Wolfcenter in Dörverden Christian Wulff besucht Wölfe in Dörverden

Dörverden. Seit der Eröffnung Ende April hat das Wolfcenter in Barme rund 8000 Besucher gehabt, doch keiner war so prominent wie der Mann, der am Dienstagabend erschien: Christian Wulff, noch Landesvater von Niedersachsen und demnächst wohl Bundespräsident.
23.06.2010, 06:00
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Christian Wulff besucht Wölfe in Dörverden
Von Anke Landwehr

Dörverden. Seit der Eröffnung Ende April hat das Wolfcenter in Barme rund 8000 Besucher gehabt, doch keiner war so prominent wie der Mann, der Dienstag am frühen Abend erschien: Christian Wulff, noch Landesvater von Niedersachsen und demnächst wohl Bundespräsident. Er durchschnitt das Band zur Dauerausstellung im Saal des früheren Forstenhofes. Konzipiert vom Universum Dörverden, bietet sie spannende Informationen über das für viele geheimnisvolle Wesen Wolf.

'Wenn Sie schon immer wissen wollten, wie Visionäre aussehen - da stehen sie', sagte Moderator Thomas Hinte und zeigte vor rund 200 geladenen Gästen auf Frank und Christina Faß. Sie betreiben das Wolfcenter, das Bürgermeisterin Karin Meyer als 'wichtiges, großartiges Projekt für Dörverden' bezeichnete.

Dörverden komme jetzt weg von seinem Ruf als Heisenhof-Gemeinde und präsentiere sich so, wie es eigentlich sei - familienfreundlich, modern und zukunftsorientiert. Sie bewundere den Mut des Ehepaares Faß, das mit dem Center seinen Traum verwirkliche. Meyer: 'Solche Menschen braucht das Land'.

Nicht nur touristische Attraktion

In diesem Sinne hatte sich auch Christian Wulff geäußert. Der Pate des einzigen frei laufenden Wolfes in Niedersachsen war begeistert von der innovativen Idee. Sie habe bewirkt, dass er Dörverden in seine Sommertour aufgenommen habe. Bei seinem letzten Besuch sei es noch um die tiefgreifenden Probleme nach Schließung der Niedersachsenkaserne gegangen.

Das Wolfcenter sei eine touristische Attraktion, die sich einreihe in die größte Ballung von Freizeitparks in Europa. Vor allem aber leiste es einen Beitrag zur Artenvielfalt. Der Wolf sei längst nicht so gefährlich, wie ihn viele sähen, so Wulff. Er begrüßte Überlegungen der Europäischen Kommission, wie eventuelle Schäden durch frei laufende Wölfe ausgeglichen werden könnten.

Dem Dörverdener Freizeit- und Forschungspark schrieb Wulff auch eine 'zutiefst pädagogische Wirkung' zu. Wenn Lehrer, Eltern und Großeltern mit Kindern kämen, lernten diese viel über die Natur und ihre Artenvielfalt kennen. Dorit Feddersen-Petersen, Verhaltensforscherin an der Uni Kiel, ist mit dem Wolfcenter rundum zufrieden. Es sei 'ganz, ganz wunderbar geworden', sagte sie. Sie sehe es eigentlich als Caniden-Center, weil es in sein Seminarprogramm auch Hunde einbeziehe.

Das mache es einzigartig über Deutschland hinaus. Und vielleicht, meinte die Expertin, würden hier in einigen Jahren ja auch noch andere hundeartige Tiere wie Dingos einziehen. Die Universität Kiel werde das Wolfcenter weiterhin wissenschaftlich begleiten.

Frank Faß bezeichnete die Dienstag eröffnete Dauerausstellung als wichtigen Teil des Centers. Auf 230 Quadratmetern werden fünf Themenfelder rund um den Wolf beleuchtet. Dank interaktiver Konzeption macht es Spaß, sich Wissen über das Tier anzueignen und Vorurteile abzubauen. Frank Faß hatte sich mit dem Empfang bei allen bedanken wollen, die zur Entstehung des Centers beigetragen haben.

Unter den Gästen befand sich auch Landrat Peter Bohlmann. Bevor der von einem Journalistentross begleitete Ministerpräsident das Band zur Ausstellung durchschnitt, erhielt er von Bürgermeisterin Meyer ein verspätetes Geburtstagsgeschenk: eine Tasse aus dem Souvenirshop. Sie rechnete es Wulff hoch an, dass er den Dörverdener Termin nicht abgesagt hatte - 'trotz der Turbulenzen, die neuerdings in ihr Leben getreten sind.' Der Ministerpräsident lächelte und gab noch zum Besten, dass sein Name möglicherweise auf Wolf zurückzuführen sei.

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