Corona-Krise Das Warten auf die Gäste

Nach und nach greifen im Zuge der Corona-Krise immer weitere Lockerungen. Gastronomen und Hoteliers im Landkreis Verden leiden aber weiterhin. Die Gäste bleiben aus.
12.06.2020, 14:09
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Das Warten auf die Gäste
Von Onno Kutscher

„Die Gäste können kommen. Wir sind bereit.“ Die Botschaft ist deutlich und selbstbewusst – und dennoch wohnt dieser Aussage auch ein wenig Verzweiflung inne. Denn Gastronomen und Hoteliers im Landkreis Verden leiden nach wie vor unter der Corona-Pandemie – trotz der Lockerungen, die es mittlerweile gibt. Das wurde am Donnerstagabend im Daverdener „Waldschlößchen“ deutlich. Hier hatten zahlreiche Akteure dieser Branche zu einer Pressekonferenz geladen und Axel Klenke, Inhaber von Klenkes Gasthaus in Langwedel, machte schnell deutlich, wo das Problem liegt. „Die Gäste sind unsicher. Wir alle haben geöffnet, wir alle sind bereit, aber die Aufträge bleiben aus“, sagte er.

Das soll sich ändern. Deswegen haben sich zahlreiche Gastronomen und Hoteliers aus dem Landkreis zusammengetan. Unter dem Titel „Freundeskreis der Gastronomie“ wollen sie den Menschen die Ängste nehmen. „Wir sind keine Konkurrenten, wir sitzen alle in einem Boot, sind Kollegen. Wir gehen gemeinsam durch die Krise und werden uns auch künftig treffen“, sagte Axel Klenke und bekam Zuspruch von Jens Böhmermann, Geschäftsführer des Hotels Haberkamp in Uphusen. „Wir sind startklar und die Gäste sind willkommen.“

Diverse Sicherheitsvorkehrungen

Trotz der Lockerungen, die mittlerweile gelten, geht es aber natürlich noch immer nicht ohne die nötigen Sicherheitsvorkehrungen, auch darauf wiesen die Gastronomen und Hoteliers am Donnerstagabend noch einmal hin. So gilt weiterhin, dass ein Abstand von 1,5 Metern zwischen zwei Personen, die nicht einem oder einem weiteren Hausstand angehören, eingehalten werden muss. Auch müssen die Verantwortlichen Hygienemaßnahmen treffen, die geeignet sind, die Gefahr einer Infektion mit dem Coronavirus zu vermindern. Für viele Aufenthalte gilt zudem, dass Familienname, Vorname, die vollständige Anschrift und eine Telefonnummer dokumentiert werden müssen. Die Daten müssen für die Dauer von drei Wochen nach dem Besuch aufbewahrt werden, damit eine eventuelle Infektionskette nachvollzogen werden kann.

Der Pressekonferenz am Donnerstag war auch ein Treffen mit Landrat Peter Bohlmann und dem Gesundheitsamt vorausgegangen. Dabei ging es auch um die Unsicherheit, die manch ein Gastronom ab und an bei seiner Arbeit verspürt. So wurde unter anderem die Frage geklärt, ob denn das Personal permanent, acht Stunden am Tag, eine Maske tragen müsse. Das wurde verneint. Lediglich beim Kontakt mit dem Kunden sei das notwendig. „Das sind auch für uns wichtige Informationen“, hieß es aus den Reihen der Gastronomen.

Perspektiven schaffen

Unterstützung in dieser Krisensituation bekommt die Branche auch von der hiesigen Landtagsabgeordneten Dörte Liebetruth (SPD) und dem Bundestagsabgeordneten Andreas Mattfeldt (CDU). Der Christdemokrat betonte am Donnerstagabend, dass Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern vieles richtig und auch besser gemacht habe. „Dennoch haben wir Probleme, wie ich sie noch nie erlebt habe. Und das betrifft natürlich auch andere Branchen“, wollte er betont wissen. Daher habe der Bund auch schnell Hilfsprogramme auf den Weg gebracht, um Arbeitsplätze zu erhalten, den Fortbestand von Unternehmen zu sichern und soziale Notlagen zu vermeiden.

Dörthe Liebetruth verwies zudem auf den 22. Juni. An diesem Tag (geplant) soll im Land Niedersachsen die fünfte und letzte Stufe zur Lockerung der Corona-Regeln eingeläutet werden und somit weitere Erleichterungen in Kraft treten. „Aber wir müssen auch noch weiter in die Zukunft schauen. Was ist mit den noch anstehen Volksfesten im Landkreis? Auch dafür brauchen wir Perspektiven“, sagte sie. So steht in diesem Jahr unter anderem noch der Thänhuser Markt an, der offiziell noch nicht abgesagt wurde.

Info

Zur Sache

Dehoga unterstützt und berät

Dass viele Gäste noch zögerlich und verunsichert reagieren, das bestätigt auch der Kreisverband Verden des Deutsches Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoha). Dabei hätten sich viele Betriebe über das geforderte Maß hinweg aufgestellt. Bei der von Anke Giesges (vom Dehoga Kreisverband Verden) angebotenen Schulung zum Infektionsschutz-Gesetz und der BGN, wurden seit Mai schon 355 Eigentümer und Mitarbeiter (davon zwölf Betriebe in Verden) sensibilisiert und es konnten viele Fragen geklärt werden. Viele Betriebe haben die Möglichkeit genutzt und gleichzeitig die jährlich zu haltende Hygieneschulung mit gebucht, heißt es dazu vom Dehoga-Kreisverband. Wer in seinem Betrieb noch Handlungsbedarf sieht, kann sich an Anke Giesges telefonisch unter 01 62 / 1 73 67 63 oder per E-Mail an anke.giesges@web.de wenden.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+