Pferdemuseum Anmut im Zwielicht

Das Pferdemuseum in Verden startet eine neue Ausstellungsform: Maresa Mader aus Stuttgart macht den Anfang und zeigt eine Auswahl ihrer Fotografien.
04.02.2020, 17:39
Lesedauer: 3 Min
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Anmut im Zwielicht
Von Andreas Becker

Zeitgenössischen Künstlern ein Forum geben, das möchte das Pferdemuseum Verden mit einer neuen Ausstellungsform. Mit der Fotografin Maresa Mader haben die sogenannten Kabinettausstellungen begonnen. Die Stuttgarter Fotokünstlerin präsentiert 15 Bilder unter dem Titel Lichtritte. In diesen Arbeiten zeigt sie acht Pferde, die unterschiedliche Lektionen der Dressur-Reiterei ausführen, eingehüllt in Licht, Nebel und Schatten.

„Entstanden sind die Fotos im Grunde aus der Not heraus“, erzählt die Fotografin. Denn ursprünglich wollte sie an diesem Tag im September gemeinsam mit den Reiterinnen Anja Beran und Vera Munderloh ein ganz anderes Projekt verwirklichen. Der ursprüngliche Aufbau sah vor, die Pferde vor einem weißen Hintergrund und mithilfe zweier Nebelmaschinen abzulichten. Das Sonnenlicht habe in der Halle jedoch direkt auf den Hintergrund der Fotos geschienen und das ursprüngliche Konzept unmöglich gemacht. „Das hat Sonnenflecken erzeugt, die meine Idee verhindert haben“, begründet die Fotografin die Änderung.

Aus der Not machte sie kurzerhand zwar keine Tugend, aber ein neues künstlerisches Konzept für ihren Bilderzyklus. „Da der Nebel sowieso schon in der Halle war, habe ich die Lichteffekte für die Fotos genutzt“, erklärt Maresa Mader. Durch die Tests mit der Nebelmaschine seien „großartige Lichteffekte“ möglich gewesen. Was die Fotografin meint, können die Betrachter der Fotos leicht nachvollziehen. Der Hintergrund verschwindet häufig fast nahezu, Pferd und Reiter erscheinen geheimnisvoll und strahlen eine Leichtigkeit aus. Strahlend ist auch die Sonne, die den Nebel erst sichtbar macht und so entscheidend zum Zauber der Bilder beiträgt. „An diesem Tag sind wohl mehr als 2000 Fotos entstanden“, erinnert sich Maresa Mader. In der neuen Kabinettausstellung ist zurzeit eine Auswahl der besten Werke zu sehen. Einen Eindruck von dem ursprünglichen Konzept der Fotografin vermittelt das erste Foto der Ausstellung, es zeigt einen Schimmel vor einem weißen Hintergrund.

Die freiberufliche Fotografin hat sich auf Natur- und Tieraufnahmen spezialisiert. Sie arbeitet auch für Buchveröffentlichungen. „Normalerweise steht bei meinen Aufnahmen das Pferd im Mittelpunkt. Bei diesen Fotos wollte ich auch den Hintergrund und die Kulisse zeigen“, erklärt sie ihren Ansatz. Im Nachhinein faszinierte sie selbst an den Aufnahmen, „welche Leichtigkeit die Pferde ausstrahlen“. Auf den Fotos sind die Tiere mit ihren Reiterinnen Anja Beran und Vera Munderloh zu sehen, wie sie Lektionen der Dressur spielerisch leicht aussehen lassen. Mit den beiden Frauen arbeitet die Fotografin bereits seit zehn Jahren zusammen, wie sie sagt. Für die Fotosession hat Maresa Mader verschiedene Pferderassen eingesetzt, unter anderem Warmblüter und Araber.

In der Nachbearbeitung hat die Foto-Designerin die ursprünglich farbigen Aufnahmen nach eigenen Angaben in Graustufen umgewandelt. Außerdem entfernte sie per Bildbearbeitung störende Elemente, etwa die Leitungen der Beregnungsanlage. „Es ging mir darum, eine klare Bildsprache zu erreichen und den Blick aufs Wesentliche zu reduzieren“, sagt Maresa Mader.

Nach Angaben von Ina Rohlfing, Geschäftsführerin des Pferdemuseums, wurden die Organisatorinnen im Zuge der Ausstellung über das perfekte Pferd auf Maresa Mader aufmerksam, die sich mit einem Foto an der Schau beteiligt hatte. Die Idee der Kabinettausstellungen sei, ein- bis zweimal im Jahr kleinere Höhepunkte mit künstlerischen Arbeiten zu bieten. „Hauptsache, das Pferd steht im Mittelpunkt“, betont Rohlfing. Das Museum erhalte immer wieder Anfragen zeitgenössischer Künstler, denen die Organisatorinnen so gerecht werden wollten. „Die Künstler schicken uns ihr fertiges Konzept. Das ist für beide Seiten ein Gewinn“, sagt die Museumsleiterin.

Die erste Kabinettausstellung ist bis Sonntag, 15. März, im Bereich der Dauerausstellungen im Pferdemuseum zu sehen. Die Öffnungszeiten sind Dienstag bis Sonntag, 10 bis 17 Uhr. Der Eintritt ist im normalen Ticketpreis von fünf Euro enthalten.

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