Startschuss zu einer kreisweiten Aktion / Autofahrer sollen sensibilisiert werden Dreibeine gegen Wildunfälle

Landkreis. Das erste Dreibein steht - drei leuchtend rote Holzleisten mit dem Schild 'Wildunfall' daran. Jürgen Luttmann, Vorsitzender der Kreisjägerschaft Verden, und Axel Rott, stellvertretender Landrat und Hegeringleiter Wesermarsch, gaben am Mittwoch den Startschuss zur kreisweiten Aktion gegen Wildunfälle: Sie stellten den ersten 'Bock' am Reerer Damm zwischen den Ortschaften Amedorf und Reer auf.
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Von inka sommerfeld

Landkreis. Das erste Dreibein steht - drei leuchtend rote Holzleisten mit dem Schild 'Wildunfall' daran. Jürgen Luttmann, Vorsitzender der Kreisjägerschaft Verden, und Axel Rott, stellvertretender Landrat und Hegeringleiter Wesermarsch, gaben am Mittwoch den Startschuss zur kreisweiten Aktion gegen Wildunfälle: Sie stellten den ersten 'Bock' am Reerer Damm zwischen den Ortschaften Amedorf und Reer auf.

Kommt es jetzt zu einem Unfall mit Wildschweinen, Reh- oder Damwild, bauen die Revierpächter an der Stelle ein Dreibein auf, das ein halbes Jahr lang stehen bleibt. Die Landkreise Lüneburg, Uelzen und Lüchow-Dannenberg sind Vorreiter - sie machen mit der Aktion seit drei Jahren positive Erfahrungen.

Die Kreisjägerschaft will mit den Dreibeinen Autofahrer für Wildunfälle sensibilisieren und deren Aufmerksamkeit an besonders gefährdeten Straßenabschnitten erhöhen. Das heißt: einfach mal den Fuß vom Gas nehmen. 'Das Wild nutzt immer dieselben Wechsel, um von den Ruhezonen zur Nahrungsaufnahme zu gelangen', sagte Luttmann. Für Autofahrer bedeutet das: Das Wild kreuzt die Straßen meist an bekannten Stellen.

Rund 50 der insgesamt 150 Reviere nehmen an der Aktion teil. Die wird im Rahmen des Verdener Hegefonds, dem Arten- und Naturschutzprogramm der Jägerschaft und des Landkreises Verden, organisiert und finanziert. Landkreis, Jägerschaft und Revierverantwortlicher teilen sich die Kosten zu je einem Drittel. Die hölzernen Gestelle werden in den Waldheim-Werkstätten hergestellt und kosten pro Stück elf Euro. Die Jägerschaft hat 150 Stück an die beteiligten Reviere verteilt.

150 Kilometer Duftzäune

'Wir führen die anderen Aktionen zur Verhütung von Wildunfällen weiter', sagte Luttmann. In den vergangenen drei Jahren wurden auf einer Länge von mehr als 150 Kilometer Duftzäune und Wildwarnreflektoren entlang der Unfallschwerpunkte an Bundes- und Kreisstraßen angebracht. 'Im vorigen Jahr gab es landkreisweit rund 700 Wildunfälle', bilanzierte Luttmann, die Dunkelziffer liege weitaus höher. Damit diese Zahlen genauer werden und auch die Unfallschwerpunkte bezeichnet werden können, hat die Polizeiinspektion Verden-Osterholz eine 'Unfallkommission Wild' eingerichtet, der auch Kreisjägermeister Hilmer Kruse angehört. Die beschäftigt sich mit der Vermeidung und Verminderung von Wildunfällen und tagte bisher zwei Mal.

Ein Resultat: Die Untere Jagdbehörde verschickte an alle Revierinhaber Unfallmeldebögen. Zwar sind die Revierverantwortlichen ohnehin verpflichtet, angefahrenes Wild in so genannten Streckenlisten zu erfassen, aber die freiwillige Aktion geht mit Angabe von Tageszeit, Witterung und genauem Unfallort deutlich weiter, so Luttmann. Daraus erstellt die Polizei eine Statistik, und dann kann die Jägerschaft in Zusammenarbeit mit Landkreis, Polizei und Straßenmeistereien Reflektoren anbringen, Duftzäune aufstellen, rechtzeitig die Seitenräume mähen lassen - oder Dreibeine aufstellen.

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