Kreistag

Für ein geeintes Europa

Die Fraktionen im Verdener Kreistag haben einen Antrag verabschiedet, durch den die Völkerverständigung in Europa gefördert werden soll. Jugendbegegnungen stehen im Vordergrund.
31.03.2019, 14:37
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Für ein geeintes Europa
Von Onno Kutscher
Für ein geeintes Europa

Symbolbild: Europaflagge.

Horst Ossinger(DPA

„2019 ist ein Schicksalsjahr für Europa.“ Wilhelm Hogrefe fand in der jüngsten Sitzung des Verdener Kreistags deutliche Worte. Und der Vorsitzende der CDU-Fraktion machte auch keinen Hehl daraus, wie er sehr ihn der Zustand Europas beschäftige. „Der drohende Brexit, die Beziehungen zu Russland. Das beschäftigt mich, das treibt mich um.“ Gemeinsam mit der SPD-Fraktion hatte die CDU daher einen Antrag ins Spiel gebracht, mit dem Ziel, Europa wieder zu stärken. Im Vordergrund steht dabei die Völkerverständigung, die mit einigen Initiativen angeschoben werden soll. Dieser Antrag fand eine breite Mehrheit und wurde einstimmig so angenommen.

Worin geht es im Kern: Wie Hogrefe erklärte, soll die von der Landesregierung, den Kirchen, den Wirtschaftsverbänden und den Gewerkschaften angeschobene Initiative „Niedersachsen für Europa“ nachdrücklich vom Landkreis Verden unterstützt werden. Auch mit Fördermitteln solle dazu beigetragen werden, dass möglichst vielen jungen Menschen aus dem Kreisgebiet die Möglichkeit geboten wird, in einem Land Europas eine bestimmte Zeit zu lernen, zu studieren und zu arbeiten. Wie gut das klappen kann, hatte zuletzt eine Europa-Abend in Thedinghausen gezeigt (wir berichteten). Hier hatte unter anderem eine Schülerin der BBS Verden aufgezeigt, wie viel ihr der Aufenthalt im europäischen Ausland gebracht habe, so Hogrefe.

„Demokratie und Völkerverständigung sind die Grundlagen für eine Zukunft in Frieden und Freiheit. Vor 70 Jahren begann mit der Aussöhnung zwischen Frankreich und Deutschland die längste Friedensperiode auf unserem Kontinent. Die folgende Einigung Europas und die Öffnung des Eisernen Vorhangs hat zu wirtschaftlicher Prosperität und schließlich auch zur Einheit Deutschlands geführt“, heißt es im Antragstext. Hogrefe ergänzte: „Der Landkreis Verden liegt mitten in Europa. Über Jahrhunderte war auch unsere Heimat Kriegsschauplatz. Zigtausende unserer Vorfahren haben in den Kriegen ihr Leben verloren oder sie wurden verwundet. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde unsere Heimat Zufluchtsort für Vertriebene und Geflüchtete, insbesondere aus dem östlichen Teil Deutschlands.“ Um die Erinnerung wachzuhalten und die Erfahrung unserer Vorfahren an junge Menschen weiterzugeben, habe der Kreistag bereits 2014 einen Grundsatzbeschluss zur Förderung der Erinnerungskultur gefasst, dessen wesentlichstes Ziel es ist, einen Beitrag zur Völkerverständigung zu leisten.

Laut Antragstext von CDU und SPD sollen im Zusammenwirken mit den Städten und Gemeinden die Schulen im Kreisgebiet dabei unterstützt werden, ihre Europa-Kompetenz zu erweitern. Außerdem sollen Vereine und Initiativen unterstützt werden, Jugendbegegnungen im Landkreis Verden mit dem Ziel der Völkerverständigung umzusetzen. „Ziel ist es, dass alle jungen Menschen im Landkreis Verden die Möglichkeit bekommen, ins europäische Ausland zu reisen“, fasste Hogrefe das Ziel des Antrags zusammen.

Dörte Liebetruth (SPD) warb ebenfalls für den Antrag. „Entwicklungen wie der Brexit bringen neue Hindernisse, Jugendbegegnungen aber bauen Brücken“, sagte die Landtagsabgeordnete. Viel Werbung aber musste sie tatsächlich nicht machen. Der Antrag stieß auch bei den weiteren Fraktionen im Kreistag auf Zustimmung. Gero Hocker von der FDP sagte: „Es ist eine Zeit, in der Europa oft kritisiert wird. Auch ich bin nicht mit allen Dingen zufrieden. Dennoch halte ich den Antrag für unterstützenswert.“

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