Herbstkunsttage Verden Besucher sollen auf Schatzsuche gehen

Verden. Die Eröffnung der Herbstkunsttage in der Kreissparkasse (KSK) an der Ostertorstraße ist seit 22 Jahren ein gesellschaftliches Ereignis. Dieses Mal steht die Schau unter dem Titel 'Schatzsucher" und greift ein Jahrhundert Kunstgeschichte aus der Region auf.
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Von Gabriele Tetzner

Verden. Die Eröffnung der Herbstkunsttage in der Kreissparkasse (KSK) an der Ostertorstraße ist seit 22 Jahren ein gesellschaftliches Ereignis. Dieses Mal steht die Schau unter dem Titel 'Schatzsucher" und greift ein Jahrhundert Kunstgeschichte aus der Region auf.

Nicht Miró, Chagall, Christo und Jeanne-Claude, sondern Namen wie Hans Meyboden, Heinrich Breling, Erhard Mitzlaff, Werner Zöhl, Hermann Angermeyer, Otto Modersohn, Mietje Bontjes van Beek oder Clara Rilke Westhoff stehen an den rund 100 Exponaten, die bis zum 26. November in der großen Halle des Geldinstituts zu sehen sind. Die Bilder stammen zum Teil aus Museen, Behörden oder ist aus Privathaushalten entliehen.

In diesem Jahr konzentriert sich die KSK auf Künstler, die vor allem in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts die Dörfer Fischerhude und Worpswede zu namhaften Künstlerkolonien werden ließen - auch wenn nur einige der Maler und Bildhauer internationales Renommee erreichen konnten. Andere litten vor allem unter dem Bruch, den das nationalsozialistische Regime der Kunst in Deutschland zufügte: Besonders die Expressionisten oder expressiven Realisten unter ihnen, deren Werke als entartet diffamiert wurden, konnten sich nicht kontinuierlich weiterentwickeln und verzweifelten später oft an der fehlenden Anerkennung.

Unter ihren Bildern gibt es einige wahre Schätze zu entdecken; entweder allein oder mittels zweier Führungen, die die KSK am Mittwoch, 10. November, 17 Uhr, mit dem Sammler und Künstler Wolf-Dietmar Stock (für Erwachsene) und am Mittwoch, 17. November, 17 Uhr, mit der Fischerhuder Künstlerin Petra Hempel (für Kinder) anbietet.

Stock und Hempel waren gemeinsam mit Lorenz Meyboden, Hanna Mitzlaff sowie Margarethe Zöhl, Frau des Künstlers Werner Zöhl, am Eröffnungsabend auch Teilnehmer einer kleinen Gesprächsrunde. Mit dieser Neuerung überraschte KSK-Vorstand Silke Korthals bei der Vernissage die Besucher: Statt des bisher gewohnten Vortrages eines Kunstexpertens setzte Korthals auf ein kommunikativeres Element. Sie ließ Menschen mit besonderer Nähe zu den ausgestellten Malern zu Wort kommen, über ihre persönliche Beziehung erzählen und ein favorisiertes Bild vorstellen.

Von Wolf-Dietmar Stock erfuhr man auf diese Weise, dass für ihn das Betrachten von Heinrich Brelings Bild 'Der Licht-strahl" immer einer Andacht gleichkom-me. Hanna Mitzlaff stellte ein spätes Selbstporträt ihres Vaters von 1985 vor, von dessen Existenz sie erst 2006 erfuhr. 'Der Eigentümer hatte es einst direkt von der Staffelei weggekauft, und wir waren überglücklich, als er es uns über zwanzig Jahre später brachte", sagte sie. Lorenz Meyboden vermittelte einen Eindruck davon, wie es ist, als Kind eines Künstlers groß zu werden. 'Ich war 13, als mein Vater starb und hatte gar keine Ahnung von dem, was er machte. Seine wunderbare Kunst habe ich erst viel später entdeckt. Sehr geholfen dabei hat mir eine Zitatensammlung, die eine Schülerin meines Vater erstellte hatte und mir überließ", berichtete der Sohn des in Verden geborenen Malers.

Dafür ist ihm das Oeuvre heute umso wichtiger: Zum Schutz der Bilder Meybodens, darunter das Titelbild der Ausstellung 'Schatzsucher", wurde in der KSK eigens ein Raum mit besonderen Bedingungen für Luftfeuchtigkeit und Helligkeit eingerichtet. Auch in dieser 'Schatzkammer" können sich die Besucher umschauen, ihren persönlichen Schatz suchen. Die KSK bietet auch ein Gewinnspiel an: Auf einer Schatzkarte darf man sein Lieblingsbild notieren, und jede Woche wird ein Gewinner gezogen, der seinen Favoriten als Druck auf Leinwand erhält.

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