Verdener Domweih Ein Umzug mit politischer Botschaft

Die Domweih ist eröffnet. Mit einem feierliche Umzug quer durch die Verdener Innenstadt läuteten 57 Wagen und Gruppen die fünfte Jahreszeit ein. Auch politische Botschaften wurden dabei laut.
02.06.2019, 17:50
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Von Lukas Warnecke

Verden. Besser hätte das Wetter in Verden nicht sein können. Unter strahlendem Sonnenschein eröffnete am Sonnabend die Verdener Domweih. Zum 1034. Mal wird dieses Fest in Verden bereits gefeiert. Sechs Tage lang können Gäste den großen, sich durch die ganze Innenstadt ziehenden Jahrmarkt besuchen. Bevor es jedoch richtig losgehen konnte, stand noch der traditionelle Domweihumzug auf dem Terminplan. Insgesamt 57 Wagen und Gruppen zogen durch die Straßen. Das wollten sich unzählige Verdener und Menschen aus dem Umland natürlich nicht entgehen lassen.

Akustisch machten die Wagen des Umzuges bereits aus einigen Metern Entfernung auf sich aufmerksam. Viele Teilnehmer brachten ihre eigene Musik mit und spielten diese über große Lautsprecher ab. Zusätzliche Unterstützung gab es von den Spielmannszügen, die in regelmäßigen Abständen ebenfalls für harmonische Klänge sorgten. Doch auch die Wagen selber zogen viel Aufmerksamkeit auf sich. Gleich zu Anfang des Umzuges zog der traditionelle Nachbau des Verdener Doms, St. Maria und Cäcilia, an den Zuschauern vorbei. Diesen nahmen sich andere Teilnehmer zum Vorbild. So trug zum Beispiel der Bund der Pfadfinder, in Anlehnung an ihre Reise in den Norden, ein nachgebautes Wikingerschiff durch die Straßen.

Die unterschiedlichsten Gruppen nahmen am Domweihumzug teil. Sportvereine, Unternehmen und Clubs wollten alle zusammen das Verdener Fest einläuten. Dabei überlegten sich die meisten von ihnen Kostüme und Darbietungen passend zu ihrem jeweiligen Bereich. So liefen die Mitglieder des Rollsportvereins Verden (RSV) beispielsweise nicht, sondern fuhren auf Rollschuhen an ihrem Publikum vorbei. Die meisten Teilnehmer entschieden sich jedoch für den Klassiker und warfen Süßigkeiten in die Menge. Viele Gäste waren bereits vorbereitet erschienen und trugen Taschen und Beutel mit sich, um große Beute machen zu können. Immer wieder brachen auch einzelne Menschen aus ihrer Formation aus, um Familie und Freunde am Straßenrand zu begrüßen. Obwohl sich die meisten Teilnehmer in in großer Feierlaune zeigten, war in diesem Jahr auch Platz für politische Botschaften. Aktionen wie „Friday for Future“ und Botschaften wie „Kinder haben auch Rechte“ fanden dieses Mal genauso Platz in der Prozession wie die ausgelassen feiernden Abiturienten.

Nach dem Domweihumzug machten sich viele Familien noch einmal auf den Rückweg, um sich kurz vor der Eröffnung noch ein wenig auszuruhen. Dabei war dafür dieses Jahr kaum Zeit dafür. Statt wie angekündigt um 15 Uhr wurde die Domweih zehn Minuten früher vom Bürgermeister mit einem „Prost Domweih“ und drei Böllerschüssen eröffnet. Der Besucherstrom riss jedoch auch nach der offiziellen Eröffnung nicht ab. Für die meisten Verdener ist der alljährliche Domweihbesuch selbstverständlich. „Es ist immer toll nette Leute zu treffen“, erzählen eine kleine Familie am Zuckerwattestand über ihre Besuche auf dem Volksfest. „Es ist einfach eine Gewohnheit.“ Für die jüngsten Gäste ist klar, was sie an diesem Tag an der Eröffnung der Domweih am liebsten mochten: Die Bonbons die beim Umzug in das Publikum geworfen worden.

Im Laufe des Nachmittags kürte die Domweihjury, bestehend aus Susanne Schukat, Ulrich Bundzus und Anja Köhnenkamp, noch die besten Gruppen des Umzugs. Unter den Fußgängern durfte sich der Caritasstift St. Johannis über den dritten Platz freuen. Er war unter dem Motto „Fantasie aus dem Mittelalter – für Menschen, mit Menschen – damals so wie heute“ angetreten. Den zweiten Platz sicherte sich der Kostümverleih Süstedt unter mit dem Titel „Kindergere(i)cht“. Der Bund der Pfadfinder, der sich thematisch dem Reisevergnügen gewidmet hatte, erlangte den ersten Platz. Bei den Festwagen landete die Ortsfeuerwehr Dauelsen, die so ihr 75-jährigen Jubiläum feierte, auf dem dritten Platz. Davor landete die Lebenshilfe Rotenburg-Verden unter dem Motto „Lebenshilfe im Wunderland“. Den ersten Platz sicherte sich der Scharnhorster Dorfverein, der so sein 25-jähriges Bestehen zelebrierte.

Weitere Fotos des Umzugs sind unter www.weser-kurier.de/web441 zu finden.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+