Kaum ein Jugendlicher will heute noch Maurer werden / Azubis bekommen Einblicke in neue Technologien Den Baufirmen geht der Nachwuchs aus

Nach Angaben der des Projektes "Fachkräfteoffensive Landkreis Verden" wird im kommenden Jahr lediglich ein Jugendlicher im Landkreis seine Ausbildung im Maurerhandwerk beginnen. Die Bauwirtschaft hat immer stärker mit Nachwuchsproblemen zu kämpfen
28.05.2013, 05:00
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Den Baufirmen geht der Nachwuchs aus
Von Marius Merle

Nach Angaben der des Projektes "Fachkräfteoffensive Landkreis Verden" wird im kommenden Jahr lediglich ein Jugendlicher im Landkreis seine Ausbildung im Maurerhandwerk beginnen. Die Bauwirtschaft hat immer stärker mit Nachwuchsproblemen zu kämpfen

wie die Kreishandwerkerschaft bestätigt.

Verden. "In diesem Jahr wird erstmals deutlich, dass es in den Handwerksbetrieben mehr offene Ausbildungsstellen als qualifizierte Bewerber gibt", sagt Jens Wacker, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Verden-Osterholz. Diese Tendenz habe sich schon in den vergangenen Jahren abgezeichnet, sie stelle die Betriebe nun vermehrt vor ernsthafte Probleme.

Im Kampf gegen den Fachkräftemangel in der regionalen Baubranche bot das "Norddeutsche Zentrum für Nachhaltiges Bauen" am gestrigen Montag den Maurer- und Zimmerer-Auszubildenden der Berufsbildenden Schulen Verden Einblicke in die Zukunftstechnologien des Berufzweiges. "Unser Ziel ist es, das Fachwissen über innovatives Bauen an den Nachwuchs zu vermitteln", sagt Thomas Isselhardt vom Vorstand "Netzwerk nachhaltiges Bauen", der die insgesamt 20 Auszubildende im Verlauf des Vormittags umfassend informierte.

Zunächst führte Isselhardt die Auszubildenden über die Baustelle an der Artilleriestraße, auf der das neue Seminar- und Tagungszentrum entstehen soll. Er erläuterte die Vorbereitungsarbeiten für den mehrgeschossigen Holzrahmenbau. Im Anschluss hielt der Verdener Architekt einen Vortrag über das Bauprojekt und die Vorteile des innovativen Bauens mit den aktuellen Entwicklungen in den Kompetenzfeldern Passivhausbau, energieeffiziente Haustechnik und Strohballenbau. "Den Azubis soll vor Augen geführt werden, dass Berufe im Bereich des nachhaltigen Bauens Zukunft haben", sagt er in der Hoffnung, die jungen Leute doch noch für das Handwerk zu begeistern.

Kampf gegen das schlechte Image

An dieser Begeisterung für das Maurerhandwerk fehle es bei vielen potenziellen Auszubildenden, klagt Elke Vogler vom Bauunternehmen Oelkers in Verden-Walle. "Früher ist es einfacher gewesen, Lehrlinge zu finden, die auch zu uns passen", sagt sie und führt an, dass es an Bewerbungen grundsätzlich nicht mangele, die Eignung, Reife und die Motivation für den Beruf, der körperlich anstrengende Arbeit mit sich bringe, jedoch bei vielen Bewerbern nicht ausreiche.

Angeregt wurde die Veranstaltung auf der Baustelle beim "Norddeutschen Zentrum für nachhaltiges Bauen" von dem Projekt "Fachkräfteoffensive Landkreis Verden", nach deren Stand zum kommenden Jahr nur ein Jugendlicher seine Ausbildung zum Maurer beginnen wird. "Es ist wichtig, dass neue Technologien und Entwicklungen in die Ausbildung einfließen, um die Attraktivität des Berufes zu steigern", begründet Marita Schülbe von der Projektleitung die angestrebte Kooperation zwischen dem Zentrum und der BBS. Besonders das Image der Bauberufe sei nicht das beste, weshalb es das Ziel sein müsse, die Attraktivität dieser Jobs durch Informationen über die "durchaus vorhandene" Zukunftsfähigkeit zu erhöhen.

Gelinge dies, sei vielen geholfen. Zum einen den potenziellen Auszubildenden, die der handwerklichen Arbeit aufgrund der besseren Perspektive mehr Begeisterung entgegenbringen würden. Zum anderen auch den Bauunternehmen und der gesamten Baubranche im Landkreis Verden, die sich dann wieder über mehr als nur einen einzigen Maurer-Azubi in der Stadt freuen dürften.

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