Bilderbuch des Jahres

Außerirdische und ein pupsender Drachen

Was gewöhnlich nur einige Wochen dauert, hat nun 16 Monate beansprucht: Nun konnten die Verdener Stadtbibliothek und Buchhandlung Heine endlich die Bilderbücher des Jahres 2019 küren - allerdings nur online.
28.04.2021, 17:30
Lesedauer: 2 Min
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Von Marie Lührs
Außerirdische und ein pupsender Drachen

Im vergangenen Jahr konnten die Buchhändlerinnen Linnéa Oelfke (re.) und Karin El-Haj (li.) sowie Katrin Koball von der Stadtbibliothek (mi.) die Siegerbücher noch in der Bibliothek vorstellen.

Björn Hake

Gleich zwei Bücher teilen sich den Titel „Bilderbuch des Jahres 2019“, den die Verdener Stadtbibliothek nun bei einer Online-Veranstaltung vergeben hat. Bis zur Siegerehrung war es allerdings ein langer Weg. Denn die Corona-Krise machte dem Organisationsteam im vergangenen Jahr einen Strich durch die Rechnung. Das Gros der Jungen und Mädchen, die gewöhnlich in den teilnehmenden kreisverdener Kindergärten alle Buchkandidaten kennenlernen und bewerten, blieb über Monate zu Hause.

Der Wettbewerb ist eine Kooperation der Stadtbibliothek Verden und der Buchhandlung Heine. Bereits im Januar 2020 hatten sie gemeinsam 20 Bücher, die im Jahr 2019 erschienen waren, ins Rennen geschickt. Bis jedoch in jedem Kindergarten alle Bücher von den jungen Juroren bewertet werden konnte, dauerte es deutlich länger als erwartet. Erst nach über einem Jahr lagen alle Bewertungen vor, erzählt Katrin Koball von der Stadtbibliothek. Auf besonders viel Begeisterung stießen demnach die Geschichte über zwei Arten von Außerirdischen, die nicht miteinander spielen dürfen, und das Buch über einen pupsenden Drachen.

„Die Schnetts und die Schmoos“, eines der erstplatzierten Bücher, stammt aus der Feder von Axel Scheffler. Der hatte bereits 2012 mit seinem Buch „Superwurm“ den Bilderbuchwettbewerb gewonnen. Bekannt sei er vielen Kindern und Eltern auch durch „Grüffelo“ und „Räuber Ratte“, erklärt Koball. In seinem nun prämierten Werk geht es um Grete und Bernd, zwei Außerirdische, die verschiedenen Spezies angehören. Eigentlich mögen sich die Schnetts und die Schmoos überhaupt nicht, doch Grete und Bernd verlieben sich dennoch und fliegen mit einer Rakete fort. Ihre Familien müssen sich schließlich zusammentun, um die beiden zu suchen. Dabei lernen sie die jeweils andere Spezies zu mögen.

Für besonders viele Lacher in den Kindergärten habe allerdings „Furzipups, der Knatterdrache“ gesorgt, erzählt Koball. Das Bilderbuch handelt von einem kleinen Drachen, der vergeblich versucht, Feuer zu spucken. Statt einer Flamme bringt er allerdings nur eine Pupswolke zu Stande. Doch auch hier gibt es ein glückliches Ende: Furzipups lernt schließlich, dass er so gut ist, wie er ist. Außer ihm kann niemand im Rhythmus pupsen. „Der Knaller für alle Kinder war der passende Pups-Button, der zum Mitmachen animiert“, sagt Koball. Dass Mädchen und Jungen sich so sehr für Themen begeistern, die Erwachsene gewöhnlich nicht besprechen, sei nicht ungewöhnlich. Das hatte sich bereits beim vorangegangenen Wettbewerb gezeigt. Damals sorgte das Buch „Oh, wer sitzt denn da auf dem Klo?“ bei den Kindern für viel Heiterkeit.

Im aktuell zweitplatzierten Buch „Flieg, Lela flieg“ von Günther Jakobs geht es ernster zu. Die Freundschaft zwischen dem Eichhörnchen Pino und der kleinen Schwalbe Lela steht im Mittelpunkt. Die Geschichte habe viele Kinder berührt, sagt Koball. Die Freundschaft beginnt, als Pino die verletzte Lela findet und sie gesund pflegt. Im Herbst steht dann allerdings ein trauriger Abschied an. Denn wie alle Schwalben muss auch Lela für den Winter in den Süden fliegen. Doch schon ihm Frühling soll es ein Wiedersehen geben.

Die Gewinnerbücher sowie die 17 Kandidaten, die es durch die Wertung der Jury nicht in die Top Drei geschafft haben, können in der Stadtbibliothek ausgeliehen werden. Die Bibliothek ist aktuell für die Ausleihe und Rückgabe von Medien geöffnet. Besucher müssen eine medizinische Maske tragen, sich am Eingang einen Korb nehmen und den Sicherheitsabstand zu anderen einhalten.

Erst im kommenden Jahr wird der zwölfte Wettbewerb anlaufen. „Wir würden es total gerne machen, aber wir haben aktuell keine Planungssicherheit“, erklärt Koball. Einen Wettbewerb für Bücher, die 2020 erschienen sind, werde es daher nicht geben.

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