Lastenfahrrad Alternative zum Auto

Mit einem neuen Förderprogramm will die Stadt Verden Menschen dazu bewegen, vom Auto auf ein Lastenrad umzusteigen. Bis zu 30 Prozent der Anschaffungskosten werden auf Antrag erstattet.
05.03.2021, 15:44
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Von Marie Lührs

Auf dem Weg zu einer Kommune mit mehr Fahrrad- und weniger Autoverkehr hat die Stadt Verden ein neues Förderprogramm auf die Beine gestellt. Kleine Privatunternehmen, selbstständige sowie freiberuflich tätige Menschen, Vereine, Betreuungseinrichtungen, aber auch Privatleute können sich für die Anschaffung eines Lastenfahrrads finanzielle Unterstützung sichern. Bis zu 30 Prozent der Kosten schießt die Stadt auf Antrag hinzu.

Angestoßen hatten die Idee Bürgerinnen und Bürger der Stadt, erzählt Lisa Pischke. Sie hat im Januar den Posten der städtischen Klimamanagerin übernommen und ersetzt damit Thomas Blöthe. Der hatte bereits im vergangenen Jahr an der Umsetzung des Förderprogramms gearbeitet, das nun anläuft.

Ein Lastenfahrrad soll bestenfalls ein Auto ersetzen. Die Fahrzeuge seien vielfältig nutzbar, schließlich ließen sich damit nicht nur klassische Lasten, wie der Einkauf oder Arbeitsmaterialien, sondern bei entsprechender Ausstattung auch Kinder transportieren. Der Vorzug gegenüber dem Auto: „Mit dem Rad kommt man oft näher ans Ziel“, wirbt Brockmann. Zudem sei man in der Stadt häufig sogar schneller unterwegs und könne sich oft die Suche nach einem freien Parkplatz sparen, ergänzt die neue Klimaschutzmanagerin.

Wer 20 Kilometer mit dem Lastenfahrrad statt mit dem Auto fährt, spart im Stadtverkehr bereits 800 Kilogramm Kohlendioxid ein, heißt es in einer Statistik des Verkehrsclubs Deutschland (VCD). Im Vergleich zum Auto seien die Räder auch kostengünstig, da Steuern wegfallen und Anschaffung, Wartung sowie Instandhaltung preiswerter seien, heißt es im Info-Blatt der Stadt. „Ein Lastenfahrrad kostet mehrere Tausend Euro“, sagt Pischke. Je nach Modell und Ausstattung würden meist 3000 bis 5000 Euro fällig. „Nach oben hin ist alles offen.“ Ein wenig preiswerter sind gebrauchte Lastenfahrräder zu haben. Ihren Kauf bezuschusst die Stadt mit 30 Prozent und maximal 1000 Euro. Damit soll zusätzlich der Nachhaltigkeitsgedanke unterstützt werden. Für neue Räder werden bis zum Jahresende 2022 25 Prozent der Anschaffungskosten übernommen, maximal jedoch 1250 Euro. Ein Budget von 10.000 Euro ist dafür im aktuellen Jahr eingeplant. Fällt die Nachfrage größer aus, könne das Budget noch ein wenig erweitert werden, versichert Bürgermeister Lutz Brockmann. Ihm und Pischke ist der Ausbau des Fahrradverkehrs ein besonderes Anliegen – beide sind vorzugsweise per Rad unterwegs. Ab dem 1. Januar 2023 sinkt der Fördersatz um fünf Prozentpunkte. Die maximale Fördersumme beträgt dann pro Antrag 1000 Euro.

Dass der Zuschuss in den ersten beiden Jahren etwas höher ausfällt, soll Pionieren einen besonderen Anreiz bieten, erklärt Brockmann. Die Präsenz der Räder im öffentlichen Raum soll künftig andere dazu animieren, es ihnen gleich zu tun. Ein kleiner Sticker markiert die bezuschussten Gefährte. Um zusätzlich die Werbetrommel zu rühren und auch die Vielfältigkeit der Fahrzeuge unter Beweis zu stellen, sind zusätzlich jährliche Treffen geplant.

Gefördert werden sowohl Lastenfahrräder mit als auch ohne Elektromotor. Die Förderung gilt zudem rückwirkend für Räder, die ab dem 1. Juli 2020 gekauft wurden. Sie müssen jedoch über mindestens einen Kubikmeter Transportvolumen, eine Nutzlast von mindestens 150 Kilogramm oder eine Zuladung von mindestens 50 Kilogramm verfügen. Außerdem ist ein Kilometerzähler Pflicht. Zu dem förderfähigen Zubehör gehören Verdecke, Planen, Gepäckträger, Kisten oder Körper zum Transport, Motorisierung, ein zusätzlicher Akku und Bremsen.

Informationen sowie einen Antragsvordruck gibt es unter www.verden.de/klimaschutz.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+