Energieeffizienz-Netzwerk gestartet

Öffentliche Gebäude im Kreis Verden unter der Lupe

Der Landkreis Verden und seine Städte und Gemeinden haben nun ein mit Bundesmitteln gefördertes Energieeffizienz-Netzwerk gestartet, durch das ihre öffentlichen Gebäude untersucht und verbessert werden können.
18.04.2021, 13:45
Lesedauer: 3 Min
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Öffentliche Gebäude im Kreis Verden unter der Lupe
Von Kai Purschke
Öffentliche Gebäude im Kreis Verden unter der Lupe

Auch das Achimer Rathaus dürfte hinsichtlich seines CO2-Ausstoßes und seines Energieverbrauchs im Rahmen des Projekts betrachtet werden.

Björn Hake

Landkreis Verden. Der Landkreis Verden sowie seine Städte und Gemeinden wollen die kommunalen Energieverbräuche und CO2?Emissionen senken und starten daher unter der Regie der Klimaschutzagentur Klever ein sogenanntes Kommunales Energieeffizienz?Netzwerk (KEEN). Dazu fand nun die Auftaktveranstaltung als Videokonferenz statt. Landrat Peter Bohlmann gab darin laut Mitteilung von Klever den jeweiligen Verwaltungsvertretern die Richtung vor: "Die Senkung der Energieverbräuche und des CO2?Ausstoßes, das sind Themen, mit denen sich alle Kommunen noch stärker als bisher beschäftigen müssen.“

Die Energieagentur habe als Schnittstelle diese Aufgaben aufgegriffen und biete in einem vom Bundesumweltministerium geförderten Projekt umfassende Energieberatung in Verbindung mit konkreter Umsetzungshilfe an. Im ersten Schritt werden in dem Projekt für etwa 30 Liegenschaften pro Kommune Strom?, Wärme? und Wasserverbräuche ermittelt und mit deutschlandweiten Kennzahlen ähnlicher Gebäudeklassen verglichen.

Zehn Gebäude pro Gemeinde

Bei auffällig großen Abweichungen schauen die Energieexperten des Kooperationspartners Target GmbH aus Hameln laut Klever dann genauer hin: Rund zehn öffentliche Gebäude pro Kommune werden dann aus den je 30 ausgewählt, um sogar ein monatliches Energiecontrolling anzuwenden. „Schwachstellen werden nicht nur auf dem Papier, sondern auch bei Vor?Ort?Begehungen von den Energieberatern erfasst und analysiert“, heißt es in der Mitteilung. Für jedes Objekt werden Vorschläge erarbeitet, durch welche investive Maßnahmen Einsparungen erzielt werden könnten und wann sich diese rechnen würden.

„Rund ein Jahr Vorlaufzeit hat es gedauert, um das eine halbe Million Euro schwere Förderprojekt in den Landkreis zu holen“, freut sich Klever-Geschäftsführerin Janine Schmidt-Curreli über ihren Coup. Im Ergebnis erhielten die Klever-Gesellschaft, also der Landkreis Verden und seine Städte und Gemeinden, dadurch eine konkrete Prioritätenliste mit Maßnahmen, die umgesetzt werden sollten, um effizient Energie und CO2 einzusparen. Janine Schmidt-Curreli: „Aber das ist längst nicht alles. Es wartet ein bunter Strauß an Beratungsangeboten im Wert von 470.000 Euro. Der übliche Eigenanteil von 30 Prozent für die Kommunen entfällt durch die Eigenleistung der Klever.“

Vorträge und Schulungen

Neben Betriebsoptimierungen, laufenden Kontrollen des Energie? und Wasserverbrauchs und der Erschließung von Energieeffizienz?Potenzialen erhalten die Kommunen auch Fördermittelberatungen sowie Energieberichte, zu deren Aufstellung sie im neuen Klimaschutzgesetz Niedersachsens verpflichtet sind. Zusätzlich sollen jeweils vierteljährliche Treffen der Netzwerkpartner mit impulsgebenden Vorträgen stattfinden. Schulungen für Gebäudeverantwortliche und Hausmeister sowie individuelle Beratertage seien ebenfalls vorgesehen.

„Wir haben bereits fünf dieser geförderten Netzwerke mit über 40 Kommunen
je drei Jahre lang begleitet und verfügen daher über einen großen Erfahrungsschatz. Unser eigenes Wissen konnten wir nicht nur erfolgreich einbringen, sondern auch kontinuierlich vertiefen und erweitern. Die so gewonnen Erfahrungen möchten wir jetzt sehr gerne auch hier nutzen und weitergeben“, sagte Energieberater Jan Norrmann von der Target GmbH. Diese wolle bereits in der kommenden Woche mit den Vor?Ort?Beratungsterminen starten.

Info

Zur Sache

Kommunale Netzwerke

Zwei Drittel des Energiebedarfs im öffentlichen Sektor entstehen in den rund 12.000 Gemeinden und Landkreisen. Diese bieten daher hohe Einsparpotenziale, sodass die Bundesregierung zum 1. Januar 2015 ein Förderprogramm für regionale Energieeffizienz-Netzwerke für Gebietskörperschaften startete (über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle). Laut diesem unterstützt es den Aufbau und Betrieb von etwa 20 kommunalen Energieeffizienz-Netzwerken. Die Förderdauer beträgt in der Gewinnungsphase neun Monate pro Netzwerk und in der Netzwerkphase drei Jahre pro Netzwerk. Das Kommunale Energieeffizienz?Netzwerk (KEEN) im Landkreis Verden wird über die Kommunalrichtlinie des Bundesumweltministeriums gefördert und läuft von April dieses Jahres bis März 2024.

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