Arbeitsgemeinschaft Achimer Sportvereine

Kein Vorsitzender, kein Problem

Seit über sieben Monaten ist die AAS ohne Vorsitzenden und wird das wohl auch noch länger bleiben. Bisher gibt es aber auch keine Probleme, so laufen etwa die Bauarbeiten für den Kunstrasen nahtlos weiter.
28.05.2020, 16:22
Lesedauer: 4 Min
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Kein Vorsitzender, kein Problem
Von Patrick Hilmes
Kein Vorsitzender, kein Problem

Die Bauarbeiten für den ersten Kunstrasenplatz in Achim sind angelaufen. Die AAS wird später einmal die entsprechenden Trainingszeiten an die Vereine vergeben.

Björn Hake

Führungslos durch die Corona-Krise. Das klingt nach einer Schreckensmeldung. Ohne kann es schließlich in Zeiten der Pandemie, des Lockdowns und der nun folgenden Lockerungen schnell chaotisch werden. Das gilt ebenso für den Sport. Hat Corona doch auch ihn, die Sportler und die Vereine zunächst stillgelegt und damit gleichzeitig vor reichlich Probleme gestellt. Doch im Fall der Arbeitsgemeinschaft Achimer Sportvereine (AAS) ist dies wahrlich keine Schreckensmeldung.

Bereits mit Wirkung zum 1. Oktober 2019 hatte Dennis Lorenz sein Amt als Vorsitzender der AAS niedergelegt. Persönliche Gründe hatten zu dieser Entscheidung geführt. Da bisher kein neuer Vorsitzender gewählt wurde, hat Lorenz „technisch gesehen das Amt noch immer inne“, wie er selbst bestätigt. Tätig ist er in seiner „theoretischen“ Rolle jedoch nicht mehr, die Arbeitsgemeinschaft wird kommissarisch vom restlichen Vorstand geführt – und das länger als eigentlich angedacht.

Seit mittlerweile über sieben Monate ist die Arbeitsgemeinschaft nun ohne Vorsitzenden. Eigentlich hätte sich das am 23. März dieses Jahres ändern sollen. Dann sollte die Mitgliederversammlung mit dem Tagesordnungspunkt Wahlen stattfinden. Doch die Versammlung kam nicht zustande, die Coronavirus-Pandemie machte diese Planungen zunichte. Entsprechend musste die AAS am 17. März mitteilen, dass die Mitgliederversammlung auf unbestimmte Zeit verschoben werden muss.

Einen möglichen Nachholtermin gibt es bisher noch nicht. „Wir machen uns Gedanken, warten aber in Ruhe die Entwicklungen rund um den Coronavirus ab“, betont Klaus Feldmann, seines Zeichens zweiter Vorsitzender der AAS. Dabei gibt es bereits einen Kandidaten für die Lorenz-Nachfolge, der sich zur Wahl stellen will. Wer dieser mögliche neue Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft ist, will Feldmann aber noch nicht verraten. „Ich weiß nicht, ober der Kandidat seinem Verein schon davon in Kenntnis gesetzt hat. Zudem hatte sich Herr Lorenz seinerzeit auch eher zufällig aus dem Impuls gemeldet, etwas für die Vereine tun zu wollen. Dem will ich dadurch nicht vorgreifen. Wir sind natürlich offen für weitere Bewerber.“

Weiterhin handlungsfähig

Das digitale Zeitalter ist zwar längst angebrochen und Mitgliederversammlungen können in Zeiten wie diesen auch online stattfinden, doch die AAS sieht keine Notwendigkeit für diese Option. „Ja, das könnten wir machen, aber da wir Wahlen auf der Tagesordnung stehen haben, ist es schöner, sich persönlich zu treffen, wenn sich die Kandidaten persönlich vorstellen können. Zudem haben wir keine Eile. Wir sind weiterhin handlungsfähig, sind zu sechst mit dem Beirat und kennen die Situation, als Helmut Masemann als Vorsitzender zurückgetreten war. Um also die Versammlung online abzuhalten, besteht einfach nicht die Dringlichkeit. Wenn es bestimmte Themen geben würde, die unbedingt beschlossen werden müssten, wäre das was anderes“, stellt Feldmann klar.

