Zugunsten des Heimat- und Verschönerungsvereins Martfeld wird die Nachbildung versteigert

Eine Mühle für den heimischen Garten

Martfeld. Ein ungewöhnlicher Anblick bietet sich den wenigen Passanten, deren Weg sie zufällig an dem Grundstück von Familie Till in Martfeld vorbei führt. Denn in deren Vorgarten steht neuerdings die Fehsenfeldsche Mühle.
07.10.2016, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Marie Lührs

Martfeld. Ein ungewöhnlicher Anblick bietet sich den wenigen Passanten, deren Weg sie zufällig an dem Grundstück von Familie Till in Martfeld vorbei führt. Denn in deren Vorgarten steht neuerdings die Fehsenfeldsche Mühle. Obwohl der Garten viel Platz bietet, handelt es sich natürlich nicht um das Original. Es ist eine Nachbildung im Verhältnis 1:8, die Albert Till selbst angefertigt hat.

Es ist nicht das erste Kunstwerk, das der Metallbaumeister in der heimischen Werkstatt entwickelt hat, weiß seine Frau Susanne. „Er macht so etwas öfter“, erklärt sie und fügt hinzu: „Und auch sehr gerne.“ Als Mitglied des Heimat- und Verschönerungsverein (HVV) Martfeld baute er in der Vergangenheit schon mehrmals Dekorationsobjekte für Umzugswagen. Für einen solchen war auch die Fehsenfeldsche Mühle ursprünglich gedacht. Sie sollte zum Erntedankfest durch den Ort gefahren werden. Das wurde sie auch. Zu diesem Anlass trugen ihre Flügel noch eine Aufschrift zum 40. Bestehen des HVV. Da sie so gut geglückt war, waren die Veranstalter sich einig: Die Mühle ist zu etwas Höherem berufen. Deswegen nimmt sie am Samtgemeinde-Mühlentag, am kommenden Sonntag, einen besonderen Platz ein. Dann wird sie nämlich direkt vor ihrem großen Vorbild stehen, wo sie die Besucher genauer unter die Lupe nehmen können.

Doch nicht nur zum Anschauen wird die Mühle dann öffentlichkeitswirksam platziert. Denn am Mühlentag kommt die Miniatur unter den Hammer. Und das auch noch für den guten Zweck. Der Erlös soll nämlich in die Arbeit des Heimat- und Verschönerungsvereins in Martfeld fließen. Bei 499 Euro liege das Startgebot, erklärt Albert Till, der hofft, dass noch der eine oder andere Euro mehr bei der Versteigerung herum kommt.

So sehr Albert Till den Bau genossen hat, so sehr wünscht er sich nun einen neuen Standort für das Ergebnis. „Wir wollen sie hier nicht weiter stehen haben“, stellt Albert Till klar. Obwohl sich schon viele Menschen an den Anblick der Mühle gewöhnt haben. „Seit sie hier steht, bleiben immer wieder Leute stehen und gucken“, freut sich Susanne Till. Sogar eine Frauengruppe, habe ihre Radtour extra so gelegt, dass sie an der Gartendeko vorbei kommt. Die ist übrigens 2,3 Meter hoch – die Flügel mitgerechnet, ist es sogar ein guter Meter mehr. Je nach Flügelstellung geht sie bis zu 1,35 Meter in die Breite.

40 Stunden Arbeit hat der Erbauer in die Mühle gesteckt. „Ich habe mir angeschaut, wie groß das Original ist und dann losgelegt.“ Einen Bauplan habe er nicht gebraucht, „das mache ich alles im Kopf“. Von dem Stahlgestell im Inneren bis zu den fein aufgemalten Fenstern ist alles aus seiner Hand. Dabei bewies er ein Auge fürs Detail und sägte kleine Spalten in den Boden der Galerie, um sie noch originalgetreuer wirken zu lassen. Nur die Flügel sind ein wenig gröber geraten als die des großen Vorbilds. Außerdem seien sie nicht dafür konstruiert, sich im Wind zu drehen. Bewegen kann man sie trotzdem. Sowohl die Flügel als auch der gesamte Kopf können je nach Vorliebe in verschiedene Richtungen gewendet werden.

„Die Mühle lässt sich mit zwei Mann gut tragen“, erklärt der Erbauer. Gut 60 Kilo wiege die Konstruktion, die sich für einen leichteren Transport in drei Teile zerlegen ließe. Die Farbe, mit der auch die kleinen Fenster und das Tor auf die Oberfläche gemalt sind, ist zudem wetterfest. Das Kunstwerk aus Sperrholz und Stahlrohren übersteht mit ein wenig Pflege also auch den Einflüssen der Natur. Wer am kommenden Sonntag mitbieten möchte, der sollte um 15 Uhr bei der Fehsenfeldschen Mühle sein.

Fünf Mühlen öffnen Sonntag Informationen, Führungen, Leckereien, Ausstellungen – das alles und noch viel mehr erwartet die Besucher des Samtgemeinde-Mühlentages am Sonntag, 9. Oktober, in fünf Mühlen der Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen. Für Kinder gibt es zudem noch die Gelegenheit, etwas zu gewinnen. Wer nämlich an drei verschiedenen Stellen die Plüschmaus Frau Müller entdeckt, darf eine behalten. Hier darf gesucht werden: Behlmer Mühle, Sulinger Straße 119 in Engeln (11 bis 18 Uhr). Fehsenfeldsche Mühle, Kirchstraße 14 in Martfeld (11 bis 18 Uhr). Feldmühle Martfeld, Mühlenweg 1 in Martfeld (11 bis 18 Uhr). Noltesche Mühle, Mühlenweg in Süstedt (11 bis 18 Uhr). Wassermühle Bruchmühlen, Bruchmühlen 2 in Bruchhausen-Vilsen (11 bis 18 Uhr).
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