entlang der Bundesstraße 215 Dauelsen, Walle und führt über Holtum (Geest) bis zur Kreisgrenze weiter. Ab der Kreisgrenze erfolgt ein direkter Umstieg auf die von der Weser-Ems-Bus betriebene Linie 805 in Richtung Rotenburg sowie in umgekehrter Richtung. "Mit diesem Anschluss bis zur Kreisgrenze haben wir vor allem einen politischen Auftrag umgesetzt", sagt Henning Rohde. Bei der Abstimmung des Fahrplans habe man Wert darauf gelegt, einen nahtlosen Übergang für die Fahrgäste sicherzustellen. "Die Fahrgäste steigen bei uns aus und beim Weser-Ems-Bus ein", sagt der Geschäftsführer. Außerhalb zu Zeiten des Schülerverkehrs wird auf der Strecke der Linie 725 ein Anruf-Linien-Taxi neu eingesetzt. Fahrtwünsche sind eine Stunde vor Abfahrtzeit an die Betriebsleitzentrale der VVG unter 0 42 31/ 92 27 65 zu richten.

Pünktlich zum Betriebsstart im Linienbündel Ost freut Rohde sich über drei neue Linienbusse für Allerbus. Die sogenannten Niederflurfahrzeuge sind mit der neuesten Abgasnorm Euro 6 ausgestattet und verfügen zudem über Multifunktionsinnenanzeigen, die dem Fahrgast neben der bisher bekannten Haltestelleninformation weiterführende ÖPNV-Verbindungen bietet. "Die Busse haben Harnstoffeinspritzung und stoßen deshalb kein giftiges Stickoxid aus", betont Rohde. Im Gegenzug habe Allerbus drei ältere Fahrzeuge mit hohem Schadstoffausstoß ausgemustert.

Die neuen Busse werden in den nächsten Wochen in Betrieb genommen. Ferner erwartet die VVG zu Beginn des neuen Jahres ein weiteres Neufahrzeug, einen 15 Meter langen Linienbus. Laut Rohde wird es ein dreiachsiger Großraum-Niederflur-Linienbus. Dieser wird vorrangig auf der Linie 725 zum Einsatz kommen und den dort ab Schulstart eingesetzten Bus ersetzen.

Die VVG investiert in den Fahrzeugpark sowie deren multifunktionalen Fahrgastinformationen etwa 950 000 Euro. Die Investitionen in den ÖPNV könnten ohne finanzielle Unterstützung nicht bewerkstelligt werden, so Rohde. Die Neuanschaffungen werden sowohl vom Land Niedersachsen als auch durch den Förderfonds des ZVBN in Bremen gefördert. Bis der erste Linienbus mit Elektroantrieb in Verden verkehrt, wird es laut Rohde noch bis Ende 2019 dauern. "Wir müssen die Infrastruktur aufbauen, damit der Bus eine Schicht, also etwa 150 Kilometer, durchhält", so der Geschäftsführer. Auf der anderen Seite müsse die Finanzierung stehen. Allerbus habe sich für ein Förderprojekt der Bundesregierung beworben. "Wir haben eine Zusage vom Land, aber wir brauchen auch das Geld vom Bund", betont Rohde. Ziel sei jedenfalls der schrittweise Ausbau der Elektroflotte auf zehn Fahrzeuge. Das entspricht der Hälfte der Busse, die im Verdener Stadtgebiet unterwegs sind.

Die aktuellen Verbindungen und Echtzeitinformationen sind über die App des Verkehrsverbundes Bremen/Niedersachsen (VBN) abrufbar. Fahrpläne stehen zusätzlich zum Download auf der Internetseite unter https://allerbus.de. Telefonische Auskünfte gibt es unter 0 42 31/ 92 27 13.

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