Corona im Landkreis Verden

Strengere Regelungen wider Willen

Nachdem der Landkreis Verden bei den neuen Corona-Beschränkungen aufgrund der hohen Fallzahlen zunächst einige Ausnahmen zulassen wollte, muss er nun die strengeren vom Land vorgesehenen Regeln übernehmen.
23.10.2020, 16:23
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Strengere Regelungen wider Willen
Von Marius Merle

Die am Mittwoch angekündigte und am Freitag im Amtsblatt veröffentlichte Allgemeinverfügung des Landkreises Verden mit Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie angesichts der Überschreitung der 7-Tage-Inzidenz von 50 kommt schon einen Tag später nicht mehr zum Tragen. „Grund dafür ist die an diesem Freitag kurzfristig in Kraft getretene Verordnung des Landes. Sie sieht in Einzelbereichen weiterreichende Regelungen vor, hinter die die Landkreise in Niedersachsen mit ihren eigenen Regelungen nicht zurückfallen dürfen“, heißt es aus dem Kreishaus.

„Wir hatten in unserer Allgemeinverfügung – wie das Land jetzt auch – zwar enge und gleiche Grenzen hinsichtlich der zulässigen Personenzahl bei privaten Zusammenkünften und Feiern gesetzt, hatten aber bewusst einige Ausnahmen zugelassen, die das Land aber nicht einräumt“, kommentiert Landrat Peter Bohlmann. So sah der Landkreis bei den Personenbeschränkungen Ausnahmen für besondere lebensbegleitende Ereignisse wie Taufen, Eheschließungen und Beerdigungen vor. Auch eine Sperrstunde für die Gastronomie hatte der Landkreis in seiner Verfügung nicht angeordnet.

Das sieht das Land für Kreise und kreisfreie Städte, die die Grenze von 35 beziehungsweise 50 neuen Corona-Fällen pro 100 000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage überschreiten, aber anders. „Wir sind hier in Verden der Meinung, dass wir Landgasthöfe und Diskotheken nicht über einen Kamm scheren sollten“, sagt Bohlmann.

Keine Ausnahmen mehr für Feiern

Nach Landesverordnung, die an diesem Freitag in Kraft trat, gelten für Landkreise, die die 7-Tage-Inzidenz von 50 überschreiten, folgende Regelungen: An privaten Zusammenkünften und Feiern, die in der eigenen Wohnung, in anderen eigenen geschlossen Räumlichkeiten oder im eigenen Garten stattfinden, dürfen Personen aus nicht mehr als zwei Haushalten, höchstens aber insgesamt nicht mehr als zehn Angehörige und Personen teilnehmen. Gleiches gilt für Zusammenkünfte und Feiern an öffentlich zugänglichen Örtlichkeiten, in außerhalb der eigenen Wohnung zur Verfügung gestellten Räumlichkeiten und in gastronomischen Betrieben. „Ausnahmen für bestimmte Feiern gibt es dann keine mehr“, betont der Landkreis in seiner Mitteilung.

Veranstaltungen mit sitzendem Publikum sind auf maximal 100 Besucher beschränkt. Außerdem gilt in den betroffenen Landkreisen eine einheitliche Sperrzeit von 23 bis 6 Uhr für die Gastronomie. Den Gastronomiebetrieben ist zudem der Außer-Haus-Verkauf alkoholischer Getränke untersagt.

Schulen im Fokus

Darüber hinaus empfiehlt die Gesundheitsbehörde des Landkreises den Schulen im Kreisgebiet, den Sportunterricht bis Ende November einzustellen. „Mit Blick auf den Schulbeginn am Montag sollen weitere Maßnahmen im Bereich der Betreuungs- und Bildungseinrichtungen zielgerichtet und unter enger Betrachtung des örtlichen Infektionsgeschehen erfolgen“, erklärt Bohlmann.

Eine Maskenpflicht im Unterricht oder die Rückkehr zum Wechsel- oder Schichtmodell für den Schulunterricht könne gegebenenfalls für einzelne Schulen angeordnet werden, wenn das Infektionsgeschehen an einer Schule das erfordern würde und sich eine Verbreitung des Virus anders nicht verhindern lasse.

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