Kontaktübermittlung via QR-Code

Luca-App ist nun auch im Landkreis Verden nutzbar

Die Luca-App zur Kontaktübermittlung wird nun auch im Landkreis Verden eingesetzt. Wenn Unternehmen und Veranstalter das System anbieten, brauchen Besucher mit ihrem Smartphone nur einen Code zu scannen.
07.05.2021, 19:00
Lesedauer: 3 Min
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Luca-App ist nun auch im Landkreis Verden nutzbar
Von Kai Purschke
Luca-App ist nun auch im Landkreis Verden nutzbar

Auch fürs Einkaufen in den Geschäften kann die Luca-App nun im Kreis Verden genutzt werden, wenn die Läden sie anbieten.

Björn Hake

Als die Stadt Achim, vor ihrem Rückzieher, vor einem Monat als Corona-Modellstadt auserkoren wurde, hieß es, der Landkreis Verden würde daher als einer der ersten Kreise die Luca-App zur Kontaktübermittlung nutzen können. Nun ist es tatsächlich soweit, wie die Kreisverwaltung am Freitag erklärt hat: „Kontaktdaten können im Landkreis Verden ab sofort auch mithilfe der sogenannten Luca-App erfasst und im Bedarfsfall an das Gesundheitsamt übermittelt werden.“ Nachdem das Land Niedersachsen im März einen Rahmenvertrag zur Nutzung der App für die Kontaktdatenerfassung in Pandemiezeiten abgeschlossen hatte, nutzt nun der Landkreis eine entsprechende Lizenz.

Die Nutzung der App ist jedoch nicht vorgeschrieben. Unternehmen stehe es frei, Kunden auch weiterhin manuell zu registrieren oder andere Apps zur Kontaktnachverfolgung zu nutzen. Über die Luca-App können Firmen, Veranstalter, aber auch Privatpersonen die Kontaktdaten ihrer Kunden und Besucher auf einfache Weise digital erfassen und kommen damit ihrer Dokumentationspflicht nach. Vorbei sind dann die Zeiten, in denen Kunden und Besucher handschriftlich ihre Daten auf Papier hinterlassen mussten. Nutzer, die die kostenlose App auf das Smartphone geladen haben, hinterlegen in der App ihre Kontaktdaten. Beim Friseur, im Café oder in einem Geschäft müssen sich die Kunden dann lediglich vor Ort einchecken, indem sie via Smartphone den dort ausgehängten QR-Code - etwa mit der Kamerafunktion - einscannen. Genauso einfach soll auch das „Auschecken“ möglich sein. Wer kein Smartphone besitzt, kann laut Kreisverwaltung manuell vom jeweiligen Geschäftsbetreiber ein- und ausgecheckt werden.

Schnelle Übermittlung

Die App-Betreiber und auch die Länder setzen darauf, dass die Menschen ihre echten Daten eingeben, damit im Falle einer Infektionskette das Gesundheitsamt auch die richtigen Menschen informieren kann. Denn die „datenschutzkonform verschlüsselten Informationen“ werden dann nach vorheriger Freigabe an das
zuständige Gesundheitsamt übermittelt. Alle Personen, die sich zum Zeitpunkt im direkten Umfeld aufgehalten haben, können so über die App vom Gesundheitsamt verschlüsselt abgerufen werden. Durch die schnellere Übermittlung von Kontaktdaten sollen so Infektionsherde so klein wie möglich gehalten werden.

Geeignete Anwendungsbereiche für die App sieht der Landkreis Verden beispielsweise im Einzelhandel, in der Gastronomie, in Beherbergungsbetrieben, auf Veranstaltungen, in Kirchen, Krankenhäusern und Verwaltungen oder auf privaten Veranstaltungen. „Für die Kontaktnachverfolgung ist die Anwendung erst dann von Nutzen, wenn die Personenkreise so klein und überschaubar wie möglich gehalten werden“, erklärt der Landkreis. Geschäfte oder Eventlokalitäten sollten dazu möglichst in räumlich definierte Bereiche aufgeteilt werden. So sehe das Luca-System beispielsweise für einen Gastronomiebetrieb eine tischgenaue Einteilung vor.

Kreisverwaltung: „Zusätzlicher Baustein“

Zudem mache der Einsatz der App nur Sinn, wo die Erfassung von Kontaktpersonen vorgeschrieben und notwendig sei, weil mehrere Personen über einen längeren Zeitraum direkten Kontakt zueinander haben. „Wir sehen die Luca-App als einen zusätzlichen Baustein, um im Falle eines Ausbruchs die Personen zu ermitteln, die sich zum Zeitpunkt im direkten Umfeld aufgehalten haben“, sagt Kreissprecher Ulf Neumann. Je mehr Menschen so eine App nutzen und je mehr Betriebe so ein System anbieten würden, desto mehr steige auch die Akzeptanz in der Bevölkerung, heißt es aus dem Kreishaus.

Privatpersonen können die Luca-App im App Store oder Play Store kostenlos herunterladen und nutzen. Unternehmen, Veranstalter und andere Betreiber können sich unter www.luca-app.de registrieren und dort die notwendigen QR-Codes generieren. Auch für sie fallen keine Kosten an.

Info

Zur Sache

Corona: 54. Todesfall im Landkreis

Im Landkreis Verden ist es zum 54. Todesfall im Zusammenhang mit dem Coronavirus gekommen. Laut Kreisverwaltung starb eine 73-jährige Frau aus Verden am Dienstag in einem Krankenhaus außerhalb des Landkreises. Dem Gesundheitsamt des Landkreises wurden von Donnerstag- bis Freitagmorgen 28 neue Corona-Fälle gemeldet. Damit sind seit Beginn der Pandemie im Landkreis mittlerweile 3714 laborbestätigte Corona-Infektionen nachgewiesen worden. Gleichzeitig sind inzwischen 3458 Personen wieder genesen. Die Zahl der aktuell Infizierten im Landkreis, in dem 137.000 Menschen leben, beläuft sich auf 203 Personen. Es befinden sich weitere 431 Kontaktpersonen in Quarantäne. Sieben Personen werden aktuell stationär behandelt. Die kumulative Inzidenz der vergangenen sieben Tage – bezogen auf 100.000 Einwohner – lag nach Angaben des Robert-Koch-Institutes (RKI) am 7. Mai bei 94,1. Seit dem Impfstart am wurden im Landkreis 32.742 Erstimpfungen und 10.107 Zweitimpfungen (Stand: 7. Mai) durchgeführt.

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