Achimer Eigenbetrieb Abwasserbeseitigung

Überschuss deutlich höher als erwartet

Der Überschuss, mit dem der Achimer Eigenbetrieb Abwasserbeseitigung das Geschäftsjahr 2019 abgeschlossen hat, ist um eine knappe Million Euro höher als erwartet. Der Jahresbericht liegt nun der Politik vor.
30.09.2020, 15:52
Lesedauer: 3 Min
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Überschuss deutlich höher als erwartet
Von Kai Purschke
Überschuss deutlich höher als erwartet

Der Eigenbetrieb Abwasserbeseitigung hat seine Einnahmeprognose für das Geschäftsjahr 2019 deutlich übertroffen.

Björn Hake

Der städtische Eigenbetrieb Abwasserbeseitigung hat 2019 mit knapp 1,4 Millionen Kubikmeter Abwasser rund 11 000 Kubikmeter weniger Flüssigkeit durch die Kläranlage geleitet als im Jahr 2018. Das geht aus dem aktuellen Jahresbericht für 2019 hervor. Dennoch wurden die Annahmen übertroffen: Im Haushaltsplan waren 3,7 Millionen Euro Gebühreneinnahmen für Schmutzwasser geplant, tatsächlich waren es knapp 3,9 Millionen Euro. Die Einnahmen für Niederschlagswasser fielen mit 1,24 Millionen Euro höher aus als die geplanten 1,16 Millionen Euro. „Dies basiert auch auf einem Zuwachs von Einleitungsflächen in Gewerbegebieten sowie öffentlichen und privaten Flächen“, heißt es im Jahresbericht. Unterm Strich ist der erwartete Jahresüberschuss von rund 120 000 Euro um etwa 970 000 Euro übertroffen worden.

Dass der Überschuss des von Uwe Schmoecker geleiteten Betriebs deutlich höher ausfällt, hat noch weitere Gründe: Zwei Personalstellen konnten nicht besetzt werden, befürchtete Reparaturen wurden nicht erforderlich „und Pumpen mussten nicht in dem geplanten Umfang erneuert werden“. Insgesamt seien daher weniger Aufwendungen für die Unterhaltung der Anlagen und des beweglichen Vermögens angefallen. Aber: Mehrere Investitionsprojekte wurden nicht wie geplant in 2019 durchgeführt und daher sind Haushaltsreste von mehr als einer halben Million Euro in das Haushaltsjahr 2020 übertragen worden. So ergab sich im Jahr 2019 für Schmutzwasser eine Überdeckung von rund 500 000 Euro und für Niederschlagswasser eine Unterdeckung von etwa 130 000 Euro. Der jetzige dreijährige Gebührenkalkulationszeitraum endet am 31. Dezember dieses Jahres, „sodass eine neue Gebührenkalkulation für 2021 erforderlich ist“.

Im Geschäftsjahr 2020 werden Schmutzwasserkanalsanierungen notwendig und das Schmutzwasser-Hauptpumpwerk in Bollen für rund 200 000 Euro wird komplett erneuert, was eigentlich schon längst hätte passiert sein sollen, wie Schmoecker bereits im November 2019 angemerkt hatte. Auch das Schmutzwasser-Pumpwerk „Vor der Bahn“ in Uphusen wird für 50 000 Euro erneuert. Dazu kommen Aktivitäten im neuen Baugebiet Lieken-Quartier, wo Kanal- und Hausanschlussleitungen gelegt werden müssen, wobei die Schmutzwasser-Infrastruktur eine knappe halbe Million Euro kosten wird. Den nahezu gleichen finanziellen Umfang haben die Kosten für die Niederschlagswasser-Infrakstruktur. Die Planung der Verlegung des Schmutzwasser-Hauptkanals An der Marsch/Alte Dorfstraße beginnt in diesem Jahr, die Realisierung ist fürs Jahr 2021 geplant. Kostenpunkt für die Herstellung: etwa eine Million Euro.

Veränderungen stehen aber auch auf der Achimer Kläranlage selbst an – der Eigenbetrieb plant, wie berichtet, ein Energiezentrum: Neben dem Faulturm soll ein Betriebsgebäude errichtet werden, das eine Heizung für den Faulturm sowie das Betriebsgebäude, ein Blockheizkraftwerk zur Versorgung der Kläranlage mit Strom und Wärme, ein Notstromaggregat für die Aufrechterhaltung der Stromversorgung bei Netzausfall sowie ein Klärgassystem enthalten wird. Als Ergänzung könnte aus Sicht von Schmoecker am neuen Energiezentrum eine Windkraftanlage entstehen, die den elektrischen Fremdenergiebedarf „sogar auf null setzen“ würde. Direkt neben dem Energiezentrum soll ein neuer Faulgasspeicher errichtet werden, denn: „Der vorhandene Speicher muss dringend ersetzt werden“, heißt es im Jahresbericht. Auch wird erklärt, dass sich das Gesamtprojekt über drei bis vier Jahre hinziehen könne. Der Betrieb läuft aber weiter.

Neben weiteren Investitionen in einen Klärschlammhochbehälter mit etwa 500 Kubikmeter Lagerkapazität, die Klärschlammentsorgung für die Jahre 2021 bis 2028 befindet sich in der Ausschreibung, sind laut Eigenbetrieb diverse kleinere Neuanschaffungen für die Kläranlage vorgesehen. Der anfallende Investitionsaufwand (Abschreibungen) soll über viele Jahre verteilt werden, „sodass eine gravierende Gebührenanpassung nicht zu erwarten ist“. Jedoch könne Betriebsleiter Schmoecker noch nicht abschätzen, „ob und in welcher Größenordnung eine Anpassung der Schmutzwassergebühr erforderlich wird“.

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