Naturschutz

Bestände der Gartenvögel nehmen leicht zu

Die Winterzählung des Nabu ist abgeschlossen: Haussperling und zwei Meisenarten sind die häufigsten Vögel im Landkreis Verden. Die Turteltaube ist Vogel des Jahres 2020.
22.01.2020, 16:49
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Bestände der Gartenvögel nehmen leicht zu
Von Andreas Becker
Bestände der Gartenvögel nehmen leicht zu

Häufigster Vogel in den Gärten des Landkreises ist in diesem Winter der Haussperling. Seine Bestände haben sich nach Angaben des Nabu etwas erholt.

Nicolas Armer/DPA

Der Spatz, also der Haussperling, ist nach wie vor der häufigste einheimische Vogel im Landkreis Verden. Das ist das Ergebnis der Aktion Stunde der Wintervögel, die der Nabu seit Jahren organisiert. Dazu zählen Freiwillige in ihrem Garten eine Stunde lang die Vögel der verschiedenen Arten. Hintergrund der Aktion ist, dass Wissenschaftler und Naturschützer seit Jahren einen Rückgang der heimischen Vogelwelt beklagt.

Nach einer Auswertung von Christian Dibbern, ornithologische Arbeitsgemeinschaft im Nabu, haben sich in diesem Jahr etwa 297 Vogelfreunde in 218 Gärten beteiligt. Insgesamt meldeten sie bis zum Stichtag am Montag 8136 gefiederte Gäste an den Nabu. Im vergangenen Jahr waren es 390 Freiwillige, die in 276 Gärten mehr als 9000 Vögel registrierten. Bundesweit wurden laut Nabu die Zählergebnisse von 113 000 Teilnehmern aus 77 000 Gärten und Parks erfasst. Mit rund 2,9 Millionen Vögeln wurden damit pro Garten knapp 38 Vögel gemeldet – geringfügig weniger als 2019.

Insgesamt wurden im Landkreis 1600 Spatze gezählt. Auf den zweiten Platz kommt die Kohlmeise, gefolgt von der Blaumeise, dem Feldsperling und der Amsel. Laut Dibbern hätten sich die Bestände dieser Vogelarten im Vergleich zum Vorjahr zumindest stabilisiert. „Es gab sogar eine leichte Zunahme, allerdings kommt es auch darauf an, wie die Gärten beschaffen sind und welche Vogelarten sich dort überhaupt sehen lassen“, schränkt Dibbern ein. Viele Gartenbesitzer würden überdies nur die gängigen Arten erkennen. Zudem seien die pflegeleichten und aufgeräumten Steingärten „ein großes Problem“ für alle Tiere.

„In Gärten, wo es noch Wildwuchs und Ecken mit heimischen Gewächsen gibt, gibt es in der Regel mehr Insekten und in der Folge auch mehr Vögel, die dort Nahrung finden“, erklärt Dibbern. Er plädiert dafür, im heimischen Garten für Vögel und andere Wildtiere Rückzugs- und Versteckmöglichkeiten zu schaffen. Im Dezember sowie im Januar sind die Mitarbeiter der ornithologischen Arbeitsgemeinschaft selbst im Landkreis unterwegs gewesen und haben die Bestände der Gänse und Schwäne kontrolliert. „2019 hatten wir in Werder fast 1000 Schwäne gezählt, in diesem Winter bislang gar keine“, sagt Dibbern. Auch Gänse seien nicht so zahlreich gewesen wie in den vergangenen Jahren.

Die Ursache für diese Phänomene sieht der Experte im Klimawandel. „Es ist insgesamt viel zu warm für diese Jahreszeit. Sonst ziehen die nordischen Schwäne nach Süden und die Gänse aus dem Osten nach Westen. Wenn es so warm bleibt, kommen diese Vögel gar nicht mehr bis in unsere Breiten.“

Vogel des Jahres 2020 ist übrigens die Turteltaube, die als Liebessymbol gilt. Ihr Schicksal ist allerdings nach Informationen der Naturschützer wenig romantisch. Seit 1980 hätten die Bestände hierzulande und fast 90 Prozent abgenommen. Auch im Landkreis Verden sei die Turteltaube so gut wie nie anzutreffen, so Dibbern.

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+