Peter Maffay und Nena brachten Marlon mit 14 Jahren auf die große Bühne, jetzt will er wieder durchstarten „Die Verdener werden von mir hören“

Du stehst auf der Bühne, seitdem du ein Kind bist. Bist du eigentlich ein Naturtalent, oder hattest du damals Gesangsunterricht?Marlon Knauer: Meine Mutter und mein Vater haben mein Talent entdeckt, als ich zehn Jahre alt war. Gesangsunterricht hatte ich nicht, aber meine Eltern haben das gefördert.
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„Die Verdener werden von mir hören“
Von Anna Zacharias

Du stehst auf der Bühne, seitdem du ein Kind bist. Bist du eigentlich ein Naturtalent, oder hattest du damals Gesangsunterricht?

Marlon Knauer: Meine Mutter und mein Vater haben mein Talent entdeckt, als ich zehn Jahre alt war. Gesangsunterricht hatte ich nicht, aber meine Eltern haben das gefördert. Mein Vater ist Gitarrist und hatte da ein Ohr für.

Inzwischen trittst du auch im Duo mit „2 packens“ auf, wie kam es dazu?

Der Michael Insinger und ich haben uns bei ihm im Bauwagen zusammengesetzt und ein bisschen gejammt. Dabei haben wir gemerkt, dass es einfach passt. Mit ihm zusammen trete ich als Nächstes am 20. Januar bei Hannover auf. Aber vorher habe ich erst mal Studio-Termine. Und im neuen Jahr werden mit Sicherheit auch die Verdener noch von mir hören.

Das heißt, man darf sich bald auf ein neues Album von dir freuen?

Demnächst soll ein neues Album erscheinen, ja. Beziehungsweise sind mehrere Veröffentlichungen geplant. Nicht nur unter meinem Namen „Marlon“, sondern auch mit meinem psychedelischen Instrumentalprojekt „Skilla“. Daran arbeite ich nebenbei schon seit Jahren, auch in der Zeit, als ich nicht so sehr in der Öffentlichkeit stand. Aber man kann mich übrigens auch als Sänger buchen. Gerade nehme ich für ein Album in den Nemo-Studios in Hamburg auf. Da mache ich die Backing-Vocals und Zweitstimmen. Je nach Projekt bleibe ich anonym oder singe auch unter meinem Namen. Aber die Nachfrage nach einem neuen Marlon-Album ist groß. Es ist auch Wahnsinn, wie viele Cover-Versionen es von „Lieber Gott“ auf Youtube gibt, der Song ist immer noch bekannt.

Wie kam es damals eigentlich zu dem Song?

Peter Maffay hatte 2002 die Idee, mit mir ein Lied für die Opfer der Hochwasserkatastrophe herauszubringen. Den Song hat Philipp Palm geschrieben, der Mann von Nena. Und die Bandmitglieder von Nena sind gute Freunde meiner Eltern, so kam das Ganze zustande. Und Peter Maffay hat mir zum 14. Geburtstag sogar eine Gitarre geschenkt, die ich heute noch spiele.

Spielst du denn lieber im kleinen Kreis oder willst du am liebsten die großen Stadien füllen?

Alles. Ich mag es auch gemütlich. Allerdings spiele ich bei der Kälte nicht so gern draußen (lacht). Stimme und Gitarre kommen dann einfach nicht rüber, die Finger wollen dann eben nicht.

Welches deiner Konzerte hast du in besonders guter Erinnerung?

In der Scheune in Bruchhausen-Vilsen, da war eine wirklich gute Stimmung, die Leute waren richtig gut drauf. Und natürlich, als ich damals mit Udo Lindenberg und Nena auf der Bühne stand, das waren schon tolle Erfahrungen.

Wie würdest du deine eigenen Songs beschreiben?

Melancholische Liedermacher-Musik mit ganz viel Liebe. Langsam, schnell, mal poppig, manchmal spanisch.

Woher kommt der spanische Einfluss?

Ich bin als Kind mit meiner Mutter nach Gran Canaria gezogen, als meine Eltern sich getrennt hatten. Dort bin ich auch noch zur Grundschule gegangen und praktisch deutsch-spanisch aufgewachsen. Als ich zurück nach Deutschland kam, war das ziemlich schwer. Ich musste auch erst mal wieder in die Kultur hineinwachsen.

Gibt es unter deinen eigenen Produktionen einen Lieblingssong?

Von meinen Cover-Songs sind das die Deftones mit „Be quiet and drive“. Und von meinen eigenen Songs würde ich sagen: „Telepathie“. Da geht es darum, sich einfach wortlos zu verstehen. Die Momente, in denen man nichts sagt und sich irgendwie am besten versteht.

Das Interview führte Anna Zacharias.

Zur Person

Marlon Knauer (29) kommt ursprünglich aus Berlin, hat lange in Hannover gelebt und wohnt jetzt in einer Musiker-Kommune in Diepholz. Nachdem er im Alter von 14 Jahren schlagartig bekannt wurde, als er mit Peter Maffay, Udo Lindenberg und Nena den Song „Lieber Gott“ veröffentlichte, zog er sich später für eine Zeit aus der Öffentlichkeit zurück. Nun ist er in der Region bei diversen Konzerten, unter anderem auf der Straußenfarm Werder, bei Borboletta in Verden, in der Scheune in Bruchhausen-Vilsen oder auf dem Verdener Weihnachtsmarkt aufgetreten. Auch für das nächste Jahr sind Auftritte in Planung. Unter dem Namen „2 packens“ steht er auch mit Michael Insinger auf der Bühne. Den VERDENER-NACHRICHTEN gab er jetzt das erste Interview seit langem.
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