Neubau in Verden-Walle

Zustimmung zum neuen Feuerwehrhaus

Der Finanzausschuss Verden hat dem Baubeschluss zum neuen Feuerwehrhaus in Verden-Walle zugestimmt. Für längere Diskussionen sorgte die Frage der Fassadengestaltung: Holz oder Klinker.
08.05.2021, 06:17
Lesedauer: 3 Min
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Zustimmung zum neuen Feuerwehrhaus
Von Andreas Becker
Zustimmung zum neuen Feuerwehrhaus

Das alte Feuerwehrhaus in Walle soll durch einen Neubau an der Ortsdurchfahrt ersetzt werden.

Björn Hake

Holz oder Klinker - die Frage, welches Material das geplante Feuerwehrhaus in Verden-Walle verschönern soll, hat nicht nur für lange Diskussionen im jüngsten Fachausschuss für Finanzen und Vermögen am Donnerstag gesorgt. Am Ende enthielten sich wegen dieser Frage die Vertreter von SPD und Grünen bei der Abstimmung über den Baubeschluss. Mit drei Ja-Stimmen wurde der Baubeschluss dennoch einmütig empfohlen.

Der Baubeschluss, den am 18. Mai der Stadtrat Verden letztlich fassen soll, beinhaltet die weitere Planung des Projekts laut vorliegendem Entwurf sowie die Errichtung des neuen Feuerwehrhauses. Dazu wird die Verwaltung noch im Mai den Bauantrag einreichen. Der aktuelle Zeitplan der Hochbauabteilung sieht weiter vor, die Ausschreibung und Vergabe der Gewerke bis August abzuschließen. Baubeginn könnte dann ebenfalls im kommenden August sein. Als Termin für die Fertigstellung peilt die Stadt August 2022 an.

Die Kosten für das Projekt hatte der Stadtrat auf drei Millionen Euro gedeckelt. Ob diese Grenze eingehalten werden kann? „Abwarten“, sagt Hochbauleiter Wolfgang Tobias. Zum einen sei erst nach der Ausschreibung sicher, wie hoch die Angebote der Firmen tatsächlich ausfallen. Zum anderen habe die Feuerwehr Walle zusätzliche Wünsche geäußert, die aktuell zu einer Überschreitung um etwa 65.000 Euro führen würden. Die Einsatzkräfte hatten sich für den Einbau einer Einbruchmeldeanlage (EMA) ausgesprochen. Die Investition dafür gibt die Verwaltung mit einmalig 15.000 Euro an, dazu kommen jährliche Wartungskosten von etwa 2300 Euro. Außerdem wünscht sich die Feuerwehr Walle eine Einfriedung des gesamten Grundstücks mit einem Zaun sowie eine elektrische Toranlage, was 61.000 Euro kosten würde.

Stadtkämmerer Andreas Schreiber plädierte dafür, beide Punkte mitzuplanen, aber über den tatsächlichen Einbau der zusätzlichen Ausstattung erst später zu entscheiden. „Dafür haben wir noch Zeit, wenn die Ergebnisse der Ausschreibungen vorliegen, und wir wissen, ob wir den finanziellen Deckel einhalten“, so Schreiber. Zurzeit seien das „Blicke in die Glaskugel“.

Ob Holzfassade oder Klinker - das neue Feuerwehrhaus wird nach einem bereits gefassten Beschluss des Stadtrats „in nachhaltiger und ökologischer Bauweise“ errichtet. Dazu wird die Konstruktion in Holzrahmenbauweise hergestellt, wobei ökologische Dämmstoffe zum Einsatz kommen sollen (Holzfaser, Zellulose). Als Außenhülle hat der Architekt Klinkersteine vorgesehen, auch um dem Waller Ortsbild zu entsprechen. Auch der Ortsrat hatte sich in seiner Sitzung einstimmig für Klinker ausgesprochen, wie Ortsbürgermeister Detlef Peterson (CDU) im Ausschuss berichtete. „Walle als Stützpunktwehr bekommt eine gute Ausstattung. Das kann Begehrlichkeiten wecken. Deshalb wäre eine Einbruchmeldeanlage sinnvoll“, argumentierte Peterson für eine zusätzliche Sicherung. Als Alternative, die besser zum Ortsbild passen würde, brachte er statt eines Zauns eine Grünhecke ins Gespräch. Auch Jürgen Moje (CDU) betonte als ehemaliger Polizist den Sinn einer Einbruchmeldeanlage. Anstelle eines Zauns brachte er stachelige Gewächse wie Hundsrosen und Weißdorn ins Gespräch. „Das ist der beste Schutz und viel preiswerter als ein Zaun“, sagte er.

Ingo Neumann (SPD) lobte - wie die anderen Fraktionen auch - die Entwurfsplanung des Architekten, „vor allem die Klimaschutzaspekte“. Auch deshalb wünsche sich die SPD-Fraktion eine Holzfassade. Er schlug vor, bei der Ausschreibung beide Varianten anzufragen und dann die Kosten zu vergleichen. Auch Rasmus Grobe (Grüne) favorisierte aus ökologischen Gründen eine Holzfassade. Es sei jedenfalls gut, beide Varianten auszuschreiben. Dieser Anregung erteilte Wolfgang Tobias allerdings gleich eine Absage. „Mit einer zweigleisigen Ausschreibung ist es nicht getan, das muss auch zweigleisig geplant werden. Die Zeit haben wir nicht“, so der Hochbauleiter.

Jens Richter und Lars Brennecke (beide CDU) plädierten für eine Klinkerfassade. „Da sollten wir der Empfehlung des Ortsrates folgen“, sagte Richter. Und Brennecke brachte die möglichen Folgekosten einer Holzfassade ins Gespräch, Stichwort: regelmäßiges Streichen mit einer Schutzfarbe. Die Verdener Klimaschutzbeauftragte Lisa Pischke bestätigte auf Anfrage des Ausschusses, dass Holz zwar ökologischer sei. Klinker habe aber durch seine Langlebigkeit auch Vorteile, und letztlich müssten auch die Bedürfnisse der Nutzer berücksichtigt werden. Letztlich müsse aber das gesamte Projekt betrachtet werden, um die Ökobilanz eines Bauwerks zu bekommen.

In Bezug auf die Mehrkosten nannte der Architekt bei der Holzfassade ein Plus von geschätzten 23.000 Euro. „Es ist wichtig, dass wir eine Deckelung der Baukosten haben, und wir gehen schon jetzt sehr nah an diesen Deckel heran“, gab Schreiber zu bedenken. Am Ende wurde die Entscheidung über das Fassadenmaterial verschoben. Wolfgang Tobias gab sich aber optimistisch, dass offene Fragen in den Fraktionen bis zur Ratssitzung geklärt würden.

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