Stadthalle Verden Ein Prosit auf das Holz am Holzmarkt

Mit einem großen Frühschoppen am 4. November wird der zehnjährige Geburtstag der Betreibergesellschaft begangen. Als Tochter der Verdener Stadtwerke ist die Stadthalle wieder in ruhiges Fahrwasser geraten.
30.09.2018, 16:53
Lesedauer: 3 Min
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Ein Prosit auf das Holz am Holzmarkt
Von Jörn Dirk Zweibrock

Verden. Betreiberwechsel, Insolvenz, Zwangsversteigerung – die Geschichte der Verdener Stadthalle bietet inhaltlich auf jeden Fall genug Stoff für ein Theaterstück. Seit Gründung der Stadthalle Verden GmbH vor nunmehr zehn Jahren ist das Haus am Holzmarkt aber in ein ruhigeres Fahrwasser geraten. Beim Verfassen der Fortsetzung würde den Dramaturgen heute bestimmt schnell langweilig, denn das, was die Drei von der Stadthalle (Veranstaltungsleiterin Silvia Voige, ihre Assistentin Andrea Päffgen und Hausmeister Jürgen von Wieding) in der vergangenen Dekade geleistet haben, lässt sich wirtschaftlich ganz nüchtern betrachtet nur mit dem Begriff „Erfolgsgeschichte“ beschreiben. Absolut skandalfrei agiert das eingespielte Trio hinter den Kulissen, freut sich über die gute Auslastung von 90 Prozent. „In den nachgefragten Zeiten sind wir fast jedes Wochenende belegt“, freut sich Silvia Voige. Heute muss sie nicht mehr Klinken putzen gehen, heute kommen die Künstler zu ihr, schätzen die überaus familiäre Atmosphäre im Haus am Holzmarkt.

Den zehnten Geburtstag der Betreibergesellschaft und damit verbunden natürlich auch den Neuanfang will sie nun am Sonntag, 4. November, ab 11.30 Uhr groß mit einem Frühschoppen im Foyer feiern. „Bitte alle die Cowboy-Hüte mitbringen – es spielt nämlich die Band Johnny Cash Experience“, freut sich Voige auf einen countrylastigen Vormittag mit den Förderern, Freunden und Fans des Hauses am Holzmarkt

Wer mit wem? Diese Frage stellt sich nicht nur der geneigte Theaterzuschauer manchmal, diese Frage kommt auch immer wieder auf, wenn es um das nach Außen ziemlich kompliziert wirkende Besitzer- und Betreibergeflecht der Stadthalle Verden geht: „Eigentlich ist das ganz einfach. Die Stadthalle ist die Enkelin der Stadt Verden“, versucht die Veranstaltungsleiterin das Wirrwarr mit diesem von ihr gemalten Bild zu entflechten. Eigentlich logisch, wenn man bedenkt, dass die Betreibergesellschaft eine hundertprozentige Tochter der Verdener Stadtwerke ist. Nachfolger von Jochen Weiland als Geschäftsführer der Gesellschaft ist übrigens seit Sommer Stadtverwaltungs-Vize Andreas Schreiber. Besitzer der Stadthalle ist hingegen der Trägerverein Verdener Kulturflügel. „Die Verdener Stadthalle ist wirklich ein einzigartiges Modell in ganz Deutschland. Mit meiner Vollzeitstelle, den beiden halben Stellen der Kollegen und einem Betriebskostenzuschuss in Höhe von 95 000 Euro jährlich stemmen wir hier zwischen 60 und 70 Veranstaltungen pro Jahr. Das gelingt sonst wirklich niemandem“, erklärt Silvia Voige voller Stolz. Sie weiß natürlich auch, wem sie dies zu verdanken hat: „Meinem großartigen Team. Von den Aushilfen in der Gastronomie bis hin zu den freiberuflichen Veranstaltungstechnikern. Alle arbeiten total flexibel und sind dabei hoch motiviert.“

Der Mix macht es eben und das zahlt sich letztendlich auch aus: die Mischung aus Vermietungen und eigenen Veranstaltungen wie Partys und Bällen. „Gitte haben wir damals auch selbst veranstaltet“, erinnert sich Silvia Voige. Sie arbeite allerdings auch gerne mit Kooperationspartnern zusammen, „dann trägt man das Risiko nicht komplett allein“. Vereine und Verbände aus dem sogenannten städtischen Kontingent dürfen das Haus am Holzmarkt indes mietfrei nutzen, müssen lediglich für die Nebenkosten aufkommen. „Gerade auch das inklusive Hallo Verden-Festival hat uns immer wieder große Namen beschert“, geraten Silvia Voige und Andrea Päffgen regelrecht ins Schwärmen, wenn sie vom besonderen Charme dieser Veranstaltung erzählen. Neben dem Verdener Kulturflügel, dem Theater-Abo und ganz besonders dem Jazz und Blues-Verein locken natürlich auch die großen Konzertveranstalter bekannte Künstler wie Jürgen von der Lippe, Hagen Rether, Atze Schröder oder Luke Mockridge in die Allerstadt. „Wer einmal hier war, kommt erfahrungsgemäß auch wieder“, weiß die Veranstaltungsleiterin. Sei es nun ein Jürgen Becker, der vor seinem Auftritt in der Stadthalle erst noch ausgiebig beim Griechen um die Ecke gegessen hat, oder ein leutseliger Jochen Busse. „Die ganz großen Künstler sind alle total entspannt“, weiß Silvia Voige, die in ihrem Leben schon die kuriosesten Bühnenanweisungen gelesen hat – inklusive linksgedrehter Schokolade.

Das zum Millennium eingeweihte Haus am Holzmarkt verfügt bestuhlt über rund 600 Plätze. Was viele nicht wissen – um den Brandschutz zu gewährleisten, hockt bei jeder Veranstaltung ein Feuerwehrmann hinter der Bühne. Außerdem befindet sich vor dem schweren roten Samtvorhang noch ein spezieller Feuerschutzvorhang.

Mit den Stadtwerken im Hintergrund haben Veranstalter und Besucher also wieder Vertrauen in das Haus am Holzmarkt gefasst. „Obwohl wir noch kein einziges Plakat geklebt haben, ist Jürgen von der Lippe bereits ausverkauft“, freut sich die Veranstaltungsleiterin. Welches Geschenk haben sich die drei Enkel zum Geburtstag gemacht? „Ich freue mich, dass 2019 endlich einmal die Poposki-Show bei uns gastiert, das haben wir so lange versucht“, gesteht Silvia Voige.

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