ÖPNV im Landkreis Verden

Attraktiveres Jahresabo für die Jugend

Noch seien „etliche Fragen zu klären“, aber das Ziel ist klar: Der Landkreis Verden will seinen Schülern, Auszubildenden und Freiwilligendienstleistenden ein attraktiveres ÖPNV-Angebot machen.
27.05.2019, 16:09
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Attraktiveres Jahresabo für die Jugend
Von Kai Purschke
Attraktiveres Jahresabo für die Jugend

Der Landkreis Verden arbeitet mit dem ZVBN daran, dass Schüler und Azubis günstiger Bus fahren können.

Björn Hake

Der Landkreis Verden, der Mitglied im Zweckverband Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen (ZVBN) ist, liebäugelt mit der Einführung eines Schüler-Abonnements. Zwar hatte die ZVBN-Verbandsversammlung schon vor fünf Jahren den Prüfauftrag dafür erteilt, aber erst jetzt kommt offenbar Bewegung in die Sache, wie einer Mitteilungsvorlage der Kreisverwaltung zu entnehmen ist. „Aufgrund diverser gesetzlicher Novellierungen und der damit verbundenen Aufgabenerledigungen“, hat das Thema verspätet an Fahrt aufgenommen – allerdings, das betont die Verwaltung, seien „noch etliche Fragen zu klären“.

Mit dem Verkehrsverbund Bremen Niedersachsen (VBN), darin sind rund 30 in der Region tätige Verkehrsunternehmen zusammengeschlossen, soll ein „attraktives Tarifangebot“ geschaffen werden, von dem Schüler, aber auch Auszubildende und Freiwilligendienstleistende ab dem Schuljahr 2020/2021 profitieren sollen. Profitieren, weil das neue Jahresticket verbundweit gültig sein soll und weil es zu einem Einführungspreis von jährlich 365 Euro (rund 30 Euro im Monat) zu bekommen wäre. Dieses Modell hat sich laut Kreisverwaltung jedenfalls bei den Vertretern der Mitgliedskommunen des ZVBN durchgesetzt. „Dieses Ticket würde sowohl die derzeit ausgegebenen Schülersammeltzeittickets ersetzen als auch im freien Verkauf für sämtliche Schüler, Auszubildende und Freiwilligendienstleistende angeboten werden“, heißt es in der Darstellung für die Fraktionen. Aus Sicht der Kreisverwaltung ist die neue Jahreskarte „ein sehr attraktives Angebot“ zur Nutzung von Bus und Bahn – auch im Vergleich zum Semesterticket für Studierende.

In Bremen wurde die neue Ticketform zunächst als „Freiwiligenticket“ bezeichnet, das auf einen Antrag von SPD und Grünen zurückgeht. Es sollte zunächst nur für Freiwilligendienstleistende gelten und von der Konzeption her auf dem VBN-Jobticket aufbauen, bei dem der Arbeitgeber Monatstickets beim VBN einkauft, sie an die Bezieher verteilt und diese Tickets mit ihnen abrechnet. Da es aber keine Organisationsstruktur dafür gibt und es laut einer Deputationsvorlage daher einen „unverhältnismäßig hohen Aufwand“ für lediglich 800 Personen bedeutet hätte, kam es zur Idee eines Jugendtickets, das eben auch für Schüler und Auszubildende gelten soll.

Geprüft wurden demnach drei Alternativen: Ein normales Jahresabo, das mit 495 Euro (41 Euro/Monat) 25 Prozent günstiger ist als die Erwachsenenvariante sowie ein Angebot, das ausschließlich auf die Stadtgemeinde Bremen beschränkt ist und 365 Euro pro Jahr kostet oder eben die bevorzugte Alternative, die auf Preisstufen verzichtet und mit der das gesamte Angebot des VBN, also auch im niedersächsischen Umland Bremens, für 365 Euro jährlich genutzt werden kann. Demnach wäre das neue Jugendticket personengebunden, nicht übertragbar und zählt auch in den Ferien.

Für den Kreis Verden würden sich die Kosten für die Einführung des Jugendtickets „in einem angemessenen Rahmen bewegen“, wie die Kreisverwaltung festhält. Bei den Ausgaben für die Schülerbeförderung würde es zu geringeren Kosten kommen, da das Ticket günstiger als das bisherige Schülersammelzeitticket wäre. Allerdings sei es wegen der vertraglichen Vereinbarung mit den Verkehrsunternehmen notwendig, dass die geringeren Einnahmen ausgeglichen werden. „Nach ersten Modellrechnungen des VBN kommt es zudem zu Mindereinnahmen beim Einzelticketverkauf, die ebenfalls auszugleichen wären“. Heißt: Unterm Strich häufen sich nach derzeitigen Berechnungen Mehrkosten beim Landkreis im mittleren fünfstelligen Bereich an.

Thematisiert wird das neue Ticket in der öffentlichen Sitzung des Planungs-und Verkehrsausschuss am Montag, 17. Juni, ab 17 Uhr im Kreishaus. Derweil sollen Vertreter des VBN, ZVBN und der Länder Bremen und Niedersachsen die Einführung des neuen Tickets in einer Arbeitsgruppe weiter verfolgen.

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