Kreisschützenverband Achim

Grünröcke unter einem Dach

Der Kreisschützenverband Achim blickt auf eine bewegte Vergangenheit zurück. Vor 60 Jahren in Achim gegründet, gilt der Verband heute als Bündnis aller Schützen innerhalb des Altkreises Achim und Umgebung
28.07.2020, 16:08
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Grünröcke unter einem Dach
Von Lars Köppler
Grünröcke unter einem Dach

Die aktuelle Präsidentin Marie-Luise Friedrich und Ehrenpräsident Hermann Nordloh 2012 bei der Ernennung von Axel Rott (rechts) zum Ehrenpräsidenten des KSV Achim.

KSV Achim

Landkreis Verden. Es war der 22. April 1960, als rund 250 Grünröcke aus Achim, Baden, Bierden, Oyten, Sagehorn, Uesen und Uphusen im Achimer Schützenhof zusammenkamen und die Zukunft der hiesigen Schützenvereine mit der Gründung des Kreisschützenverbandes für die nächsten Jahrzehnte maßgeblich geprägt haben. Zum Kreis der illustren Gäste bei der Gründungsversammlung gehörten neben dem damaligen Achimer Bürgermeister Georg Osmers unter anderem Hermann Wüstehoff als Vizepräsident des Deutschen Schützenbundes, Oberstleutnant Hahn als Kommandeur der in Achim stationierten Bundeswehreinheiten sowie mehrere Größen des Schützenverbandes Niedersachsen.

Auch heute, 60 Jahre nach der Gründung des Verbandes, werden die Erinnerungen von Pressewartin Ute Delion und ihrer Mannschaft immer wieder wachgerufen. So ernannten die Vorstände der Vereine zunächst Johann Jägeler, Vorsitzender des Schützenvereins Baden, zum Alterspräsidenten, ehe Klaus Seidensticker – damals Vize-Vorsitzender des Schützenvereins Achim – unter seiner Leitung mit 24 von 28 Stimmen im Rahmen der konstituierenden Sitzung zum ersten Vorsitzenden des Kreisschützenverbandes Achim gewählt worden war. „Die Gründervereine gehörten alle dem 1906 gegründeten Weser-Aller-Wümme-Schützenverband an, der gegenüber dem Landesverband die Stellung eines Kreisverbandes einnahm. Doch musste man erkennen, dass im WAW-Verband in seiner großen räumlichen Ausdehnung mit Sagehorn/Oyten im Norden und Hoya/Eystrup im Süden Schießwettbewerbe in diesem großen Rahmen nicht mehr stattfinden konnten“, weiß Ute Delion zu berichten. Dies sei wohl auch der Grund dafür gewesen, dass die oben genannten Vereine aus dem bisherigen WAW-Verband heraustreten wollten.

In einer, so Delion, „recht dramatischen Sitzung“ des WAW-Verbandes am 16. März 1960 in Eitzendorf fielen schließlich die Würfel für die Gründung des neuen Kreisverbandes. Am 15. Mai 1960 war dann einstimmig die Eintragung in das Vereinsregister beschlossen worden. Bereits am 22. Mai 1960 konnte in der ersten Delegiertentagung die von den Vorsitzenden ausgearbeitete Satzung einstimmig verabschiedet werden. Die folgenden Jahre waren derweil geprägt von Personalien. Weil Klaus Seidensticker zum Stadtdirektor von Achim ernannt worden war, legte er sein Amt am 27. Februar 1963 nieder und gab das Amt des Vorsitzenden an den bisherigen Schriftführer Carl-Heinz Marschhausen ab. Mit einer Satzungsänderung und der Neuformulierung „Achim und Umgebung“ konnten dann auch die Schützenvereine von der anderen Weserseite aufgenommen werden.

Das Jahr 1966 sollte für den Kreisschützenverband von entscheidender Bedeutung werden. Nach dem Rücktritt von Carl-Heinz Marschhausen übernahm Hermann Nordloh aus Oyten am 2. März des Jahres mit 67 von 89 Stimmen das Zepter als neuer Vorsitzender. Im Protokoll des Jahres 1980 wird von einer spannungsgeladenen Diskussion zur Gründung eines einheitlichen Kreisverbandes im Kreis Verden berichtet. Die Pokalvereinigung „Alte Aller“ hatte sich damals dafür ausgesprochen. Seitens des KSV Achim stand man diesem Projekt jedoch sehr skeptisch und ablehnend gegenüber. Zum einen habe keine Notwendigkeit für einen Zusammenschluss bestanden, zum anderen sei ein einheitlicher Verband als zu groß und nicht überschaubar angesehen worden, heißt es in dem Protokoll.

Nach mehr als 26 Jahren gab Nordloh im März 1992 den Vorsitz ab und erhielt von Bürgermeister Christoph Rippich den Ehrenteller des Landkreises. Bei den anschließenden Neuwahlen erhielt Axel Rott aus Intschede 174 von 188 Stimmen und wurde zum neuen Vorsitzenden gewählt, ehe er 2014 als Präsident beim Niedersächsischen Sportschützenverbandes anheuerte. Den Kreisschützenverband leitete seitdem bis heute Marie-Luise Friedrich aus Uphusen. Zweck des Kreisverbandes in seiner heutigen Struktur ist derweil der Zusammenschluss aller Schützen innerhalb des Altkreises Achim und Umgebung auf freiwilliger Basis innerhalb der Dachverbände zur Pflege und Förderung des Schießsports auf Amateurgrundlage unter Wahrung der Selbstständigkeit der angeschlossenen Vereine.

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