Bald ist Wahl des Senioren- und Behindertenbeirats Achim – Bewerber können ab 55 Jahren mitmischen Auf der Suche nach den jungen Alten

Achim. „Ich bin zu jung dafür, das sollen Ältere machen“ – solche und ähnliche Sätze hört Knut Pickert vom Senioren- und Behindertenbeirat Achim immer mal wieder. Die Arbeit des Beirats ist aber durchaus anspruchsvoll, interessant – und eben auch etwas für die jungen Alten, betont er.
10.08.2016, 00:00
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Von Tina Hayessen

Achim. „Ich bin zu jung dafür, das sollen Ältere machen“ – solche und ähnliche Sätze hört Knut Pickert vom Senioren- und Behindertenbeirat Achim immer mal wieder. Die Arbeit des Beirats ist aber durchaus anspruchsvoll, interessant – und eben auch etwas für die jungen Alten, betont er. Am 28. September ist Beiratswahl. Der Beirat selbst, aber auch die Verwaltung, wünscht sich möglichst viele Kandidaten, damit auch eine echte Wahl möglich ist.

Angesprochen fühlen dürfen sich zunächst einmal recht viele Menschen. Natürlich, Achimer muss man sein. Aber schon mit 55 Jahren darf man sich Senior nennen – selbst, wenn man sich nicht so fühlt – und kandidieren. Berufstätigkeit ist kein Hinderungsgrund. Jüngere Bewerber sind dann genehmigt, wenn sie einen Grad der Behinderung von über 50 Prozent nachweisen können.

Momentan besteht der Beirat aus neun Leuten. Geht es nach Pickert, melden sich zur nächsten Wahl höchst verschiedene Bewerber. „Es wäre schön, wenn eine möglichst breite Schicht da ist“, hält er fest und erklärt: „Was für einen Rollstuhlfahrer gut ist, kann für einen Sehbehinderten Mist sein.“ Alter, Art der Behinderung, Geschlecht, persönliche und politische Vorstellungen sowie eigene Kenntnisse: Je bunter der Beirat, desto besser kann er agieren – das ist die Idee dahinter. Denn der Beirat hat unter anderem die Aufgabe, in der Politik die Stimme der Menschen mit Behinderung und die der Älteren zu sein.

Der Sprecher bekommt einen Sitz im Sozialausschuss, erklärt Bürgermeister Rainer Ditzfeld. Außerdem müssten öffentlich geförderte Bauvorhaben dem Beirat vorgelegt werden. „Aber da kann man die Stadt Achim auch loben. Selbst, wenn die Vorhaben nicht öffentlich gefördert sind, lässt man uns drauf schauen und fragt, ob wir damit leben können oder Vorschläge haben“, versichert Pickert.

Ansonsten sind die Themen des Beirats vielfältig, betont Pickert. „Die Schwerpunkte legen Sie selbst“, sagt er in Richtung möglicher Bewerber. Einer beschäftige sich vielleicht stärker mit dem Thema Demenz, ein anderer mit der Mobilität in der Stadt, der nächste möchte Bringdienste näher unter die Lupe nehmen.

Das Interesse könne natürlich auch von den Fachkenntnissen abhängig sein. Spezialisten, die sich etwa mit Bau oder Finanzen auskennen, sich natürlich höchst willkommen. Eine Voraussetzung ist solch ein Expertenwissen natürlich nicht. Allerdings würde gerade eine Menge an Wissen verloren gehen, denn „es scheiden jetzt viele Leute mit Kenntnissen aus“, gibt Pickert zu bedenken.

Neues Know-how ist also gefragt. Davon abschrecken lassen, dass der Senioren- und Behindertenbeirat in der Außenwirkung oft als Veranstalter der Seniorenfahrten und Weihnachtsfeiern zu erkennen ist, sollten sich potenzielle Kandidaten nicht, bittet Bürgermeister Ditzfeld. „Für uns ist das toll, dass die das wuppen, aber es ist schade, wenn sie deswegen in eine Schublade gepackt werden. Der Beirat ist keine reine Veranstaltungsriege“, unterstreicht er. Außerdem gelte: „Wir haben eine immer älter werdende Gesellschaft, die muss auch gut repräsentiert sein.“

Für den Fall, dass sich nun jemand wundert, weil er über 55 Jahre alt ist und noch keine Wahlbescheinigung für den 28. September erhalten hat: Es handelt sich um eine Delegiertenwahl. Weil es sehr teuer wäre, den ganzen Apparat, der nun etwa auch zur Kommunalwahl angeschmissen wird, für diesen Beirat zu bemühen, gibt es eine Stimme für jeden Verein oder nicht-kommerzielle Institution, die mit Älteren und Menschen mit Behinderung arbeitet. Etwa die katholische und die evangelische Kirche. Weitere Informationen für Bewerber: Telefon 0 42 02 / 91 60 5 50, t.vondenberg@stadt.achim.de.

„Die Schwerpunkte legen Sie selbst.“ Knut Pickert vom Senioren- und Behindertenbeirat
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