Arbeitsmarktbericht

Weniger Arbeitslose vor Corona-Krise

Im Berichtsmonat März ist die Arbeitslosigkeit im Bezirk der Agentur für Arbeit Nienburg-Verden gesunken. Die Corona-Krise ist in diesen Zahlen allerdings noch nicht abgebildet.
31.03.2020, 15:57
Lesedauer: 2 Min
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Weniger Arbeitslose vor Corona-Krise
Von Onno Kutscher
Weniger Arbeitslose vor Corona-Krise

Die Zahlen auf dem Arbeitsmarkt hatten sich positiv entwickelt. Durch die Corona-Krise könnte sich bald ein anderes Bild zeigen.

Björn Hake

Landkreis Verden. Das gesellschaftliche Leben steht wegen des Coronavirus seit nunmehr zwei Wochen nahezu still. Viele Betriebe mussten in den vergangenen Wochen ihre Produktion auf ein Minimum reduzieren oder gar komplett einstellen. Dies wird nachhaltige Auswirkungen auf die Wirtschaft und dadurch auch auf die Situation am Arbeitsmarkt haben, das hat die Agentur für Arbeit Nienburg-Verden mitgeteilt.

„Die Effekte auf dem Arbeitsmarkt können im Berichtsmonat März noch nicht dargestellt werden, da der Stichtag, an dem wir die Daten für den Arbeitsmarkt erheben, der 12. März war“, erklärt Christoph Tietje, Leiter der Agentur für Arbeit Nienburg-Verden. „Zu diesem Zeitpunkt war die Ausbreitung der Pandemie noch nicht so fortgeschritten wie sie heute ist. Die Maßnahmen der Politik, die die wirtschaftlichen Aktivitäten stark eingeschränkt haben, wurden erst danach beschlossen“, ergänzt Tietje.

Demnach waren im März 10 536 Menschen im Bezirk der Agentur für Arbeit Nienburg-Verden von Arbeitslosigkeit betroffen. Dies stellt einen Rückgang um 482 Männern und Frauen im Vormonatsvergleich dar. Zum aktuellen Stichtag konnte ein Rückgang der Arbeitslosenquote von 4,2 Prozent auf nun 4,0 Prozent verzeichnet werden. Im Agenturbezirk wurden 1056 neue Stellen gemeldet, 2,9 Prozent weniger als im Februar.

Die Unterbeschäftigung, die zusätzlich zu den Arbeitslosen auch Personen erfasst, die Arbeit suchen, aber beispielsweise gerade an (Qualifizierungs-)Maßnahmen teilnehmen oder erkrankt sind und deshalb nicht als arbeitslos gezählt werden, lag im Februar bei 14 819 Menschen. Das waren 2,8 Prozent oder 428 Männer und Frauen weniger als vor einem Monat. Als unterbeschäftigt gelten auch viele Flüchtlinge, die in Kursen Sprach- oder Berufskenntnisse erwerben, um ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen.

Auch im Landkreis Verden lässt sich noch keine Auswirkung der Corona-Krise abbilden. Die Zahl der arbeitslos gemeldeten Personen ist im März um 86 Männer und Frauen im Vergleich zum Vormonat gesunken. Im Berichtsmonat waren 2646 Männer und Frauen von Arbeitslosigkeit betroffen. Die Arbeitslosenquote ist um 0,1 Prozentpunkte von 3,7 Prozent auf nun 3,6 Prozent gesunken. Im Vorjahr lag sie bei 4,2 Prozent. Die Zahl der Arbeitslosmeldungen ist im Vormonatsvergleich von 789 auf 741 Personen gesunken. 831 Männer und Frauen konnten sich hingegen aus der Arbeitslosigkeit abmelden.

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung, das heißt bei der Arbeitsagentur Verden, ist die Zahl der Arbeitslosen gesunken. Im Berichtsmonat waren 1451 Personen arbeitslos, 2,6 Prozent weniger als vor einem Monat. Bei dem für die steuerfinanzierte Grundsicherung verantwortlichen Jobcenter ist die Erwerbslosenzahl um 47 Personen auf nun 1195 Männer und Frauen gesunken.

Die Corona-Pandemie wirkt sich auch stark auf die Arbeit in den Agenturen aus, heißt es in dem Arbeitsmarktbericht. Die massiv angestiegene Anzahl der Anfragen zum Kurzarbeitergeld und der steigende Informationsbedarf der Arbeitnehmerkunden habe dazu geführt, dass die Abläufe in allen Arbeitsagenturen umgestellt wurden. „Wir haben unsere Kompetenzen gebündelt und die Hotline für Arbeitgeber personell verstärkt, um die Beratungsanliegen klären zu können“, erklärt Tietje. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus anderen Bereichen wurden geschult und verstärken hier intensiv. Die Hotline ist telefonisch unter 0 8 00 / 4 55 55 20 zu erreichen.

Die Häuser wurden für den Publikumsverkehr geschlossen, Termine abgesagt und die persönliche Arbeitslosmeldung aktuell ausgesetzt – sie kann telefonisch oder über die EServices auf www.arbeitsagentur.de erfolgen. Die Kundinnen und Kunden können die Agenturen neben der bekannten Hotline 08 00 / 4 55 55 00 nun auch in allen Landkreisen unter 0 42 31 / 80 97 00 erreichen.

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