Mediengestalterin Joanna Cohrs „von schlechten Gewohnheiten der Lehrzeit“ reingewaschen Gautschfeier nach Vollbad

Für Joanna Cohrs ist die Entlassung aus der Lehrzeit zu einer nassen Angelegenheit geworden: Die im Hause der Werbung ausgebildete Armsenerin wurde gegautscht, wie es einem alten Brauch entspricht.
13.08.2012, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Gabriele Tetzner

Für Joanna Cohrs ist die Entlassung aus der Lehrzeit zu einer nassen Angelegenheit geworden: Die im Hause der Werbung ausgebildete Armsenerin wurde gegautscht, wie es einem alten Brauch entspricht.

Verden. Ab sofort darf Joanna Cohrs sich mit Fug und Recht als mit allen Wassern gewaschene Mediengestalterin für Digital- und Printmedien bezeichnen. Nach zwei-jähriger Ausbildung hat sie nicht nur ihre Prüfungen erfolgreich bestanden, von ihrem Chef Harald Nienaber und den Kolleginnen und Kollegen aus dem Haus der Werbung wurde sie dem bis ins 16. Jahrhundert rückverfolgbaren Buchdruckerbrauch des Gautschens unterzogen. Anschließend erhielt Cohrs bei einer kleinen Freisprechzeremonie im Firmengarten am Anita-Augspurg-Platz den Gautschbrief überreicht und gilt nun als von allen schlechten Gewohnheiten der Lehrzeit reingewaschen.

An Armen und Beinen gepackt

Was genau auf sie zukommen würde, wusste die frischgebackene Gesellin kurz vor Beginn der mit einem Grillfest verbundenen Gaudi nicht. "Ich wollte im Internet nachschauen, habe es aber nicht mehr geschafft", sagte die 37-Jährige, die dann große Augen machte, als Matthias Hemmelskamp und Torsten Stern sie als "erster und zweiter Packer" auf Geheiß von "Gautschmeister" Harald Nienaber an Armen und Beinen zu einem Stuhl trugen und zunächst auf einen nassen Schwamm setzten.

Kurz darauf waltete "Schwammhalter" Kevin Kruse seines Amtes und ließ zusätzlich von oben Wasser regnen. Doch damit nicht genug: Fürs historisch kostümierte Kollegium aus dem Haus der Werbung, das mit sichtlichem Vergnügen den Brauch bereits zum vierten Mal am Berufsnachwuchs der Verdener Firma ausübte, gilt stets nur die volle Ladung. Im nächsten Gang landete Joanna Cohrs in einer mit Wasser gefüllten Zinkwanne, wurde untergetaucht und zu guter Letzt noch einmal mit einem Eimer Wasser übergossen. Pudelnass, aber strahlend lauschte sie anschließend der Rede, mit der sie endgültig als gleichwertiges Mitglied aufgenommen wurde, denn Cohrs wird von ihrem Ausbilder in Vollzeitbeschäftigung übernommen.

Für die im polnischen Swiebodzin geborene Mutter eines 16-jährigen Sohnes geht damit ein großer Wunsch in Erfüllung. Als sie 1996 nach Deutschland kam, fand Cohrs in ihrem erlernten Beruf als Schaufensterdekorateurin keine Anstellung. Lange jobbte sie bei einer Tankstelle, belegte dann einen mediengestalterischen Kurs und verschickte über zwei Dutzend Bewerbungen. "Die einzige Antwort erhielt ich vom Haus der Werbung", erinnerte sie sich. Nach einem dreimonatigen Praktikum stand für sie fest, dass sie in dem Betrieb bleiben möchte. Bedingung war allerdings, eine komplette Ausbildung zu absolvieren. "Das war anfangs schon merkwürdig, in meinem Alter wieder die Schulbank zu drücken. Aber die jungen Mitschüler in der Berufsschule Hannover haben mich problemlos akzeptiert. Es war eine schöne Zeit," so die Armsenerin, die ihre Ausbildung mit einem "Sehr gut" im praktischen und einem "Gut" im schriftlichen Teil krönen konnte.

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