Verden-Ost ist heute ruhig und beliebt / Dafür hat der „Bürgertreff Hoppenkamp“, der 20 Jahre alt wird, viel getan

Ein Problem-Viertel hat sich gewandelt

Der Stadtteil Verden-Ost hat sich in den vergangenen zehn Jahren zu einem grünen und beliebten Wohnquartier entwickelt. Maßgeblichen Anteil an dieser Verbesserung hat der Bürgertreff Hoppenkamp. Die Einrichtung blickt inzwischen auf ihr 20-jähriges Bestehen zurück, das im Rahmen eines Stadtteilfestes am 19. Juli gefeiert wird.
08.07.2013, 05:00
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Ein Problem-Viertel hat sich gewandelt
Von Andreas D. Becker
Ein Problem-Viertel hat sich gewandelt

Zum Stadtfest lädt der Bürgertreff am 19. Juli ein. Dafür wird vorab kräftig die Werbetrommel gedreht.

Strangmann

Der Stadtteil Verden-Ost hat sich in den vergangenen zehn Jahren zu einem grünen und beliebten Wohnquartier entwickelt. Maßgeblichen Anteil an dieser Verbesserung hat der Bürgertreff Hoppenkamp. Die Einrichtung blickt inzwischen auf ihr 20-jähriges Bestehen zurück, das im Rahmen eines Stadtteilfestes am 19. Juli gefeiert wird.

Verden. Vor 20 Jahren muss das Leben im Stadtteil Verden-Ost kein Vergnügen gewesen sein. Das Quartier mit der Hochhaussiedlung Schwarzer Berg galt als Problemviertel. Hohe Arbeitslosigkeit, Kriminalität, Verwahrlosung und Müll auf den Straßen sorgten für den schlechten Ruf. "Da ist auch schonmal ein Waschbecken durchs Fenster auf die Straße geflogen", erinnert sich Fred Pielsch, Mitarbeiter des Bürgerbüros Hoppenkamp. Nach dem Abzug der Engländer und durch den folgenden Leerstand sei das Quartier heruntergekommen. Um die negativen Entwicklungen zu stoppen, wurde der Bürgertreff vor 20 Jahren eröffnet.

Mittlerweile ist die problematische Zeit lange vorbei. Die Wohnblöcke sind zwar auch heute keine architektonische Zierde, aber die Bewohner können wieder in der Siedlung leben, ohne gefragt zu werden, ob sie auf der guten oder schlechten Seite der Salzstraße wohnen.

Dies Wende zum Besseren ist nicht zuletzt ein Verdienst des Bürgertreffs, der in diesen Tagen sein rundes Bestehen feiert. "Dank unserer Arbeit sind die meisten Probleme Vergangenheit", sagt Christel Kijewski, Leiterin des Bürgertreffs. Zwar sind Armut und Arbeitslosigkeit nach wie vor die drängendsten Probleme der Bewohner, von denen viele von Hartz-IV leben. "Aber der Stadtteil ist grün und er ist gut und sicher für Kinder", sieht Christel Kijewski positive Aspekte.

Um mittendrin im Quartier zu sein, ist das Büro der Einrichtung samt Internetcafé und Kleiderkammer in einer normalen Dreizimmerwohnung am Schwarzen Berg untergebracht. Auch die heutigen Wohnungsbaugesellschaften seien engagiert, um für geordnete Verhältnisse zu sorgen. In den Häuserblöcken sind insgesamt 330 Wohneinheiten untergebracht.

Zurzeit gibt es vier Eigentümer – drei Gesellschaften und eine Eigentümergemeinschaft. "Das Problem an dieser Konstellation ist, dass jeder nur seinen Bereich betrachtet, und nicht alle an einem Strang ziehen", sagt Christel Kijewski.

Zurzeit würden alle Bänke im Stadtteil erneuert, teilweise gemeinsam mit den Bewohnern. "Unsere Aufgabe sind Projekte zur Verbesserung des Wohnumfeldes", erklärt Fred Pielsch den Sinn der Aktion. Fünf Mitarbeiter sind im Bürgertreff Hoppenkamp tätig, die allerdings auch viel mit anderen Aufgaben betraut sind, etwa mit dem Kinderferienprogramm der Stadt oder mit Beteiligungsprojekten bei größeren Veränderungen oder Investitionen im Quartier.

Geändert im Laufe von zwei Jahrzehnten hat sich auch die Zusammensetzung des Viertels. Siedelten sich in den 90er-Jahren vor allem viele Aussiedler im Quartier an, ist es heute ein bunter Mix aus Familien mit Kindern, jungen Leuten, die ihre erste eigene Wohnung beziehen und Senioren, die teilweise schon lange im Quartier leben.

In den vergangenen Jahren sei das Quartier zusammengewachsen, sagt Christel Kijewski. Der Bürgertreff werde längst als wichtiger Teil des Stadtviertels akzeptiert. "Das gegenseitige Vertrauen ist da", sagt Fred Pielsch stolz. Zwar hat die Einrichtung feste Öffnungszeiten. "Wer ein Anliegen hat, kommt aber, wann er will. Die Leute wissen, wann wir da sind", führt der gelernte Erzieher fort. Die Anliegen, bei denen die Mitarbeiter helfen sollen, sind vielfältig: Ärger im Job und in der Familie, Anträge bei Behörden, Hilfe beim Abfassen von Briefen, Konflikte in der Nachbarschaft oder in der Ehe oder auch Suchtprobleme. Spaß mache der Job selbst nach 20 Jahren noch, betonen beide Bürgertreff-Mitarbeiter. "Die Menschen ändern sich, und deshalb hat man immer wieder einen neuen Bezug. Neue Projekte zu planen und umzusetzen, macht sowieso immer Spaß", sagt Kijewski. Zu den Dauerbrennern im Veranstaltungsprogramm gehört ein Computer-Kursus für Senioren, den es bereits seit vier Jahren gibt.

Gefeiert wird das 20-jährige Bestehen des Bürgertreffs am Freitag, 19. Juli, 15 bis 20 Uhr, im Rahmen des alljährlichen Stadtteilfestes. Neben allerlei Getränken und Speisen gibt es rund um den Bürgertreff am Hoppenkamp unter anderem Musik, Ponyreiten, Kinderschminken, Glücksrad, Bingo, Dosenwerfen, eine Hüpfburg, Hunde Agility und Zirkusvorführungen.

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