Landkreis Verden Eltern fordern mehr Sicherheit auf Schulwegen

Riede/Felde. Seit fast drei Jahren machen sich besorgte Felder Bürger für mehr Sicherheit auf dem Schulweg ihrer Kinder stark. Ein Treffen mit Kommunalpolitikern soll nun zu Lösungsmöglichkeiten beitragen.
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Eltern fordern mehr Sicherheit auf Schulwegen
Von Lars Köppler

Riede/Felde. Seit fast drei Jahren machen sich besorgte Felder Bürger für mehr Sicherheit auf dem Schulweg ihrer Kinder stark. Jetzt haben sich Felder Einwohner mit Landtags- und Kommunalpolitikern sowie mehreren Fachleuten an Ort und Stelle getroffen, um nach Lösungsmöglichkeiten zu suchen.

Wie sehr sich die Eltern um die Gesundheit ihrer Schützlinge sorgen, belegte Ilse Lange mit Zahlen. "Wir haben 547 Unterschriften gesammelt, die wir jetzt an die Landesregierung weitertragen wollen", informierte sie die Gruppe, der sich neben vielen Bürgern unter anderem auch Bürgermeister Jürgen Winkelmann, Freidemokrat Gero Hocker, die SPD-Landtagskandidatin Dörte Liebetruth sowie Axel Eggers (Grüne) und die Mitglieder des Rieder Gemeinderates angeschlossen hatten.

Nach einem selbst für Erwachsene äußerst gefährlichen Fußmarsch entlang der ungesicherten Landesstraße 333 bis zur Einmündung nach Heiligenbruch ging die Delegation zum Meinungsaustausch über. Aber zunächst verdrehte der Ex-Polizist Hans-Henning Wirtjes vom Autoclub Europa (ACE) die Augen.

Unfallanalyst regt Lotsendienst an

"Hier gibt es ein riesiges Unfallpotenzial. Da kommen mir die Nackenhaare hoch", sagte der Spezialist für folgenschwere Unfälle mit Blick auf die Bushaltestelle mitten in der Tempo-100-Zone. Der Experte regte an, die Geschwindigkeit auf dem Okeler Damm schon 150 Meter vor dem Ortseingangsschild Felde auf 70 Stundenkilometer zu drosseln und kleine Huckel auf der Fahrbahn zu installieren. Marcus Neumann, bei der Polizeiinspektion Verden/Osterholz für Unfallanalysen zuständig, hält eine Querungshilfe auf dem Okeler Damm für nicht zielführend. "Die Erfahrung hat gezeigt, dass viele solcher Querungen gar nicht genutzt werden, und die Leute irgendwo über die Straßen gehen, wenn es der Verkehr zulässt", so der Polizist, der zudem die immensen Kosten für den Bau einer Querungshilfe mit Insel – etwa 60000 bis 80000 Euro – anführte.

Außerdem reiche hierfür, so Neumann weiter, die nach bisherigen Zählungen erreichte Zahl der straßenquerenden Passanten in diesem Bereich nicht aus. Als Zwischenlösung schlug Marcus Neumann für den Bereich des Okeler Damms einen Eltern-Lotsendienst vor.

In der Gemeinderatssitzung am Vortag der Ortsbegehung hatte sich das Gremium um Jürgen Winkelmann ebenfalls ausführlich mit der Schulwegsicherheit in Felde beschäftigt. Aus dem Rennen dürften das vielfach gewünschte Stopp-Schild und die Ampel sein. Die Straßenbehörde habe dies abgelehnt, auch weil es an der Einmündung freie Sicht gebe, berichtete Jürgen Winkelmann. Immerhin gibt es einen Hoffnungsschimmer anderer Art. So hat die Landesstraßenbehörde die Verlegung des Ortsschildes hinter die Bushaltestelle in Richtung Riede als kurzfristige Lösung in Aussicht gestellt. Somit ließe sich auch die für die Schulwegsicherheit geforderte Geschwindigkeitsreduzierung von 70 auf 50 Stundenkilometer realisieren.

Einigkeit herrschte unter den Gesprächspartnern in der Frage der Kostenaufteilung bei weiteren Maßnahmen. Hier sollten sich Land und Kommunen in gleichem Maße beteiligen. "Die Gemeinde Riede hat das Geld nicht. Es darf nicht alles an uns hängen bleiben", stellte Bürgermeister Jürgen Winkelmann klar.

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