Domplatz-Festival

Kultur als Lebensmittel

Stargäste beim Domplatz-Festival Ende Juli in Verden sind Max Mutzke und Michael Schulte. Landrat Peter Bohlmann hat die Schirmherrschaft übernommen und unterstreicht damit die Bedeutung des kulturellen Lebens.
06.05.2021, 16:25
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Kultur als Lebensmittel
Von Jörn Dirk Zweibrock
Kultur als Lebensmittel

Ein- und Auslass in Corona-Zeiten: Der Jazz- und Blues-Verein von Volkmar Koy (l.) hat sich aus Bundesmitteln ein Personen-Leitsystem angeschafft. Hotelier Gördt Glander macht sich bei der Vorstellung des Programms für das Domplatz-Festival ein Bild davon.

Björn Hake

Bereits Friedrich Nietzsche wusste, dass das Leben ohne Musik ein Irrtum wäre. Weil die Mitglieder des Vereins Verdener Jazz- und Bluestage seit über einem Jahr kein Konzert mehr ausrichten konnten, juckt es ihnen nun umso mehr in den Fingern. Sie planen was das Zeug hält und haben dabei natürlich immer das Infektionsgeschehen, die Corona-Auflagen und Lockerungen für Geimpfte und Genesene im Blick.

„Die Open-Air-Konzerte auf dem Verdener Domplatz sind gesichert“, versprach Verdens Landrat Peter Bohlmann bei der Präsentation des Programms im Hotel Höltje in Verden. Er hat die Schirmherrschaft für das Festival am 30. und 31. Juli übernommen. Bohlmann ist fest davon überzeugt, dass die Kultur im Kreis Verden auch weiterhin eine bedeutende Rolle spielen werde und dankte dem Vereinsvorstand für seinen Mut und sein Engagement.

„Die Menschen sind hungrig nach Kultur, sie gehört zu den Lebensmitteln“, sagte Verdens Bürgermeister Lutz Brockmann und erinnerte daran, dass der Verwaltungsausschuss (VA) jüngst die Erhöhung der Kulturförderung beschlossen habe. Die Stadt stellt insgesamt 30.000 Euro für die Ausrichtung des Domplatz-Festivals zur Verfügung.

Darüber hinaus profitiert der Jazz- und Bluesverein auch vom Bundesprogramm Neustart Kultur. „Wir haben von dem Geld ein Personen-Leitsystem und eine Beschallungsanlage angeschafft“, erläuterte Vize-Vorsitzende Barbara Rucka. Die Ständer und Gurte sollen künftig als Ein- und Auslass-System bei kleineren Open-Air-Veranstaltungen, beispielsweise vor dem Domgymnasium oder auf dem Rathausvorplatz, zum Einsatz kommen. „Zehn Prozent der beantragten Fördermittel müssen wir aus Eigenmitteln bezahlen“, rechnete Rucka vor.

Security, Licht- und Sound, Catering, Toiletten - Hauptorganisator Wolfgang Krützfeldt hat bereits nahezu alles für das Domplatz-Festival unter Dach und Fach. Er geht davon aus, dass im Juni auch das Hygiene-Konzept steht. 15 Helfer, darunter auch die aktuellen FSJlerinnen des Jazz- und Bluesvereins, sollen für einen reibungslosen Ablauf beim Open-Air vor dem Gotteshaus sorgen.

Max Mutzke und Rüdiger Baldauf wollten eigentlich schon im November vergangenen Jahres in Verden spielen, doch pandemiebedingt wurde ihr Auftritt in der Domstadt in den Sommer verschoben. Am Freitag, 30. Juli, um 19 Uhr ist es nun endlich soweit. Dann stehen der Eurovision Song Contest-Teilnehmer aus dem Jahr 2014, früher Grand Prix, und der bekannte Jazztrompeter auf der Bühne vor dem Verdener Dom. „Max Mutzke ist ein netter, sympathischer Musiker und hat schon 2016 die Verdener Jazz- und Bluestage eröffnet“, erinnerte sich Dieter Rater vom Jazz- und Bluesverein an den Auftritt des Baden-Württembergers.

Während Mutzke, Gewinner des Jazz-Awards in Platin, und Baldauf in der „Trumpet Night“ Soul, Funk, Jazz und Rock präsentieren, stellt Michael Schulte einen Tag später, am Sonnabend, 31. Juli, sein Album „Highs and Lows“ vor (19 Uhr). Das Publikum kann sich sowohl auf aktuelle als auch bisher unveröffentlichte Stücke freuen. Der Buxtehuder hat beim Eurovision Song Contest 2018 in Lissabon den vierten Platz belegt. Vor Schulte steht Benne, Absolvent der Pop-Akademie Mannheim, auf der Bühne.

Vorbehaltlich der entsprechenden Genehmigungen können die Zuhörer Mutzke im Sitzen (600 Stühle), Schulte hingegen im Stehen (1000 Plätze) genießen. Wer sich am Stand der Domschänke in der Pause keinen Wein gönnen möchte, kann getrost mit dem Auto zum insgesamt zweiten Domplatz-Festival anreisen, denn: „Die Aller-Weser-Klinik stellt uns dafür extra ihren Parkplatz zur Verfügung“, freut sich Wolfgang Koy, Vorsitzender des Vereins Verdener Jazz- und Bluestage.

Parallel zum Domplatz-Festival plant er auch die Verdener Jazz- und Bluestage. Das Eröffnungskonzert in der Verdener Stadthalle am 24. September soll Stefanie Heinzmann, ebenfalls eine gute alte Bekannte in Verden, bestreiten. Auch an der Kneipennacht und dem Workshop-Programm „Jugend jazzt“ solle festgehalten werden. „Wir machen Verträge mit allen Bands aus dem Vorjahr“, erläutern die Macher der Verdener Jazz- und Bluestage.

„Alle Musiker sind glücklich, wenn sie endlich wieder vor Publikum auftreten können“, betont Koy. Der Kartenvorverkauf für alle geplanten Veranstaltungen ist bereits angelaufen. Tickets gibt es online unter www.nordwest-ticket.de.

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