Polizei in Achim im Einsatz

Erneut Briefumschläge mit unbekannter Substanz gefunden

In Achim sind erneut drei Briefumschläge mit einer unbekannten Substanz gefunden worden. Zwei wurden an Privatadressen geschickt, einer bei der Polizei abgegeben. Ihr Inhalt ist ungefährlich.
20.01.2021, 10:28
Lesedauer: 3 Min
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Erneut Briefumschläge mit unbekannter Substanz gefunden
Von Elina Hoepken

Die Bilder vom vergangenen Donnerstag haben viele Achimer vermutlich noch im Kopf: Frauen und Männer der Polizei, die in orangenen und silber-grauen Schutzanzügen und Atemschutzmasken vor dem Achimer Polizeirevier geschäftig hin und her laufen, zahlreiche Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr, eine evakuierte Polizeiwache, eine gesperrte Obernstraße und Sondereinsatzkräfte des LKA Niedersachsen, die einen Brief mit einer unbekannten Substanz untersuchen. So ein Bild bietet sich in Achim schließlich nicht allzu oft. Zumindest eigentlich. Denn am Mittwoch wurden nun in Achim erneut Briefumschläge mit einer unbekannten, verdächtigen Substanz gefunden. Dieses Mal sogar gleich an drei verschiedenen Orten. Betroffen waren eine Privatadresse an der Straße Notweg, eine am Corporalsdeich sowie das Polizeirevier der Stadt selbst. Die betroffenen Personen fanden die verdächtige Substanz nach Angaben der Polizei jeweils in ihrem Briefkasten oder an ihrem Auto. Ein Bürger hatte seinen Umschlag zur Polizei gebracht.

Bereits am späten Mittwochmorgen hatte die Polizeiinspektion Verden/Osterholz per Twitter über den Fund der verdächtigen Briefumschläge informiert. Zu diesem Zeitpunkt war allerdings noch nicht klar, ob es bei den drei Fundstellen bleiben würde. Bürger, die ebenfalls einen verdächtigen Brief erhalten hatten, wurden daher gebeten, die Umschläge am Fundort zu belassen, sie nicht zu öffnen und sich umgehend telefonisch mit der Polizei in Verbindung zu setzen. Bis zum späten Nachmittag hatte die Polizei allerdings nach Angaben des Pressesprechers Sebastian Landwehr keine weiteren Meldungen erhalten.

Da auch die Polizei bei keinem der drei Fälle ausschließen konnte, dass von den unbekannten Stoffen eine Gefahr ausging, musste die Schleuse der Polizeiwache – wie auch schon beim Vorfall am vergangenen Donnerstag – geräumt und gesperrt werden. „Alle Personen, die an den drei Fundorten mit den Briefumschlägen in Kontakt gekommen waren, wurden separiert und vorsorglich vom Rettungsdienst untersucht“, berichtete Landwehr. Dabei habe sich glücklicherweise herausgestellt, dass sämtliche Personen unverletzt waren.

Neben dem Rettungsdienst war am Mittwoch ein Großaufgebot der Feuerwehr sowie der Gefahrgutzug des Landkreises Verden vor Ort. Gegen Mittag trafen dann in Achim Experten des Landeskriminalamtes Hannover ein, um die drei Fundorte aufzusuchen und die Substanzen in den Briefumschlägen zu untersuchen. Auch die Delaborierer vom LKA Niedersachsen untersuchten die Umschläge. Dazu fuhren die Experten zunächst zum Notweg, anschließend zum Corporalsdeich und schließlich zur Polizeiwache. Als Shuttle diente ihnen dabei der Anhänger einen Traktors, auf dessen Ladefläche sie zu den einzelnen Einsatzorten fuhren. Dadurch konnten sie sich die zeitaufwendige Dekontaminierung der Schutzkleidung zwischen den einzelnen Fundorten sparen. Die eingesammelten Substanzen wurden dann zusammen in einem mobilen Laborfahrzeug des LKA untersucht. Hier konnte schließlich festgestellt werden, dass von den Substanzen keine Gefahr ausging. „Vermutlich handelte es sich hierbei um haushaltsähnliche Stoffe“, teilte die Polizei mit.

Gegen 16 Uhr konnte der Eingangsbereich der Dienststelle der Polizei wieder freigegeben werden. „Der Dienstbetrieb im Polizeikommissariat Achim war zu keinem Zeitpunkt eingeschränkt, lediglich die Wache konnte nicht betreten werden“, betonte Landwehr. Die Täter, die die Briefe verschickt haben, sind derzeit noch unbekannt. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen und prüft auch einen Zusammenhang zu dem ähnlichen Vorfall am vergangenen Donnerstag. Neben möglichen strafrechtlichen Konsequenzen drohen den Tätern laut Polizei hohe Kosten für den Einsatz.

Die Polizei bittet Zeugen, die in der Zeit zwischen Dienstagabend und Mittwochmorgen verdächtige Personen oder Fahrzeuge im Ortsteil Bierden gesehen haben, sich unter der Telefonnummer 0 42 02 / 99 60 zu melden. Bürger, die möglicherweise auch noch in den kommenden Tagen einen verdächtigen Umschlag finden, werden gebeten, die Polizei telefonisch zu informieren.

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