Doch das ist nicht der Fall, auch die AAS ist derzeit in großen Teilen zum Abwarten gezwungen. Zu deren Aufgaben gehören unter anderem die Vergabe von Fördermitteln an die Vereine sowie die Vergabe von Hallenzeiten an die Sportler in Achim. Anträge für Fördermittel erreichen die Arbeitsgemeinschaft in Corona-Zeiten nur äußerst wenige bis gar keine. „Und die Nutzungszeiten der Hallen sind für die aktuelle Saison noch durchorganisiert.“ Seit wenigen Tagen dürfen die Sportler wieder in die Sporthallen.

Die Herausforderung ist aber, die Auflagen für das Training in Hallen zu berücksichtigen. In Niedersachsen gelten auch in Sporthallen die Abstands- und Hygieneregeln, das Einhalten eines Abstands von zwei Metern zu anderen Menschen sowie die Desinfektion des genutzten Geräts nach dem jeweiligen Gebrauch. Es darf nur sogenannter kontaktloser Sport betrieben werden, daher seien körperbetontes Dribbling oder ein Trainingsspiel nicht zulässig. Die Nutzung von Umkleideräumen und Duschen ist ebenfalls nicht erlaubt.

Zudem steht Achim derzeit auch noch eine Sporthalle weniger zur Verfügung als sonst. „Die Arenkamphalle in Uphusen ist noch als Notlazarett ausgestattet. Da findet im Normalbetrieb sehr viel Sport statt und der weitere Umgang damit ist noch ein großes Fragezeichen für uns“, verrät Feldmann. „In der Flüchtlingskrise hatten wir diese Situation schon einmal, damals sind die Vereine zusammengerückt und haben Flächen erschlossen. Ob das wieder so sein wird, ist aber aufgrund der Beschränkungen sehr fraglich.“ Fraglich ist auch, ob in den Sporthallen überhaupt Sport stattfinden kann oder ob sie für die Nutzung durch die Schulen gebraucht werden. Sollte nämlich der Unterricht wieder für alle Schüler stattfinden, glaubt zumindest Feldmann daran, dass der Platz in den Sporthallen benötigt werden könnte. „Vielleicht wird dann auch in den Hallen unterrichtet. Da werden dann ja sicherlich nicht jeden Abend alle Tische und Stühle an die Seite geräumt. Zudem ist dann auch eine Frage, was wiederum geöffnet werden kann, welche Räume wirklich zur Verfügung stehen.“ Doch in diesem Punkt vertraut Feldmann auch auf die Stadt Achim: „Die bisherigen Konzepte haben alle Hand und Fuß, alle scheinen mittlerweile sehr sensibilisiert und gut vorbereitet zu sein.“

Arbeitsgruppe gebildet

Apropos Vorbereitung: Die für den Kunstrasenplatz in Achim läuft erst mal weiter. „Der Baubeginn war rechtzeitig“, betont Feldmann und atmet einmal tief durch, „einen Monat später, dann wäre wahrscheinlich erstmal nichts passiert. Aber es wurde ja gesagt, dass das, was angefangen wurde, auch zu Ende gebaut werden würde.“ Bei der AAS berät man sich daher bereits über ein Nutzungskonzept für die Vereine. „Wir haben dafür eine Arbeitsgruppe gebildet und die hat sich mit den künftigen Nutzern, hauptsächlich Fußballer, auch schon darüber unterhalten, welch Bedarf herrscht. Da scheint kein Streitpunkt in Sicht.“ Nach den Sommerferien soll der Bau abgeschlossen sein. Das würde wiederum auch die Hallensituation im Herbst entspannen. Gute Nachrichten also für die AAS und ebenso für alle Sportler.

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