Parteiwechsel

Elke Twesten erhitzt Verdener Gemüter

Auch im Landkreis Verden ist der überraschende Wechsel der Rotenburger Grünen-Abgeordneten Elke Twesten in die CDU auf Verwunderung gestoßen. So verärgert reagieren die Politiker vor Ort.
07.08.2017, 17:07
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Elke Twesten erhitzt Verdener Gemüter
Von Anna Zacharias
Elke Twesten erhitzt Verdener Gemüter

Hat mit ihrem Parteiwechsel für Furore gesorgt: Elke Twesten.

Holger Hollemann, dpa

Elke Twesten aus dem Nachbarlandkreis Rotenburg verlässt die Grünen und wechselt zur CDU – diese Nachricht wird auch bei den Parteien vor Ort heiß diskutiert. Die Landtagskandidatin von Bündnis 90/Die Grünen, Doris Gerken, äußert sich enttäuscht und verärgert. „Mit dem Wechsel in eine andere Fraktion werden die demokratischen Wählerstimmen für grüne Politik missachtet“, meint sie und nennt Twestens Verhalten „undemokratisch“.

Die Verdener Grünen werfen der CDU eine „politische Intrige“ vor. Auch Gerard Dyck, Vorsitzender des SPD Ortsvereins Verden, zeigt Verwunderung: „Für die Genossen aus Verden eine rein persönliche Entscheidung.“ Er begrüßt die Entscheidung der Parteispitzen, den 15. Oktober als „rechtssicheren“ und frühestmöglichen Zeitpunkt der Landtagswahl zu wählen. SPD-Landtagskandidatin Dörte Liebetruth meint: „Elke Twesten entdeckt plötzlich ihre Liebe zur CDU und redet darüber, für den Bundestag oder das Europaparlament zu kandidieren: All das sagt viel über ihre Persönlichkeit aus. Mir sind Menschen lieber, die Politik aus Überzeugung für politische Inhalte machen“.

Lesen Sie auch

Laut dem CDU-Landtagsabgeordneten Adrian Mohr sei das Ausscheiden Twestens das Ergebnis einer längeren Entfremdung der Abgeordneten und ihrer Partei. Die Entscheidung sei Twesten nach 20 aktiven Jahren bei den Grünen sicher nicht leicht gefallen. „Die massiven Anfeindungen und Unterstellungen aus Reihen von SPD und Grünen, sie sei ,gekauft‘, finde ich verleumderisch“, sagt er. Die CDU-Listen für die Bundestags- und Landtagswahl seien lange fertig. „Ich finde Fraktionswechsel in der Wahlperiode nicht gut, aber ich respektiere die freie Entscheidung der Abgeordneten“, sagt Mohr. Darüber, dass in Thüringen die Koalition von SPD, Linken und Grünen nur dank eines Fraktionswechslers von der AfD zur SPD einen Sitz Mehrheit hat, habe er aus Reihen der hiesigen Grünen oder Sozialdemokraten keine Kritik gehört. „Den aktuellen Weg bejubele ich nicht. Aber es ist gut, dass diese überforderte Landesregierung keine Mehrheit mehr hat”, sagt er.

Landtagsabgeordneter Gero Hocker (FDP) findet es „schräg“, dass eine inhaltliche Begründung des Schrittes erst später nachgereicht wurde. Er vermute rein persönliche Gründe, sagte er unserer Zeitung. Der CDU mache er keinen Vorwurf, schließlich gebe es die Freiheit des Mandats. Die FDP sei nur insofern betroffen, dass die Kampagne zur vorgezogenen Wahl nun umstrukturiert werden müsse – was „ambitioniert“, aber machbar sei, so Hocker.

Lesen Sie auch

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+