Projekt am Domgymnasium Autonom Leben retten

Der Bau und die Programmierung von Robotern ist alles andere als simpel. Umso beeindruckter waren die Zuhörer bei der Vorstellung eines Erkundungsroboters. Da Gerät könnte in einiger Zeit Leben retten.
28.01.2015, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Autonom Leben retten
Von Mareike Meyer

Der Bau und die Programmierung von Robotern ist alles andere als simpel. Umso beeindruckter waren die Zuhörer bei der Vorstellung eines Erkundungsroboters, den drei Schüler des Domgymnasiums Verden in einem neuen Seminarfach gebaut haben. Das Gerät könnte in einiger Zukunft Leben retten.

Ein autonom arbeitender Roboter, der Verletzte in Gebieten rettet, die für Menschen nicht zugänglich sind. So und nicht weniger ehrgeizig lautet das Ziel von drei jungen Tüftlern am Domgymnasium in Verden. Im Seminarfach „künstliche Intelligenz“ arbeiten sie seit eineinhalb Jahren an ihrem Erkundungsroboter.

„Das Projekt geht über unsere gesamte Oberstufenzeit“, sagte Projektleiter und Koordinator Lennart Buchtzik. Und wahrscheinlich werden sich die drei noch etwas länger mit ihrem Roboter beschäftigen. „Wir werden ihn wohl privat fertig stellen und dann an die Schule übergeben mit der Bitte, das Projekt so zu erhalten“, sagte Niels Radmacher, der sich im Team um die Hardware kümmert. Der fertige Roboter soll dann nachfolgenden Schülergenerationen als Anschauungsmaterial dienen. Die Materialkosten, die sich bisher auf etwa 400 Euro belaufen, trägt der Schulverein.

Unterwegs im Schritttempo

Die Arbeit der Zwölftklässler kann sich zwar bereits sehen lassen, ist aber noch lange nicht beendet. „Noch kann er nicht autonom fahren“ sagte Robin Stampa, der den Roboter programmiert. Dafür ist das Gerät bereits mit einem Ultraschallsensor ausgestattet, der Hindernisse erkennt und die Entfernung zu diesen misst. Außerdem kann der Erkundungsroboter sich mit Schrittgeschwindigkeit fortbewegen und einen Peilsender lokalisieren.

Besonders schwierig sei das zusammenbauen der Motorsteuerung und die Programmierung gewesen. „Die Software ist noch sehr fehleranfällig“, so Stampa. „Besonders nachdem uns einmal der Speicher des Hauptcomputers kaputt gegangen war und viele Daten weg waren.“

Besonders dann werde die es schwierig, eine zeitliche Planung aufzustellen, so Lennart Buchtzik, deshalb könne man nicht sagen, wie lange die drei noch an ihrem Roboter arbeiten werden. Die Idee zum neuen Seminarfach „künstliche Intelligenz“ entstand während eines Wettbewerbs, bei dem der Antrieb eines Quadrokopters, also einer sogenannten Drohne, nachgebaut wurde.

"Schüler sollen sich entfalten"

„Es geht darum, dass die Schüler sich und ihre Ideen entfalten können und die Möglichkeit haben, Sachen zu basteln, die man wahrscheinlich nicht einmal an der Uni im Grundstudium bastelt“, beschreibt Seminarleiter Rachid El Araari seinen Kurs. Bisher gibt es zwar noch keine weiblichen Teilnehmer, aber El Araari ist zuversichtlich, dass sich das ändern wird: „In der Technik-Arbeitsgemeinschaft gibt es zum Beispiel schon viele gemischte Gruppen.“

Bei der ersten Präsentation des noch namenlosen Roboters zeigten sich sowohl der Schulleiter und der Fachobmann für Informatik als auch geladene Studenten der Universität Bremen beeindruckt vom Schülerprojekt.

Roboter soll Peilsender orten

Am Ende soll der Erkundungsroboter in der Lage sein, vollkommen ohne menschliche Hilfestellung Hindernisse zu überwinden und Leute zu bergen, die einen Peilsender bei sich tragen. Die Grundidee sei die Bergung von verschütteten Opfern seismischer Aktivität, so El Araari. „Wir wollten etwas bauen, das man nur startet und das dann selbstständig Aufgaben erfüllt. Außerdem hat der Erkundungsroboter einen schönen Gegenwartsbezug“, sagte Niels Radmacher, „und im Studium kann man die Idee eventuell noch einmal aufgreifen und weiterentwickeln.

Dann könnten auch die aktuell verbauten Experimentierboards gegen feste Platinen ausgetauscht werden. „Momentan befinden wir uns in einer Zwischenstufe“, so Robin Stampa. Auch die Bodenfreiheit kann noch verbessert werden. Im Moment bewegt sich der Erkundungsroboter nur knapp über dem Boden. „So ist er natürlich noch nicht wirklich geländetauglich“, sagte Buchtzik.

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