Zahlreiche Schaulustige bestaunen auf dem Lugenstein bis zu 84 Jahre alter Oldtimer / 136 Fahrzeuge bei Rallye des AC Verden Fasziniert von alter Automobiltechnik

Verden. Glänzende Karosserien, lautes Motorenbrummen, Benzingeruch in der Luft; dazu strahlender Sonnenschein: Petrus hat der 18. Internationalen Oldtimer- und Classic Rallye der Reiterstadt Verden einen perfekten Rahmen beschert. 136 Fahrzeuge zählte der Automobilclub (AC) Verden diesmal bei der von ihm organisiertenVeranstaltung.
13.08.2012, 05:00
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Von Sebastian Oldenborg

Verden. Glänzende Karosserien, lautes Motorenbrummen, Benzingeruch in der Luft; dazu strahlender Sonnenschein: Petrus hat der 18. Internationalen Oldtimer- und Classic Rallye der Reiterstadt Verden einen perfekten Rahmen beschert. 136 Fahrzeuge zählte der Automobilclub (AC) Verden diesmal bei der von ihm organisiertenVeranstaltung.

Vom Landhaus Badenhoop in Schafwinkel führte die rund siebenstündige und etwa 150 Kilometer lange Tour bis nach Sottrum im Landkreis Rotenburg und über Posthausen, Langwedel und Verden wieder zurück zum Ausgangsort. Die Fahrzeuge waren in drei Klassen eingeteilt: Touristische Ausfahrt (20 bis 35 km/h), sportliche Ausfahrt (36 bis 50 km/h) und einfache Ausfahrt (ohne Vorgaben). Unterwegs mussten unterschiedliche Prüfungen absolviert werden. Zeitmessungen an verschiedenen Kontrollpunkten überwachten die Einhaltung der Durchschnittsgeschwindigkeit.

Auf Geschwindigkeit kommt es den Oldie-Freunden allerdings nicht an, sie wollen den Fahrspaß genießen. "Es ist toll, mit diesen Autos gemütlich ins Grüne zu fahren", sagt Peter Buchenau, der mit seinem alten Austin-Healey, Baujahr 1959, aus Kassel angereist war. Buchenau fährt regelmäßig große Strecken, unter anderem die Tour Österreich-Italien. Die Tankfüllung von 50 Litern reicht für gut 350 Kilometer.

Der 57-jährige Michael Dohausen aus Hoisdorf in Schleswig-Holstein nutzt seinen Ford A dagegen nur für kleine Ausfahrten wie die Rallye des AC Verden. Im Jahr nimmt er an fünf bis sechs solcher Veranstaltungen teil. "Da kommen dann auch über eintausend Kilometer zusammen", so Dohausen. Als er sein 84 Jahre altes Gefährt im Jahr 2000 gekauft hat, lief der Ford A nicht. "Zwei Jahre lang habe ich daran herumgeschraubt", erzählt Dohausen. Er habe versucht, die Originaltechnik so gut wie möglich zu erhalten. Zum Beispiel eine 6-Volt-Batterie aufzutreiben, sei nicht einfach gewesen.

Als Hartmut Hattenhorst beim Zwischenstopp in Verden mit seinem Austin-Healey MK 3 auf den Lugenstein fuhr, war ihm die Aufmerksamkeit der zahlreichen Schaulustigen sicher. Sein knallrot lackierter Wagen aus dem Jahr 1967 bildete farblich einen Kontrast zu den meisten anderen Fahrzeugen. Der Bad Salzuflener hat sein 1983 erworbenes Auto einmal komplett saniert. "Wenn man das solide macht, hat man eigentlich keine Probleme mehr", so Hattenhorst. Technik war das alles beherrschende Gesprächsthema der Oldie-Freunde. Auch für Lokalmatador Michael Hartjen macht sie den besonderen Reiz an den alten Fahrzeugen aus. "Was die sich damals schon alles haben einfallen lassen, ist toll", sagt der Besitzer eines Alvis Firefly aus dem Jahr 1933. Natürlich besäßen solche Automobile noch keine Servolenkung. "Und keine Stoßdämpfer", ergänzt Beifahrer Ulf Norén.

Doch nicht nur klassische Oldtimer gab es am Sonnabend zu bestaunen. Auch ein ehemaliger Jeep der US-Army reihte sich in die Kolonne ein. "Er fährt sich spannend", so Besitzer Richard Lehr aus Kirchlinteln. Wegen der Einzelradaufhängung sei das Fahren auf der Straße etwas gewöhnungsbedürftig, dafür besitze der Jeep "wahnsinnige Geländequalitäten".

Im nächsten Jahr kommen die Oldies wieder, dann wird der AC Verden zur 19. Internationalen Oldtimer- und Classic Rallye einladen.

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